Ge­füh­le des gro­ßen Auf­bruchs

Der VfB Stutt­gart kommt mit fi­nan­zi­el­lem Rü­cken­wind in die Bun­des­li­ga zu­rück

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Stutt­gart/Mün­chen (sid). Als der VfB Stutt­gart am Don­ners­tag um 22.25 Uhr sein „Jahr­hun­dert­pro­jekt“Aus­glie­de­rung auf den Weg ge­bracht hat­te, sorg­ten Tau­sen­de Fans auf der voll­be­setz­ten Haupt­tri­bü­ne der Mer­ce­des-Benz Are­na für Gän­se­haut-At­mo­sphä­re. „Ja, der VfB!“, san­gen sie in­brüns­tig. Mit der Ge­burt der „VfB Stutt­gart 1893 AG“, so die Über­zeu­gung von An­hang und Club­füh­rung, hat der fünf­ma­li­ge deut­sche Meis­ter kei­ne zwei Wo­chen nach der Rück­kehr in die Fuß­ball-Bun­des­li­ga die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne gol­de­ne Zu­kunft ge­schaf­fen. „Lie­be Mit­glie­der, mit die­ser Ent­schei­dung ha­ben wir Ge­schich­te ge­schrie­ben!“, rief Prä­si­dent Wolf­gang Dietrich den über 14 000 nach ei­nem „un­glaub­li­chen Abend“zu.

7 664 der stimm­be­rech­tig­ten An­hän­ger hat­ten für die Aus­glie­de­rung der Pro­fiab­tei­lung bis zur U 16 aus dem e.V. ge­stimmt; das ent­sprach 84,2 Pro­zent – die er­for­der­li­che Zu­stim­mungs­ra­te von über 75 Pro­zent wur­de spie­lend über­trof­fen (die BNN be­rich­te­ten). „Das ist ein his­to­ri­scher Tag für den VfB“, sag­te Auf­sichts­rats­chef Mar­tin Schä­fer. Dietrich, der über Mo­na­te für das Pro­jekt ge­wor­ben hat­te, ha­be „mit sei­nem Team Un­mensch­li­ches ge­leis­tet“. Jetzt, er­gänz­te Schä­fer, „wer­den wir be­wei­sen müs­sen, dass wir den VfB wei­ter­ent­wi­ckeln und da hin­kom­men, wo wir hin wol­len: in vier bis fünf Jah­ren mög­lichst wie­der in­ter­na­tio­nal zu spie­len“.

Hel­fen soll fri­sches Geld, das durch die Zei­ten­wen­de in die Club­kas­sen ge­spült wird: Die Daim­ler AG er­hält als „stra­te­gi­scher Part­ner“11,75 Pro­zent der An­tei­le – für stol­ze 41,5 Mil­lio­nen Eu­ro. „Der VfB ist mit dem Ein­stieg von Daim­ler 353 Mil­lio­nen Eu­ro wert“, sag­te Dietrich stolz. Bis zu 24,9 Pro­zent der An­tei­le sol­len an höchs­tens fünf Part­ner ver­äu­ßert und da­für 100 Mil­lio­nen Eu­ro er­löst wer­den – für ei­ne ver­bes­ser­te Ju­gend­ar­beit und, klar, Er­folg im Pro­fi­fuß­ball. „Wir ha­ben kei­ne Angst, ehr­gei­zi­ge Zie­le zu for­mu­lie­ren. Wir wol­len nach vorn“, sag­te Sport­vor­stand Jan Schin­del­mei­ser. Ge­mäß dem Mot­to: Der VfB ist wie­der da – und stär­ker denn je!

Schin­del­mei­ser wird wie sei­ne bis­he­ri­gen Ver­eins­vor­stands­kol­le­gen Ste­fan Heim (Fi­nan­zen) und Jo­chen Rött­germann (Mar­ke­ting) AG-Vor­stand, Dietrich und ein wei­te­rer Club­ver­tre­ter zie­hen in den Auf­sichts­rat der AG ein. Dort wer­den auch Wil­fried Porth (In­ves­tor Daim­ler AG) und Franz Rei­ner (Haupt­spon­sor Mer­ce­des-Benz Bank) sit­zen. Porth nahm den Skep­ti­kern der Aus­glie­de­rung, wie Tei­len der Ul­tra-Be­we­gung, den letz­ten Wind aus den Se­geln. „Wir sind die­je­ni­gen, die dem Ver­ein hel­fen, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Aber wir sind nicht die, die den VfB do­mi­nie­ren wol­len. Auf gar kei­nen Fall!“, sag­te er.

Schin­del­mei­ser mach­te sich ges­tern dar­an, ers­te Schrit­te ei­nes jetzt grei­fen­den, sport­li­chen Vier­jah­res­plans um­zu­set­zen. An des­sen En­de soll sich der VfB laut Dietrich „im obe­ren Drit­tel der Bun­des­li­ga“eta­bliert ha­ben. Die Fans glau­ben wie­der mehr denn je an ih­ren VfB. 55 000 Mit­glie­der hat der Ver­ein in­zwi­schen – 11 000 mehr als vor ei­nem Jahr. Je­der Vier­te kam am Don­ners­tag in die Are­na.

TAU­SEN­DE VfB-MIT­GLIE­DER wa­ren am Don­ners­tag­abend ins Stutt­gar­ter Sta­di­on ge­kom­men, um über das „Jahr­hun­dert­pro­jekt“Aus­glie­de­rung ab­zu­stim­men. Fo­to: dpa

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