Zur Pre­mie­re ein Sieg ge­gen Mün­chen 17 Jah­re lang glänz­te der 1. FC Pforz­heim

Pforzheimer Kurier - - 50 JAHRE FCP-ZWEITLIGA-ABSTIEG -

Ei­ne mehr als nur durch­wach­se­ne Punk­te­run­de 2016/17 hat der 1. CfR Pforz­heim in der fünft­klas­si­gen Ama­t­eu­ro­ber­li­ga hin­ter sich ge­bracht. Die Fuß­bal­ler von Trai­ner Teo Rus blie­ben häu­fig hin­ter den Er­war­tun­gen der Fans und wohl auch Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen zu­rück. Gleich­wohl bleibt der Sprung in die Re­gio­nal­li­ga mit dem 2010 in­stal­lier­ten Fu­si­ons­club wei­ter (rea­lis­ti­sches) Wunsch­den­ken für die na­he Zu­kunft.

Das Ab­sa­cken des Pforz­hei­mer Kicks in die Fünft­klas­sig­keit er­scheint vie­len von der Fuß­bal­lhis­to­rie be­leck­ten Zeit­ge­nos­sen gleich­wohl als ei­ne Ka­ri­ka­tur zu je­ner Epo­che, da an der Enz vor al­lem der 1. FC Pforz­heim – von 1950 bis 1967 – in der zweit­klas­si­gen Li­ga Süd, spä­ter Re­gio­nal­li­ga, zu den Stamm­gäs­ten zähl­te. Am 21. Mai 1967 en­de­te je­ne Ära mit ei­ner die Sai­son 1966/67 ab­schlie­ßen­den 2:3-Nie­der­la­ge im Bröt­zin­ger Tal ge­gen den SSV Reut­lin­gen. Der „Club“war vor fast ge­nau 50 Jah­ren end­gül­tig ins Ama­teur­la­ger ab­ge­stürzt. Und her­nach blie­ben zahl­rei­che Klimm­zü­ge im Pforz­hei­mer Wes­ten, er­neut das Re­vier der Ver­trags­spie­ler zu be­tre­ten, trotz man­nig­fal­ti­ger An­stren­gun­gen und Ak­ti­vi­tä­ten er­folg­los.

Da­bei hat­te der Tra­di­ti­ons­ver­ein am 20. Au­gust 1950 ei­ne ge­lun­ge­ne Ou­ver­tü­re in die Zweit­klas­sig­keit des Fuß­bal­lSü­dens pro­du­ziert: Im Bröt­zin­ger Tal fei­er­te die von „Fuß­ball-Pro­fes­sor“Max Bre­u­nig trai­nier­te FCP-Trup­pe vor 4 000 Zu­schau­ern ei­nen 4:2-Ein­stands­er­folg über FC Wa­cker Mün­chen. In­ner­halb der 17 Jah­re wäh­ren­den Pe­ri­ode, da der 1. FC Pforz­heim in Süd­deutsch­land mit zu den füh­ren­den Adres­sen zähl­te, ge­bar der Kick in der Gold­stadt samt des­sen Re­gi­on vie­le denk­wür­di­ge Mat­ches und Prot­ago­nis­ten, die noch heu­te ih­ren Platz in den Köp­fen von äl­te­ren An­hän­gern und Tra­di­tio­na­lis­ten fin­den. Den Grund­stein zur Auf­nah­me in die da­ma­li­ge Zwei­te Li­ga Süd hat­te der „Club“un­ter an­de­rem durch den Ge­winn des Lan­des­li­ga­ti­tels 1949 ge­legt. Und den Start­schuss zur Pre­mie­ren­run­de 50/51 feu­er­te je­nes Pforz­hei­mer Team ab, das in der Be­set­zung Bi­sch­off, Schmid, Müss­le, Fix, Bie­den­bach, Blaich, Schra­di, Rau, Vogt, St­raub und Küb­ler Wa­cker Mün­chen mit 4:2 be­sieg­te. Vogt, St­raub und Rau hat­ten bis zur 57. Mi­nu­te ei­nen 3:0-Vor­sprung her­aus­ge­schos­sen; nach dem 3:2-Zwi­schen­stand ze­men­tier­te Karl Schra­di (88.) mit sei­nem Tref­fer zum End­stand das ers­te FCP-Er­folgs­er­leb­nis.

Auf Rang sechs lan­de­ten die Ball­tre­ter von Trai­ner Bre­u­nig nach der ers­ten Zäh­ler­hatz, die Stutt­gar­ter Ki­ckers

1962 schei­ter­te der FCP knapp am Auf­stieg

avan­cier­ten zum ers­ten süd­deut­schen Zweit­li­ga-Cham­pi­on nach dem Krieg. Im 18er-Feld die­ser Klas­se tauch­ten hier­bei Ver­ei­ne wie SG Ar­hei­li­gen, VfL Kon­stanz, SV Tü­bin­gen und Uni­on Bö­ckin­gen auf, die spä­ter kaum an­nä­hernd noch­mals sol­che Leis­tungs­hö­hen er­klom­men. In den fol­gen­den Spiel­run­den hat­te es der FCP da­ge­gen auch mit ei­ner bun­ten Mix­tur an re­nom­mier­ten Ver­ei­nen zu tun – et­wa dem FC Bay­ern Mün­chen, TSV 1860 Mün­chen, SV Darm­stadt 98, Frei­bur­ger FC und Schwa­ben Augs­burg (heu­te: FC Augs­burg). Und aus dem nord­ba­di­schen Ge­biet wa­ren 1952/53 gleich vier wei­te­re Teams ne­ben dem FCP in der Li­ga ver­tre­ten: Karls­ru­her FV, ASV Dur­lach, VfL Neck­arau und ASV Feu­den­heim.

Sieht man vom 15. Ta­bel­len­platz nach der Run­de 1952/53 ab, blie­ben die An­hän­ger des Ver­eins bis zum En­de der Zwei­ten Li­ga Süd 1963 von Ab­stiegs­sor­gen stets ver­schont. Ver­hei­ßungs­voll nahm sich das „Club“-Auf­tre­ten wäh­rend der Sai­son 1961/62 im Punk­te­ren­nen aus, als Pforz­heim – na­he am Ober­li­ga­auf­stieg – die gro­ße Chan­ce im Ju­ni 1962 durch ei­ne un­er­klär­li­che 2:3-Nie­der­la­ge bei Ha­nau 93 als spä­te­rer Drit­ter hin­ter Hes­sen Kas­sel und TSG Ulm durch die Fin­ger flut­schen ließ. Bes­te Plat­zie­run­gen der Gold­städ­ter in Li­ga Zwei wa­ren da­ne­ben vier­te Rän­ge in den Ver­bands­run­den 1951/52, 1956/57 und 1962/63, be­vor der „Club“dann ei­nen auf vier Jah­re be­grenz­ten Auf­ent­halt in der neu ge­grün­de­ten Re­gio­nal­li­ga in An­griff nahm. Ger­not Ot­to

SPEK­TA­KU­LÄ­REN FUSSBALL zeig­te der 1. FC Pforz­heim in sei­ner Zweit­li­ga-Epo­che, wie hier Go­al­get­ter Her­mann So­der­manns im Spiel ge­gen den FC Haß­furt. Fo­to: PK Ar­chiv

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