„Das Tech­ni­sche Rat­haus soll blei­ben“

Der neue Gestal­tungs­bei­rat er­klärt sei­ne Ide­en

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Die Ar­chi­tek­tur der 50er Jah­re durch Ent­müllen kla­rer her­aus­ar­bei­ten, die Fluss­ufer be­to­nen und die vor­han­de­nen In­seln ar­chi­tek­to­ni­scher High­lights ver­knüp­fen – das sind die Emp­feh­lun­gen, die von den Mit­glie­dern des neu­en Gestal­tungs­bei­rats bei der Ge­sprächs­run­de „Pforz­heim. Stadt in Sicht“ab­ge­ge­ben wur­den. Das De­zer­nat von Bau­bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler er­öff­ne­te da­mit ei­ne neue Rei­he „PF – what if … was wä­re wenn…“und lud am Don­ners­tag­abend Bür­ger zur Pre­mie­re ins EM­MA-Krea­tiv­zen­trum ein. Dort such­te die Run­de der nam­haf­ten Ar­chi­tek­ten des Gestal­tungs­bei­rats Ant­wor­ten auf die Fra­gen der Stadt­ent­wick­lung und der Bau­kul­tur.

Der ers­te Ein­druck der Land­schafts­ar­chi­tek­tin Uta Stock-Gru­ber von Pforz­heim war we­gen der To­po­gra­fie und der Fluss­land­schaft „sehr po­si­tiv“. Die vie­len Zwi­schen­räu­me der Stadt bö­ten ex­tre­mes Po­ten­zi­al zur Ent­wick­lung durch Ent­rüm­peln, um ei­ne kla­re Struk­tur zu schaf­fen, stell­te ihr Stutt­gar­ter Kol­le­ge Hen­ning Ehr­hardt fest. Chris­toph Fel­ger, der ge­ra­de in Ber­lin ar­bei­tet, sieht ne­ben der To­po­gra­fie die Bau­ten der 50er Jah­re als Hö­he­punk­te der Stadt. Lud­wig Wapp­ner lebt in Mün­chen und lehrt in Karls­ru­he. Er ist der­zeit Mit­glied in vier Gestal­tungs­bei­rä­ten. Pforz­heim bö­te viel Po­ten­zi­al. Nicht zu­rück­bau­en in die Grün­der­zeit, von der es hier schö­ne Bei­spie­le ge­be, son­dern den Müll der Über­la­ge­rung der Häu­ser weg­räu­men und der Stadt wie­der Plät­ze ge­ben. Nicht nur ei­nen Bus­bahn­hof am „Leo“. Auch Fel­ger will die Wer­te der 50er wie­der ak­ti­vie­ren: „Ef­fi­zi­enz und Wirt­schaft­lich­keit ist nicht al­les“, schluss­fol­gert Fel­ger.

Do­ro­thea Vogt­län­der als drit­te im Bun­de be­geis­tert sich am Al­fons-KernTurm, dem Schmuck­mu­se­um und der Stadt­kir­che. Ihr feh­len aber die Ver­knüp­fun­gen zwi­schen die­sen „schö­nen Or­ten“.

Lud­wig Wapp­ner ist kein Freund von Fuß­gän­ger­zo­nen, weil sie sich nur als brei­te Schnei­sen dar­stell­ten. „Und abends sind sie tot.“

Zu­sam­men mit Stock-Gru­ber sind sie für das Misch­prin­zip, so­wohl von Woh­nen, Ein­kau­fen und Ar­bei­ten, als auch von al­len Ver­kehrs­mit­teln. Be­zahl­ba­res Woh­nen in der In­nen­stadt sei aber ein Pro­blem der Bo­den­prei­se und höchs­tens durch Bau­ge­nos­sen­schaf­ten zu ver­wirk­li­chen.

Es gab an dem Abend ver­rückt klin­gen­de Ide­en zu hö­ren: Am Leo­pold­platz oder in der brei­ten Bahn­hof­stra­ße „was rein­bau­en“. „Die Stadt hat als le­ben­di­ger Or­ga­nis­mus et­was Flüch­ti­ges, des­halb sind tem­po­rä­re Bau­ten ein gu­ter Weg“, ist St­arck-Gru­ber über­zeugt und will neue Nut­zun­gen der Fluss­ufer „aus­tes­ten“. Blei­ben soll­te nach Mei­nung von Fel­ger auf je­den Fall das Tech­ni­sche Rat­haus.

Ge­sprächs­run­de: „Pforz­heim. Stadt in Sicht“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.