„Kö­ni­gin der Bee­ren“ge­ern­tet

Kin­der aus Sy­ri­en hel­fen beim Erd­beer­pflü­cken auf Nuß­bau­mer Pan­ora­mahof

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Neu­lin­gen-Nuß­baum (pd). Die Erd­bee­ren­te auf den Fel­dern des Pan­ora­maho­fes der Fa­mi­lie Fell­mann in Nuß­baum hat be­gon­nen. Die Fel­der muss­ten bei der Tro­cken­heit durch ei­ne Be­reg­nungs­an­la­ge und dort, wo es die­se nicht gibt, mit gro­ßem Was­ser­fass be­rie­selt wer­den. „Denn nur Son­ne reicht nicht zum Rei­fen, es ge­hört auch Was­ser da­zu“, weiß Be­sit­zer, Agrar-In­ge­nieur Jo­han­nes Fell­mann. Gro­ße Freu­de be­rei­te­te am Don­ners­tag­abend den Ge­schwis­tern Abir (9), Ro­aa (6), Ab­dul­lah (11) und Tou­ga (8) das Pflü­cken der „Kö­ni­gin der Bee­ren“. Sie stam­men aus der Nä­he der sy­ri­schen Haupt­stadt Da­mas­kus, von wo die Fa­mi­lie ge­flo­hen ist. Nach­dem sie ei­nen Mo­nat in der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Ell­wan­gen un­ter­ge­bracht war, kam die Fa­mi­lie vor ei­nem Jahr nach Bau­schlott, wo sich die Fa­mi­lie gut ein­ge­lebt hat. Vor al­lem die Kin­der, die die Grund­schu­le be­zie­hungs­wei­se den Kin­der­gar­ten be­su­chen, ha­ben sehr schnell die deut­sche Spra­che er­lernt. Abir er­zähl­te, dass es auch in Sy­ri­en Erd­beer­fel­der gibt, die aber nicht so groß sind und wo nur sams­tags ge­pflückt wer­den kön­ne. Am Frei­tag ist Ru­he­tag und sonn­tags wird in den Ge­schäf­ten ge­ar­bei­tet. Auch ih­re Fa­mi­lie hat­te im Gar­ten Erd­bee­ren. Ob­wohl zur Zeit bei den Mus­li­men der Ra­ma­dan ge­fei­ert und tags­über ge­fas­tet wird, dür­fen die Kin­der den­noch wäh­rend dem Pflü­cken gleich Erd­bee­ren na­schen, da man bis 16 vom Ra­ma­dan nicht be­trof­fen ist. Be­son­ders freu­en sie sich schon auf die le­cke­re Mar­me­la­de. Für Fell­mann, ha­ben Qua­li­tät und die Zuf­rie­den­heit der Kun­den obers­te Prio­ri­tät. Da­her er­probt er je­des Jahr neue Sor­ten. Je nach Kli­ma und Bo­den­ver­hält­nis­se sind die Pflan­zen un­ter­schied­lich wi­der­stands­fä­hig. Wäh­rend in Nuß­baum bei ei­ner Hö­hen­la­ge von rund 300 Me­tern frü­her eher ro­bus­te­re Sor­ten für küh­le­res Kli­ma ein­ge­setzt wer­den muss­ten, wer­den jetzt ver­mehrt Setz­lin­ge aus Ita­li­en und Frank­reich ge­nom­men, die mehr Hit­ze und Tro­cken­heit aus­hal­ten kön­nen.

Wäh­rend der Erd­beer­sai­son wer­den die Fel­der zum Treff­punkt der Ge­ne­ra­tio­nen. Da­mit beim Ab­neh­men der Früch­te kein Ge­drän­ge herrscht, wer­den die Pflü­cker in Be­rei­che ein­ge­teilt. Hin­weis­schil­der füh­ren zu den Fel­dern an der Kreis­stra­ße zwi­schen Göb­ri­chen und Nuß­baum, wo täg­lich, auch son­nund fei­er­tags von 8 bis 20 Uhr selbst ge­pflückt so­wie stets frisch ge­pflück­te Erd­bee­ren ge­kauft wer­den kön­nen.

ERST PFLÜ­CKEN, DANN NA­SCHEN: Kin­der aus Sy­ri­en hal­fen auf den Fel­dern des Pan­ora­maho­fes in Nuß­baum beim Erd­beer­pflü­cken. Fo­to: Dietrich

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