Karls­ru­he blickt auf Dur­lach

Heu­te ist der Tag von De­mons­tra­ti­on und Ge­gen­de­mons­tra­ti­on / „Die Rech­te“schei­tert mit Kla­ge

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Theo Westermann

Lan­ge hat man sich in Karls­ru­he dar­auf vor­be­rei­tet, am heu­ti­gen Sams­tag fin­den nun in Dur­lach der so­ge­nann­te „Tag der deut­schen Zu­kunft“– und meh­re­re Ge­gen­de­mons­tra­tio­nen und Ge­gen­ver­an­stal­tun­gen statt. Die größ­ten da­von sind die von der Stadt an­ge­mel­de­te Kund­ge­bung am Bahn­hof­vor­platz und die zeit­gleich und am glei­chen Ort vom DGB für das Netz­werk an­ge­mel­de­te Kund­ge­bung. Die BNN be­ant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit dem heu­ti­gen Ge­sche­hen.

Wie sieht der zeit­li­che Ablauf aus?

Die Kund­ge­bung „Karls­ru­he zeigt Flag­ge“der Stadt be­ginnt um 12.30 Uhr am Bahn­hofs­vor­platz Dur­lach, zeit­gleich mit der vom DGB an­ge­mel­de­ten Ver­samm­lung. Letz­te­re Kund­ge­bung wie­der­um setzt sich je nach dem Ver­lauf der rechts­ex­tre­men De­mo dann in Be­we­gung Rich­tung Schloss­platz über die Pfinz­tal­stra­ße. Sie en­det mit ei­ner Ab­schluss­kund­ge­bung auf dem Schloss­platz. Die Uhr­zeit ist nicht klar, ver­mut­lich ge­gen 16 Uhr. Hin­zu kom­men zahl­rei­che Mahn­wa­chen ver­schie­de­ner Grup­pen und wei­te­re Ak­tio­nen. Die rechts­ex­tre­me Kund­ge­bung be­ginnt um 13 Uhr am Bahn­hofs­vor­platz und zieht über die ab­ge­sperr­te Pfinz­stra­ße zum Hengst­platz und wie­der zu­rück, En­de ver­mut­lich ge­gen 18 Uhr.

Kann man un­be­sorgt und si­cher zur städ­ti­schen Kund­ge­bung zeigt Flag­ge“ge­hen? „Karls­ru­he

Da muss man An­lei­hen beim Po­li­zei­prä­si­den­ten neh­men. Gün­ther Freis­le­ben sag­te jüngst, der si­chers­te Platz am heu­ti­gen Sams­tag in Dur­lach ist „hin­ter dem OB“. Er mein­te dies na­tür­lich sinn­bild­lich, wie er sag­te. Die Men­schen könn­ten sich un­be­sorgt bei der von der Stadt or­ga­ni­sier­ten Kund­ge­bung ver­sam­meln. Freis­le­ben füg­te noch hin­zu: „Ich se­he kei­nen un­si­che­ren Platz“. Kurs der Po­li­zei sei es, „fried­li­che von un­fried­li­chen De­mons­tran­ten“zu tren­nen.

Ab wann greift die Po­li­zei ein?

Na­tür­lich bei jeg­li­cher Form von Ge­walt. Freis­le­ben mach­te auch deut­lich, dass es ei­ne nied­ri­ge Ein­satz­schwel­le gibt. Da­bei gab er ei­ne kla­re An­sa­ge an die Rechts­ex­tre­mis­ten. Das Zei­gen ver­fas­sungs­feind­li­cher Sym­bo­le ver­an­las­se die Po­li­zei so­fort zum Ein­grei­fen. Man dul­de et­wa nicht, wenn „Ha­ken­kreu­ze“durch die Stra­ße ge­tra­gen wer­den.

Kann man Dur­lach noch mit dem Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr er­rei­chen?

Die Stra­ßen­bahn be­dient heu­te Dur­lach nur noch sehr ein­ge­schränkt. Ein­ge­stellt ist die Li­nie 1, ver­mut­lich bis ge­gen 18.45 Uhr. Be­trof­fen ist aber auch die Li­nie 2 so­wie die Li­ni­en S4 und S5, auch die Bus­li­ni­en. Es ist ein Schie­nen­er­satz­ver­kehr ein­ge­rich­tet, er führt prak­tisch um die Alt­stadt her­um. In­for­ma­tio­nen gibt es un­ter www.kvv.de.

Kurz vor dem De­mons­tra­ti­ons­sams­tag hat die städ­ti­sche Ver­samm­lungs­be­hör­de den Auf­tritt meh­re­rer Red­ner bei der De­mons­tra­ti­on der Par­tei „Die Rech­te“un­ter­sagt, dies mit dem Ver­weis, es lä­gen po­li­zei­li­che Er­kennt­nis­se vor. Die Par­tei hat da­ge­gen ge­klagt, war ihr nun Er­folg be­schie­den?

Nein, das Ver­wal­tungs­ge­richt hat ges­tern den Eil­an­trag des Bun­des­vor­sit­zen­den Chris­ti­an Worch zu­rück­ge­wie­sen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt er­klär­te sei­nen Eil­an­trag für un­zu­läs­sig, weil er nicht Adres­sat des städ­ti­schen Be­scheids ge­we­sen ist. Dies ist näm­lich der Lan­des­vor­sit­zen­den von „Die Rech­te“, je­ner hat­te die De­mo an­ge­mel­det. Das Ge­richt ver­weist auch dar­auf, dass Worch – ei­ner der füh­ren­den Köp­fe der deut­schen Neo­na­zi­sze­ne – als Red­ner nicht aus­ge­schlos­sen wur­de.

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