Von Max Bre­u­nig bis Gus­tav Mohn

Der „Club“brach­te ei­ni­ge „Ty­pen“her­vor – wie Tor­jä­ger Die­ter Ro­sa­now­ski

Pforzheimer Kurier - - 50 JAHRE FCP-ZWEITLIGA-ABSTIEG -

Zum „Fuß­ball-Pro­fes­sor“ge­adelt wor­den war Max Bre­u­nig, der den 1. FC Pforz­heim bei des­sen Start 1950 in die Zwei­te Fuß­ball-Li­ga Süd als Trai­ner un­ter den Fit­ti­chen hat­te. Der neun­fa­che deut­sche Na­tio­nal­spie­ler, der sei­ne gro­ße Zeit beim Karls­ru­her FV mit dem Meis­ter­ti­tel 1910 ge­krönt hat­te, spä­ter in der Gold­stadt 1961 starb, di­ri­gier­te den „Club“in der Zweit­li­ga-Pre­mie­ren­sai­son bis an die sechs­te Po­si­ti­on.

In­ner­halb der Li­ta­nei von Bre­u­nigs Nach­fol­gern auf dem Trai­ner­stuhl im Pforz­hei­mer Wes­ten folg­te nach In­te­rims­coach Max Mül­ler dann 1954 Ku­no Krü­gel, der als „har­ter Hund“galt. Und nach dem Karls­ru­her Ed­gar Reck, der 1956/57 das Kom­man­do über­nahm, agier­te zwei Run­den spä­ter Wer­ner Ja­schok als FCP-Übungs­lei­ter. Als „bes­ten Trai­ner“aus sei­ner ak­ti­ven Zeit im Bröt­zin­ger Tal preist Die­ter Ro­sa­now­ski, der von 1957 bis 1968 das Tri­kot des deut­schen Vi­ze­meis­ters von 1906 trug, den ge­bür­ti­gen Ul­mer Gus­tav „Schim­me“Mohn. „Er war vor al­lem sehr ef­fek­tiv“, sagt der 81-jäh­ri­ge eins­ti­ge Ka­pi­tän. Der Schwa­be, ein Mus­ter­schü­ler Sepp Her­ber­gers und Teil­neh­mer am ers­ten Nach­kriegs-Trai­ner­lehr­gang 1948 in Köln, über­nahm 1960 beim 1. FC Pforz­heim das Kom­man­do und prä­pa­rier­te die Mann­schaft für den Ein­zug in die 1963 in­stal­lier­te süd­deut­sche Re­gio­nal­li­ga.

An be­kann­ten Ty­pen auf dem Ra­sen herrsch­te zu Zweit­li­ga-Zei­ten des „Clubs“wahr­lich kein Man­gel. Auf­ge­peppt wor­den war das fuß­bal­le­ri­sche Ni­veau des FCP auch durch et­li­che ver­sier­te Ki­cker, die von Karls­ru­he an die Enz wech­sel­ten. Wal­ter Grobs, Karl Bie­den­bach und Wal­ly Scheib mach­ten den An­fang, da­nach folg­ten mit Karl („Kad­del“) Ehr­mann, Rolf Neu­reu­ther und Os­si Traub wei­te­re Leis­tungs­trä­ger, die ih­re Wur­zeln in der Fä­cher­stadt hat­ten. Zu her­aus­ra­gen­den und po­pu­lä­ren Fi­gu­ren aus der Gold­stadt-Re­gi­on zähl­ten da­ne­ben Au­gust Neß­mann, Wil­li Hein­rich, Karl Schra­di, Gün­ter Rau oder eben Top-Tor­jä­ger Ro­sa­now­ski, der 1957 den Weg von Dill­wei­ßen­stein ins Bröt­zin­ger Tal wähl­te.

Ge­gen En­de der 1950er und zu Be­ginn der 1960er Jah­re ging’s dem „Club“fi­nan­zi­ell ver­gleichs­wei­se gut – dank po­ten­ter Spon­so­ren wie den Pforz­hei­mer Ket­ten­ma­schi­nen-Fa­b­ri­kan­ten Eu­gen Fi­scher („fi­co“) oder dem spä­te­ren Prä­si­den­ten Ru­dolf Rei­n­ach­er. „Weil zu vie­le aus­wär­ti­ge Spie­ler ge­holt wur­den, die Geld kos­te­ten, wur­den die Ein­hei­mi­schen aber ver­nach­läs­sigt“, er­klärt Ro­sa­now­ski. Dass sei­ner­zeit ein ein­zi­ger An­ruf bei Spie­ler­ver­mitt­ler Dr. Ratz in der Schweiz ge­nüg­te, um ei­nen neu­en Ki­cker für den FCP zu kö­dern, war gut fürs Re­nom­mee, hin­ter­ließ mit zu­neh­men­der Dau­er in­des tie­fe Spu­ren im klamm wer­den­den Ver­eins­sä­ckel.

Mit Ein­füh­rung der Bun­des­li­ga 1963 war dem 1. FC Pforz­heim nicht zu­letzt dank des vier­ten Ta­bel­len­plat­zes nach der Run­de 1962/63 ein Platz in der Re­gio­nal­li­ga aber si­cher. In die­ser Klas­se brach­ten die „Cl­üb­ler“– 1965/66 auch ge­gen Lo­kal­ri­va­len VfR Pforz­heim – vier Spiel­run­den hin­ter sich, ehe der Sturz ins Ama­teur­la­ger die fuß­bal­le­ri­sche Hoch­pha­se be­en­de­te. Ger­not Ot­to

TREFF­SI­CHER wa­ren Die­ter Ro­sa­now­ski (links) und Klaus Volk­mann. Fo­to: Bi­sch­off

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