Ei­ne Fra­ge des Zu­sam­men­spiels

Zet­sche spricht über Mo­bi­li­tät der Zu­kunft

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - VOM ER­FOLG über­zeugt ist Die­ter Zet­sche. Fo­to: Col­let

Ras­tatt. Der Ter­min­ka­len­der ist wie üb­lich gut ge­füllt, die Zeit von da­her ziem­lich knapp. Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche hat sich am Ran­de der Ju­bi­lä­ums­fei­er am Stand­ort Ras­tatt den­noch Zeit für die BNN ge­nom­men. Mit un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ma­rio Belt­schak sprach der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Au­to­bau­ers über die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft – und wel­che Fol­gen die­se für das Werk Ras­tatt ha­ben kann.

Herr Zet­sche, über die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft wird viel dis­ku­tiert. Wie sieht sie denn Ih­rer Mei­nung nach kon­kret aus?

Zet­sche: Wir ha­ben ei­ne klar de­fi­nier­te Zu­kunfts­stra­te­gie, die mit dem Schlag­wort CA­SE um­ris­sen wird. Da­bei spie­len die Ver­bin­dung der Fahr­zeu­ge, al­so die Kon­nek­ti­vi­tät, das au­to­no­me Fah­ren, die ge­teil­te Wirt­schaft, al­so auch Car­sha­ring so­wie die Elek­tro­mo­bi­li­tät als ganz wich­ti­ges The­ma ei­ne Rol­le. Wir sind in al­len Fel­dern in­ten­siv un­ter­wegs und in sehr gu­ter Po­si­ti­on. Die in­ter­es­san­tes­te Fra­ge ist, wie die­se Fel­der zu­sam­men­spie­len und was an neu­en Pro­duk­ten, Ser­vices, aber auch Ge­schäfts­mo­del­len dar­aus re­sul­tiert. Und da ler­nen wir je­den Tag da­zu. Da kann aber kei­ner heu­te schon kon­kret be­schrei­ben, wie in fünf oder zehn Jah­ren die Ve­rän­de­run­gen aus­se­hen wer­den.

In­wie­fern se­hen Sie das Werk Ras­tatt in Sa­chen Mo­bi­li­tät der Zu­kunft in der Pflicht?

Zet­sche: Ich ha­be hier ein ab­so­lu­tes Top-Team, was auch ins­ge­samt für das Un­ter­neh­men gilt. In­so­fern muss ich nicht über­all mei­ne Na­se mit rein stre­cken. Die Mann­schaft hat das hier bis­her schon sehr gut ge­macht. Hier im Werk ar­bei­ten 6 500 Men­schen. Im Zu­sam­men­hang mit der Elek­tro­mo­bi­li­tät und der Di­gi­ta­li­sie­rung fürch­ten vie­le, dass Jobs bei den Au­to­bau­ern weg­fal­len ...

Zet­sche: Wenn wir von In­dus­trie 4.0 spre­chen, dann führt das nicht zu men­schen­lee­ren Fa­b­ri­ken, son­dern zu ei­ner Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Ro­bo­tern und Men­schen. Es führt auch zu mehr Fle­xi­bi­li­tät als zu we­ni­ger Men­schen. Wenn wir von Elek­tro­mo­bi­li­tät spre­chen, dann hat das für die Fahr­zeug­wer­ke ei­gent­lich kei­ne er­kenn­ba­re Aus­wir­kung auf die Be­schäf­ti­gung. Des­we­gen in­te­grie­ren wir die Elek­tro­fahr­zeu­ge auch an den sel­ben Stand­or­ten, an de­nen wir die Ver­bren­nungs­fahr­zeu­ge bau­en. Da­durch kön­nen wir auch fle­xi­bler auf nicht vor­her­seh­ba­re Ent­wick­lun­gen re­agie­ren. Das The­ma liegt al­so eher in den An­triebs­wer­ken. Für die­se müs­sen wir uns über­le­gen, wie der Über­gang – über ei­ne lan­ge Zeit – mit si­che­ren Ar­beits­plät­zen ge­stal­tet wer­den kann.

Die nächs­te Kom­pakt­wa­gen­ge­ne­ra­ti­on kommt 2018. Wie kann das Werk Ras­tatt da­mit zum Er­folg des Kon­zerns bei­tra­gen?

Zet­sche: Kom­pakt­wa­gen sind schon ein ganz wich­ti­ger Baustein des Er­folgs der Mar­ke Mer­ce­des. Das wird sich in der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on noch aus­wei­ten, wo wir die Mo­dell­pa­let­te von fünf auf acht Fahr­zeu­ge ver­grö­ßern.

Wel­che Ge­burts­tags­glück­wün­sche ha­ben Sie für die Mann­schaft?

Zet­sche: Ihr seid ein su­per Team, das habt ihr über 25 Jah­re, auch un­ter schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen, be­wie­sen. Ihr habt ge­zeigt, wie Er­folg für den Stern aus­sieht, da­für herz­li­chen Dank!

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