Wenn Mut­ti mit Oma über Er­zie­hung strei­tet

Heil­päd­ago­gi­sches Zen­trum gibt Hil­fe­stel­lung

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ulla Donn-von Yrsch

Es liegt Är­ger in der Luft, wenn die lie­ben Klei­nen bei den Groß­el­tern all das dür­fen, was da­heim ver­bo­ten ist. Oft sind die Er­zie­hungs­kon­zep­te der Ge­ne­ra­tio­nen doch un­ter­schied­lich.

Über 800 Ein­la­dun­gen wa­ren von der Ca­ri­tas an Kin­der­gär­ten und El­tern in Pforz­heim und Enz­kreis ver­sandt wor­den, doch ge­kom­men wa­ren we­ni­ger als zehn In­ter­es­sier­te und die wa­ren fast al­le vom Fach: Vor al­lem Er­zie­he­rin­nen aus Ki­tas wa­ren am Mitt­woch­abend in den Schul­kin­der­gar­ten im Heil­päd­ago­gi­schen Zen­trum, Red­ten­ba­cher­stra­ße 54, ge­kom­men, um von Hel­grid Steg­mann aus Bad Dür­rheim zu hö­ren: „Ge­ne­ra­tio­nen­kon­flik­te – Wer er­zieht bes­ser?“Steg­mann stellt gleich zu Be­ginn klar: „Bes­ser“gibt es nicht, nur „an­ders“. Die Er­zie­he­rin und Psy­cho­the­ra­peu­tin ist selbst Mut­ter von drei, in­zwi­schen er­wach­se­nen Kin­dern“und kann aus ei­ge­ner Er­fah­rung spre­chen. Auch sie ha­be sich manch­mal ge­är­gert, wenn ih­re Mut­ter die En­kel ver­wöhn­te. „Heu­te, aus der Dis­tanz, se­he ich das eher lo­cke­rer“, schmun­zelt sie, denn sie ist zu der Er­kennt­nis ge­langt, dass Kin­der schnell er­ken­nen, wo sie was dür­fen. „Das ist kind­li­che In­tel­li­genz und das ist doch gut.“Ver­wöh­nen durch die Groß­el­tern scha­de al­so nicht. Na­tür­lich müs­se auf All­er­gi­en oder Krank­hei­ten der Kin­der Rück­sicht ge­nom­men wer­den, doch an­sons­ten gel­ten bei den Groß­el­tern und bei den El­tern je­weils ei­ge­ne Re­geln: Wer die Ver­ant­wor­tung hat, be­stimmt.

Wenn Groß­el­tern un­ter­stüt­zend tä­tig sind, dann sei das ei­ne Ent­las­tung für die El­tern, denn: „Dem Kind geht es gut, wenn es den El­tern gut geht.“Das klingt ganz ein­fach und klappt doch oft trotz­dem nicht. Wenn die Zu­nei­gung der Groß­el­tern zu den En­keln als Kon­kur­renz wahr­ge­nom­men wird, lie­gen die Ur­sa­chen oft tie­fer und es stellt sich die Fra­ge, wie ist das Ver­hält­nis zwi­schen Groß­el­tern und El­tern? Gibt es Ta­bu­the­men, über die nie ge­spro­chen wer­den darf? Hat die ei­ge­ne Ab­na­be­lung nicht statt­ge­fun­den?

Be­son­ders wenn der Sohn noch ei­ne sehr en­ge Bin­dung zur ei­ge­nen Mut­ter hat, wird die Ehe­frau Schwie­rig­kei­ten ha­ben, „al­les“rich­tig zu ma­chen. Das be­las­te die Be­zie­hung der Ehe­leu­te, aber auch die Be­zie­hung zwi­schen Groß­el­tern und En­keln. Des­we­gen rät Steg­mann bei Pro­ble­men mit Opa und Oma im Be­zug auf die En­kel, erst mal das ei­ge­ne Ver­hal­tens­mus­ter zu über­den­ken und an ver­dräng­ten Ge­füh­len oder Pro­ble­men der Kind­heit zu ar­bei­ten. Wenn es zwi­schen El­tern und Groß­el­tern „stimmt“, dann klappt es auch mit den En­keln.

„An ver­dräng­ten Ge­füh­len ar­bei­ten“

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