Graue Theo­rie

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

In den 1960er Jah­ren schlug die St­un­de der Theo­rie. Sie ver­hieß den Schlüs­sel zur bes­se­ren Zu­kunft. Vor­den­ker wie Ador­no, die Pro­phe­ten der le­gen­dä­ren „Suhr­kamp-Kul­tur“und die fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phen wur­den zu Be­glei­tern ei­ner gan­zen Ge­ne­ra­ti­on auf ih­rem Weg in die Uto­pie und zo­gen sich sinn­ge­bend durch den ge­lehr­ten Dis­kurs wie durch das in­tel­lek­tu­el­le Kn­ei­pen­ge­re­de.

Das klug re­sü­mie­ren­de Buch bie­tet ei­nen an­re­gen­den, wenn auch ein we­nig re­si­gna­ti­ven Blick auf ein wich­ti­ges Ka­pi­tel der jün­ge­ren So­zi­al-, Geis­tes- und Kul­tur­ge­schich­te, folgt den Win­dun­gen der aus­ufern­den Theo­rie-Dis­kus­si­on und ih­rer Mo­den und führt de­ren weg­wei­sen­de Er­geb­nis­se eben­so zu­sam­men wie ih­re Irr­we­ge, die be­le­gen, dass (nach Goe­the) die Theo­rie am En­de arg grau sein kann, da­ge­gen aber „grün des Le­bens gold­ner Baum“. K.

Phil­ipp Felsch: Der lan­ge Som­mer der Theo­rie. Ge­schich­te ei­ner Re­vol­te 1960–1990. C. H. Beck Ver­lag. 327 Sei­ten, 24,95 Eu­ro.

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