CDU siegt deut­lich an der Saar

Er­folg für Re­gie­rungs­che­fin Kramp-Kar­ren­bau­er / Dämp­fer für die SPD

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Saarbrücken/Ber­lin (dpa/AFP). Über­ra­schend kla­rer Sieg für die CDU, Schlap­pe für die SPD und ih­ren Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz: Zum Auf­takt des Su­per­wahl­jahrs 2017 ha­ben die Christ­de­mo­kra­ten bei der Land­tags­wahl im Saar­land stark zu­ge­legt. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er kann nun wei­ter mit dem Ju­ni­or­part­ner SPD re­gie­ren. Die Hoff­nung der SPD auf ei­nen Macht­wech­sel ge­mein­sam mit der Link­s­par­tei ist ge­platzt. Ih­re Be­geis­te­rung für Schulz über­trug sich nicht auf die Wäh­ler. Nach dem vor­läu­fi­gen amt­li­chen En­d­er­geb­nis bleibt die Link­s­par­tei mit ih­rem Spit­zen­kan­di­da­ten Os­kar La­fon­tai­ne dritt­stärks­te Kraft. Die AfD zieht erst­mals ins Par­la­ment ein, ge­winnt aber we­ni­ger Stim­men als bei vor­an­ge­gan­ge­nen Land­tags­wah­len.

Die Grü­nen und die Pi­ra­ten flie­gen aus dem Land­tag, die FDP schafft es wie­der nicht hin­ein. Die seit 18 Jah­ren re­gie­ren­de CDU ver­bes­ser­te sich deut­lich auf 40,7 Pro­zent. Das sat­te Plus von 5,5 Pro­zent­punk­ten ge­gen­über der Saar-Wahl 2012 ist bun­des­weit ihr höchs­ter Zu­wachs bei ei­ner Land­tags­wahl seit zwölf Jah­ren. Die SPD mit ih­rer Spit­zen­kan­di­da­tin An­ke Rehlin­ger ver­liert ei­nen Punkt und kommt auf 29,6 Pro­zent. Die Lin­ke rutscht um gut drei Punk­te auf 12,9 Pro­zent. Die AfD, de­ren Lan­des­ver­band sich mit der Bun­des­spit­ze über­wor­fen hat­te, kommt auf 6,2 Pro­zent. Die Grü­nen schei­ter­ten mit 4 Pro­zent (mi­nus 1), die Frei­de­mo­kra­ten mit 3,3 Pro­zent (plus 2,1). Die Pi­ra­ten sa­cken um 6,7 Punk­te auf nur noch 0,7 Pro­zent ab. Die Wahl­be­tei­li­gung stieg auf 69,7 Pro­zent (2012: 61,6), der höchs­te Wert seit mehr 20 Jah­ren.

Die Ab­stim­mung gilt als ers­ter Test für die Bun­des­tags­wahl En­de Sep­tem­ber – es fol­gen am 7. und 14. Mai die Land­tags­wah­len in Schles­wig-Hol­stein und Nord­rhein-West­fa­len. Kanz­le­rin Mer­kel, zu­letzt durch den Hy­pe um Schulz in der De­fen­si­ve, kann nun zu­ver­sicht­li­cher in den Bun­des­tags­wahl­kampf zie­hen. Von den drei Land­tags­wah­len in die­sem Jahr stand nur im Saar­land ein Macht­ver­lust auf dem Spiel – in Kiel und Düs­sel­dorf ist die CDU in der Op­po­si­ti­on.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber wer­te­te das Wah­l­er­geb­nis als „kla­re Ab­sa­ge an Rot-Rot-Grün“auch im Bund. CSU-Chef Horst See­ho­fer warn­te vor Über­mut. Aus dem Saar-Er­folg las­se sich nicht au­to­ma­tisch ab­lei­ten, dass die Uni­on auch in NRW sie­ge, sag­te er in ei­nem In­ter­view.

Schulz äu­ßer­te sich ent­täuscht. „Wir ha­ben das Ziel für die­sen Abend nicht er­reicht“, sag­te er. Bis zur Bun­des­tags­wahl sei­en es aber noch sechs Mo­na­te. „Das ist ein Langstre­cken­lauf und kein Sprint.“Sei­ne Hoff­nun­gen rich­ten sich nun auf die noch wich­ti­ge­re Ent­schei­dung im be­völ­ke­rungs­reichs­ten Land Nord­rhein-West­fa­len, wo SPD-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft in sie­ben Wo­chen ih­re Macht ver­tei­di­gen muss.

SPD-Spit­zen­kan­di­da­tin An­ke Rehlin­ger räum­te ein, dass die Aus­sicht auf ein rot-ro­tes Bünd­nis Wäh­ler­stim­men ge­kos­tet ha­ben könn­te. Bei ei­ner Fort­set­zung der Gro­ßen Ko­ali­ti­on dürf­te die 40-Jäh­ri­ge Vi­ze-Re­gie­rungs­che­fin blei­ben. Kom­men­tar, Son­der­sei­te

„Ab­sa­ge an rot-ro­tes Bünd­nis“

ER­LEICH­TERT: Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er und ihr Ehe­mann Hel­mut nach dem Wah­l­er­folg im Saar­land. Fo­to: dpa

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