„Trai­ner plus“für den CfR

Sport­vor­stand Tors­ten Hei­ne­mann lobt Adis Her­ceg als „Dis­zi­plin-Fa­na­ti­ker“

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Se­bas­ti­an Kapp

Pforz­heim. Nun ist er es al­so doch ge­wor­den – Adis Her­ceg, bis­he­ri­ger Sport­di­rek­tor beim Fuß­ball-Ober­li­gis­ten 1. CfR Pforz­heim, wech­selt nach lan­ger Ge­heim­nis­krä­me­rei die Funk­ti­on im Ver­ein und wird der neue Chef-Trai­ner am Holz­hof. Da­mit folgt Her­ceg Teo Rus nach, des­sen Ver­trag beim CfR nach drei er­folg­rei­chen Jah­ren nicht ver­län­gert wor­den ist. Zu­vor war wie be­rich­tet be­kannt ge­wor­den, dass Gök­han Gök­ce neu­er Co-Trai­ner wird und Do­mi­nik Ber­ne­cker die Re­ser­ve über­nimmt.

„Wenn man sich nach Jah­ren von Teo Rus trennt, dann gab’s für mich nur Adis Her­ceg“, sagt Sport­vor­stand Tors­ten Hei­ne­mann. Der 38-jäh­ri­ge Bos­ni­er

Her­ceg: Ich will et­was be­we­gen

brin­ge ne­ben ei­ner A-Li­zenz auch noch ei­ni­ge be­son­de­re Fä­hig­kei­ten mit, wird qua­si ein „Trai­ner plus“. Hei­ne­mann nennt das „ei­nen Fach­mann, der Din­ge sieht“– auf und vor al­lem ne­ben dem Platz. Das sei wich­tig bei den Um­wäl­zun­gen, die den CfR der­zeit be­we­gen. Da ist zum Ei­nen der Sta­di­on­neu­bau, zum an­de­ren aber auch der Um­bruch im Ka­der. Zehn Spie­ler aus dem Ka­der der Ers­ten Mann­schaft ha­ben den Ver­ein be­reits ver­las­sen, hin­zu kom­men ei­ni­ge fort­zie­hen­de Ju­gend­spie­ler. „Wir brau­chen je­man­den, der die Struk­tu­ren auf Vor­der­mann bringt“, sagt Hei­ne­mann. Da­zu muss man sie al­ler­dings erst ein­mal ken­nen – und das tut Her­ceg, der 2016 Sport­di­rek­tor beim CfR wur­de und wie so vie­le CfR-Per­sön­lich­kei­ten vor­her beim TSV Grun­bach war. Be­reits in die­ser Funk­ti­on ha­be er das Ju­gend­kon­zept des CfR vor­an­ge­bracht – mit dem Er­folg, dass die A-Ju­nio­ren nun in die Ober­li­ga auf­ge­stie­gen sind.

Die Mann­schaft muss sich nun auf ei­nen „Dis­zi­plin-Fa­na­ti­ker“ein­stel­len. So be­zeich­net ihn Hei­ne­mann, und das sagt auch Adis Her­ceg von sich selbst. „Ich muss auf je­den Fall neue Ak­zen­te set­zen“, er­klärt der Neu-Trai­ner. Die In­te­gra­ti­on von Ju­gend- und Re­ser­ve­spie­lern in den Ober­li­gaka­der ha­be er sich eben­so zum Ziel ge­setzt wie at­trak­ti­ven Of­fen­siv­fuß­ball. „Mir ist Team­fä­hig­keit sehr wich­tig. Au­ßer­dem wol­len wir den Zu­schau­ern et­was bie­ten. Wir wer­den uns nicht hin­ten rein­stel­len und ab­war­ten“, sagt Her­ceg, der sei­ne ak­ti­ve Kar­rie­re 2012 be­en­de­te.

Ob die Dop­pel­be­las­tung als „Trai­ner plus“nicht et­was zu viel wer­den kön­ne? „Ich bin ein Mensch, der we­nig spricht und viel macht“, gibt sich Her­ceg prag­ma­tisch. Sein Ziel sei es, den Ver­ein vor­an­zu­brin­gen. „Die Leu­te, die nach mir kom­men, wer­den da­von wahr­schein­lich mehr pro­fi­tie­ren als ich“, sagt er. „Ich will et­was be­we­gen.“Das Fern­ziel Re­gio­nal­li­ga will aber auch er nicht in den Mund neh­men, zu­min­dest noch nicht.

Ers­te Maß­nah­men ha­ben Her­ceg und Hei­ne­mann be­reits ge­trof­fen, sich in Ab­spra­che von ei­ni­gen Spie­lern ge­trennt – auch Stamm­spie­lern – und da­für Ni­co Char­ri­er (TuS Ko­blenz), Ra­pha­el App (KSC II), Alan De­lic (KSC A-Ju­nio­ren) und Jea­not So­ja (SV Sand­hau­sen A-Ju­nio­ren) ge­holt. „Je­der Spie­ler muss sich be­wei­sen, aber es ist klar, dass wir von Ni­co noch mehr er­war­ten“, sagt Her­ceg über den bis­he­ri­gen Kö­nigs­trans­fer aus der Re­gio­nal­li­ga. Wei­te­re Trans­fers will man kom­men­de Wo­che be­kannt­ge­ben. „Die Ab­gän­ge müs­sen wir jetzt erst ein­mal er­set­zen“, sagt Her­ceg, der als Trai­ner mit dem SVN Zwei­brü­cken be­reits Re­gio­nal­li­ga-Er­fah­rung ge­sam­melt hat. Auch hat er den Be­ginn der Vor­be­rei­tung auf den 25. Ju­ni ge­legt. „Das gibt uns ei­ne Wo­che mehr Zeit und wird sich spä­ter aus­zah­len.“

Dass er mit Her­ceg ei­nen star­ken Trai­ner be­kommt, stört Sport­vor­stand Hei­ne­mann nicht. Dort­mun­der Ver­hält­nis­se soll es beim CfR nicht ge­ben: „Wenn ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis da ist, ha­be ich kei­ne Pro­ble­me mit ei­nem star­ken Trai­ner“, sagt Hei­ne­mann. „Je­der ist hier froh, dass er den an­de­ren hat – wir ma­chen das hier schließ­lich al­le eh­ren­amt­lich. Da gibt’s kein Geld.“

EIN FIN­GER­ZEIG ist der Trai­ner­wech­sel beim 1. CfR Pforz­heim. Mit Adis Her­ceg nimmt ein ehr­gei­zi­ger Trai­ner auf der Bank am Holz­hof Platz. Fo­to: Rub­ner

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