Die Er­de ächzt

Kli­ma­wan­del sicht­bar

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Wie stark der Rück­zug der USA aus dem Kli­ma­schutz­ab­kom­men den Kampf ge­gen die fort­schrei­ten­de Er­der­wär­mung bremst, ist noch un­klar. Klar ist hin­ge­gen, dass der glo­ba­le Kli­ma­wan­del schon be­reits Aus­wir­kun­gen hat.

Wet­ter

Geht die Er­wär­mung der Er­de un­ge­bremst wei­ter, wer­den ex­tre­me Un­wet­ter häu­fi­ger auf­tre­ten, war­nen Kli­ma­for­scher. So­ge­nann­te Jahr­hun­dert­hoch­was­ser gab es in Deutsch­land in jüngs­ter Zeit in im­mer kür­ze­ren Ab­stän­den. Zum ei­nen wer­den die feuch­ten Re­gio­nen der Er­de im­mer noch feuch­ter, zum an­de­ren dro­hen den tro­cke­nen Ge­bie­ten Dür­re­pe­ri­oden.

Tem­pe­ra­tu­ren

Auf Kli­ma­ver­än­de­run­gen re­agie­ren Tie­re, Pflan­zen und Men­schen emp­find­lich. Hit­ze­wel­len be­ein­träch­ti­gen Leis­tungs­fä­hig­keit und Wohl­be­fin­den, be­son­ders Kin­der, Al­te und Kran­ke müs­sen ge­sund­heit­li­che Fol­gen fürch­ten. Mit der Zu­nah­me hei­ßer Ta­ge er­höht sich un­ter an­de­rem die Kon­zen­tra­ti­on von Ozon und Fe­in­staub in der Luft.

Pol­len

Men­schen, die ein Le­ben lang be­schwer­de­frei wa­ren, be­kom­men ver­mehrt All­er­gi­en. Aus Sicht von For­schern wach­sen zum Bei­spiel Am­bro­sia-Pflan­zen bei Wär­me bes­ser. Ih­re Pol­len lö­sen be­son­ders oft Heu­schnup­fen aus.

Mee­res­spie­gel

Die Er­der­wär­mung lässt Glet­scher und das Eis der Po­le schmel­zen. Steigt der Mee­res­spie­gel im­mer wei­ter an, sind die In­seln und Atol­le der Ma­le­di­ven zum Bei­spiel nach Schät­zun­gen in rund 100 Jah­ren über­flu­tet. Um­welt­schüt­zer fürch­ten un­ter an­de­rem aber auch für die Nord­see­küs­te dra­ma­ti­sche Fol­gen: Watt­flä­chen, Salz­wie­sen und In­seln könn­ten über­schwemmt wer­den.

Pol-Eis

Die Mee­reis­de­cken an den Po­len wa­ren im März so klein wie nie in ei­nem sol­chen Mo­nat seit Be­ginn der Mes­sun­gen 1981. Das teil­ten die US-Welt­raum­be­hör­de Na­sa und die Kli­ma­be­hör­de NSIDC mit. Das Ark­tis-Eis am Nord­pol ge­he seit Jah­ren zu­rück, am Süd­pol ge­be es hin­ge­gen kei­nen si­che­ren Trend. Die US-Kli­ma­be­hör­de NOAA geht da­von aus, dass das Ant­ark­tis-Eis we­ni­ger vom glo­ba­len als vom re­gio­na­len Kli­ma be­ein­flusst wird.

Koral­len

Das welt­größ­te Koral­len­riff, das Gre­at Bar­ri­er Reef, vor Aus­tra­li­en ist nach Ex­per­ten­mei­nung mas­siv vom Kli­ma­wan­del be­trof­fen. Gro­ße Tei­le der Stö­cke sei­en be­reits tot. Nor­ma­ler­wei­se le­ben Koral­len mit Al­gen in ei­ner Ge­mein­schaft. Bei er­höh­ten Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren sto­ßen Koral­len die gif­tig ge­wor­de­nen Al­gen je­doch ab. Se­bas­ti­an Fi­scher

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