„Jetzt reicht’s“

Groß­bri­tan­ni­en bie­tet Ter­ror die Stirn / May kün­digt dras­ti­sche­res Vor­ge­hen an

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Lon­don (dpa/BNN). Nach drei Ter­ror­an­schlä­gen in kur­zer Fol­ge will Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May den ra­di­ka­len Is­la­mis­mus aus der bri­ti­schen Ge­sell­schaft „aus­rot­ten“. Zu­gleich un­ter­stützt sie die „Shoot to Kill“-Tak­tik der Po­li­zei, al­so ge­ziel­te Schüs­se mit Tö­tungs­ab­sicht auf An­grei­fer. „Jetzt reicht’s“, sag­te May nach dem Lon­do­ner An­schlag mit meh­re­ren To­ten.

In zwei Ta­gen wäh­len die Bri­ten ein neu­es Par­la­ment. Der Kampf ge­gen den Ter­ror steht jetzt im Mit­tel­punkt des Wahl­kampfs. May stell­te ei­nen VierPunk­te-Plan vor. „Wir wer­den den Ter­ro­ris­ten nicht er­lau­ben, dass sie uns be­sie­gen. Wir wer­den sie be­sie­gen“, sag­te sie. Am Abend gab die Lon­do­ner Po­li­zei die Na­men von zwei At­ten­tä­tern be­kannt. Es han­de­le sich um den 27-jäh­ri­gen Khur­am Butt und den 30 Jah­re al­ten Ra­chid Re­doua­ne. Der in Pa­kis­tan ge­bo­re­ne Bri­te Butt sei Po­li­zei und dem Ge­heim­dienst MI5 be­kannt ge­we­sen, teil­ten die Be­hör­den mit.

„Das ist un­se­re Stadt, das sind un­se­re Wer­te, und das ist un­se­re Le­bens­art“, sag­te Lon­dons Bür­ger­meis­ter Sa­diq Khan bei ei­ner Mahn­wa­che für die Op­fer. Für heu­te ist ei­ne lan­des­wei­te Schwei­ge­mi­nu­te ge­plant. Ei­ne Aus­sa­ge Khans hat­te zu­vor für ei­nen Schlag­ab­tausch mit Do­nald Trump ge­sorgt.

Drei Män­ner hat­ten am spä­ten Sams­tag­abend im Zen­trum Lon­dons Men­schen mit ei­nem Lie­fer­wa­gen und Mes­sern at­ta­ckiert und da­bei min­des­tens sie­ben Pas­san­ten ge­tö­tet so­wie rund 50 wei­te­re teils schwer ver­letzt. Un­ter den Ver­letz­ten sol­len laut Re­gie­rungs­an­ga­ben auch zwei Deut­sche ge­we­sen sein. Die An­grei­fer wur­den von Po­li­zis­ten er­schos­sen. Die IS-Ter­ror­mi­liz re­kla­mier­te den An­schlag für sich. Der­weil setz­te ein Ge­denk­kon­zert in Man­ches­ter ein Zei­chen ge­gen Ge­walt. Dort hat­te im Mai ein Selbst­mord­at­ten­tä­ter nach ei­nem Auf­tritt der US-Sän­ge­rin Aria­na Gran­de 22 Men­schen ge­tö­tet.

Die Angst vor An­schlä­gen be­ein­fluss­te der­weil auch Ver­an­stal­tun­gen au­ßer­halb Groß­bri­tan­ni­ens. Das Mu­sik­fes­ti­val „Rock am Ring“muss­te we­gen ei­nes Ter­ror­alarms zwi­schen­zeit­lich un­ter­bro­chen wer­den. Der Ver­dacht er­här­te­te sich nicht. Bei ei­ner Mas­sen­pa­nik im ita­lie­ni­schen Tu­rin wäh­rend der Über­tra­gung des Cham­pi­ons-Le­ague-Fi­na­les wur­den mehr als 1 500 Men­schen ver­letzt. Kom­men­tar, Son­der­sei­te, Sport

DEM TER­ROR GE­TROTZT: Tau­sen­de Be­su­cher setz­ten jetzt auf dem Be­ne­fiz­kon­zert „One Lo­ve Man­ches­ter“ein Zei­chen ge­gen Hass und Ge­walt. Fo­to: dpa

STIL­LES GE­DEN­KEN: Ein Po­li­zist legt an ei­nem Fuß­gän­ger­über­weg am Bo­rough Mar­ket in Lon­don Blu­men für die Op­fer des Ter­ror­an­schlags am Sams­tag nie­der. Fo­to: AFP

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