Nach den Schüs­sen kam töd­li­cher Rauch

Bei Ho­tel-Über­fall in Ma­ni­la ster­ben Dut­zen­de

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Ma­ni­la (dpa). Bei ei­nem Über­fall auf ein Spiel­ca­si­no in der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­stadt Ma­ni­la hat es min­des­tens 37 To­des­op­fer ge­ge­ben. Nach An­ga­ben der Po­li­zei er­stick­ten sie bei ei­nem Brand, den der mut­maß­li­che An­grei­fer ge­legt hat­te. Der be­waff­ne­te Mann – an­geb­lich ein Ein­zel­tä­ter – starb da­bei auch selbst.

Ei­nen ter­ro­ris­ti­schen Hin­ter­grund schloss die Po­li­zei aus. Trotz­dem re­kla­mier­te die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) die Tat für sich. Die Lei­chen wur­den erst meh­re­re St­un­den nach Be­ginn des Über­falls im zwei­ten und drit­ten Stock des Ca­si­nos ge­fun­den, das zu der An­la­ge „Re­sorts World Ma­ni­la“in un­mit­tel­ba­rer Nä­he des Flug­ha­fens ge­hört. Bei dem Brand ent­stand so star­ker Rauch, dass die Ret­tungs­kräf­te zu­nächst nicht ins Ge­bäu­de konn­ten. Min­des­tens 78 Men­schen wur­den ver­letzt – vie­le da­von, als sie in Pa­nik nach drau­ßen flo­hen.

Der Mann hat­te die An­la­ge ge­gen Mit­ter­nacht ge­stürmt. Mit ei­nem Schnell­feu­er­ge­wehr schoss er um sich. Er ziel­te aber of­fen­bar nicht auf Men­schen, son­dern nur auf Bild­schir­me und Fern­se­her. Nach An­ga­ben der Po­li­zei zün­de­te er dann aber auch Tep­pi­che und Spiel­ti­sche an, wo­durch das ver­häng­nis­vol­le Feu­er ent­stand. In dem Ca­si­no hiel­ten sich nach An­ga­ben von Au­gen­zeu­gen mehr als 1 000 Leu­te auf. Bei den Op­fern han­delt es sich nach An­ga­ben von „Re­sorts World“um 22 Gäs­te und 13 An­ge­stell­te. Dar­un­ter sind auch meh­re­re Aus­län­der. Vier da­von ka­men aus Tai­wan.

Nach Po­li­zei­an­ga­ben hat kein ein­zi­ges Op­fer Schuss­wun­den – was ge­gen die IS-Be­haup­tung spricht, dass ein Selbst­mord-At­ten­tä­ter mit dem Ziel un­ter­wegs war, mög­lichst vie­le Men­schen zu tö­ten. Das IS-Sprach­rohr Amak hat­te zu­vor ge­mel­det, ein Kämp­fer des Is­la­mi­schen Staa­tes ha­be den An­griff in Ma­ni­la aus­ge­führt. Ma­ni­las Po­li­zei­chef Os­car Al­ba­yal­de äu­ßer­te die Ver­mu­tung, dass der Tä­ter geis­tes­ge­stört ge­we­sen sei. Nach Be­ginn des Über­falls hat­ten vie­le Ca­si­no-Be­su­cher aber wohl tat­säch­lich ver­mu­tet, dass es sich um ei­nen Über­fall von Ter­ro­ris­ten han­del­te.

Auf den Phil­ip­pi­nen – ei­nem mehr­heit­lich ka­tho­li­schen Land – kämp­fen Re­gie­rungs­trup­pen seit vie­len Jah­ren ge­gen mus­li­mi­sche Re­bel­len. Über die In­sel Mind­a­nao im Sü­den des Lan­des, ein

An­grei­fer tö­te­te sich selbst

Ge­biet mit mehr als 20 Mil­lio­nen Be­woh­nern, hat Prä­si­dent Ro­d­ri­go Du­ter­te kürz­lich das Kriegs­recht ver­hängt. Im In­ter­net be­haup­te­te die Ter­ror­mi­liz IS, der Tä­ter sei in ih­rem Auf­trag un­ter­wegs ge­we­sen. Der Po­li­zei­chef der Phil­ip­pi­nen, Ro­nald de­la Ro­sa, be­ton­te je­doch: „Wir kön­nen sa­gen, dass dies kein ter­ro­ris­ti­scher Akt war.“Zur Iden­ti­tät des An­grei­fers mach­te er kei­ne nä­he­ren An­ga­ben. Der Mann hat­te sich spä­ter in ein Ho­tel­zim­mer ge­flüch­tet und selbst ge­tö­tet. An­geb­lich war er zu­vor schon von Schüs­sen des Si­cher­heits­per­so­nals ge­trof­fen wor­den.

EIN STAR­KES PO­LI­ZEI­AUF­GE­BOT si­chert das Ho­tel nebst Spiel­ca­si­no, in dem in der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­stadt Ma­ni­la ein Mann erst um sich schoss und an­schlie­ßend Feu­er leg­te. Da­bei fan­den min­des­tens 35 Men­schen den Tod. Fo­to: dpa

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