„Park­stra­ße ist zu laut für Woh­nun­gen“

Gestal­tungs­bei­rat be­schäf­tigt sich mit drei schwie­ri­gen Grund­stü­cken und ei­ner Bahn­hal­le

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Edith Kopf

Die Stadt hat viel zu bie­ten an schwie­ri­gen Grund­stü­cken. Es ist Auf­ga­be von Ar­chi­tek­tur, die­se zu ve­re­deln. Ge­tra­gen von die­sem Ge­dan­ken ließ der Gestal­tungs­bei­rat ges­tern nicht zu, dass es bei drei schlich­ten, ma­xi­mal ge­nutz­ten Wohn­rie­geln bleibt an Stel­le der ak­tu­el­len In­dus­trie­be­bau­ung zwi­schen Par­kund Lin­den­stra­ße. Mit Lob für ein drei­glied­ri­ges En­sem­ble in der Carl-Hölz­leStra­ße ver­ließ da­ge­gen die Bau­ge­sell­schaft Ar­lin­ger die Be­ra­tung. Au­ßer­dem stand ei­ne Werk­statt­hal­le an der Un­te­ren Wil­fer­din­ger Stra­ße für die Abel­lio Rail-Ba­den-Würt­tem­berg zur De­bat­te. Das Un­ter­neh­men wird ab 2019 den Re­gio­nal­ver­kehr auf der Bahn­li­nie Stutt­gart-Pforz­heim über­neh­men.

Wohn­raum ja – auch sol­cher, der sich für die Bau­her­ren wirt­schaft­lich rech­net – aber nicht zu Las­ten der Ost­stadt und der künf­ti­gen Mie­ter. Mit die­sem Auf­trag und zahl­rei­chen Vor­schlä­gen ist die Va­rio-Ver­mö­gens­ver­wal­tung aus Ras­tatt auf­ge­for­dert, Neu­es vor­zu­le­gen. Das Un­ter­neh­men möch­te an Stel­le des heu­ti­gen Ge­wer­be­ge­bäu­des zwi­schen Park­stra­ße und Lin­den­stra­ße um die 60 Woh­nun­gen ver­wirk­li­chen. Die drei da­für vor­ge­schla­ge­nen Ost-West-Rie­gel wür­den ganz un­ten bei der Kreu­zung zur Öst­li­chen be­gin­nen.

„Zu laut“in den un­te­ren Ge­schos­sen und des­halb nicht zu­mut­bar, be­fand der Gestal­tungs­bei­rat. Das Gre­mi­um be­ton­te mehr­fach, dass es sich bei die­ser schwie­ri­gen Hang­la­ge mit be­acht­li­chem Süd­blick um ein be­deu­ten­des Stück Stadt han­delt, wo es nicht ein­fach um Häu­ser ge­hen kann. Der Bau­herr sol­le nicht nur ar­chi­tek­to­nisch deut­lich mehr bie­ten. Er nimmt auch mit, dass sei­ne Häu­ser hö­her wer­den dür­fen, wenn sie über­zeu­gen, und dass ein Nut­zungs­mix mög­li­cher­wei­se wei­ter führt als rei­ne Wohn­be­bau­ung.

Bei­spiel­haf­tes da­für hät­ten die Ver­tre­ter von Va­rio we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter von Pe­ter W. Schmidt prä­sen­tiert be­kom­men. Das Bü­ro plant für die Ar­lin­ger Bau­ge­nos­sen­schaft ein Hoch­haus in Holz­bau­wei­se so­wie zwei Rie­gel auf der heu­ti­gen Park­flä­che Carl-Hölz­leStra­ße. Zur lau­ten Wild­ba­der Stra­ße hin soll es Platz für Kampf­sport­ler ge­ben, die seit Jah­ren auf Raum­su­che sind. In dem zwei­ten zur Carl-Hölz­le-Stra­ße ge­le­ge­nen Qu­er­bau ist ei­ne sechs­grup­pi­ge Ki­ta vor­ge­se­hen. Dar­über bie­ten bei­de Ge­bäu­de so­wie das Hoch­haus Platz für Woh­nun­gen. Der Gestal­tungs­bei­rat gibt da­zu vor, die grü­ne Bö­schung an der Wild­ba­der Stra­ße zu er­hal­ten so­wie die Zu­fahrt zur Park­flä­che in ei­nem „Pla­te­au­ge­schoss“zu über­den­ken. An­sons­ten Zu­stim­mung zu dem Vor­ha­ben, das auch vom Gemeinderat be­reits be­grüßt wur­de, wie Bau­bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler an­merk­te. Teil des Pro­jekts ist ei­ne Um­ge­stal­tung der Carl-Hölz­leStra­ße zum Ki­ta-Spiel­hof.

Über die Dur­la­cher Stra­ße zu­fah­ren muss, wer zu dem Werk­statt­ge­bäu­de möch­te, das die Abel­lio ab Mit­te 2018 an der Un­te­ren Wil­fer­din­ger Stra­ße bau­en will. Aus dem Gestal­tungs­bei­rat nahm die Bahn­ge­sell­schaft da­zu mit, dass sie sich mit „ei­nem Be­kennt­nis zu sicht­ba­rer Öko­lo­gie“deut­lich von der eta­blier­ten Kon­kur­renz ab­he­ben kön­ne. Der Vor­sit­zen­de Lud­wig Wapp­ner un­ter­strich da­mit den An­spruch, an Stel­le ei­ner ver­schmut­zungs­an­fäl­li­gen hel­len Fas­sa­de ei­ne na­tur­na­he, le­ben­di­ge Gestal­tung zu über­le­gen und so das Grün der Schre­ber­gär­ten dort auf­zu­neh­men. Wei­ter er­teil­te das Gre­mi­um ei­nem zwei­ten Bau für ei­ne Zug­wasch­an­la­ge ei­ne Ab­sa­ge. Zwei der­ar­ti­ge Län­gen – die Re­de ist von 120 Me­tern – „wür­den das ge­s­amt Bild be­ein­träch­ti­gen“.

Bei­spiel­haf­te Ar­chi­tek­tur in der Carl-Hölz­le-Stra­ße

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