Das Ban­gen und War­ten be­ginnt

Nicht nur knap­pe Be­wer­bungs­fris­ten brin­gen an­ge­hen­de Stu­den­ten ins Schwit­zen

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Alex­an­dra Ber­to­li­ni

Karls­ru­he/Pforz­heim. Wie sieht das Be­wer­bungs­ver­fah­ren aus? Wel­che Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen muss ich mit­brin­gen und was kommt al­les in die Be­wer­bungs­map­pe? Vor Stu­di­en­be­ginn tau­chen die un­ter­schied­lichs­ten Fra­gen auf. Das Pro­blem: Im deutsch­land­wei­ten Uni­ver­si­täts- und Hoch­schuld­schun­gel nicht den Über­blick zu ver­lie­ren, ist kei­ne leich­te Auf­ga­be. Und vie­len an­ge­hen­den Stu­den­ten bleibt nach dem Er­halt ih­res Abi-Zeug­nis­ses nicht viel Zeit, um sich um ei­nen Stu­di­en­platz zu be­wer­ben. Be­wer­bungs­schluss ist in der Re­gel am 15. Ju­li.

„Wir ver­su­chen, die an­ge­hen­den Stu­den­ten so gut wie mög­lich bei ei­nem rei­bungs­lo­sen Start ins Stu­di­um zu un­ter­stüt­zen“, er­klärt Oli­ver Bro­schart von der Karls­ru­her Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft. Ne­ben dem In­for­ma­ti­ons­abend „Dein Weg ins Stu­di­um!“, am 23. Ju­ni von 17 bis 22.30 Uhr und der klas­si­schen Stu­di­en­be­ra­tung gibt es auch ei­ne On­li­ne-Be­ra­tung, bei der Be­wer­ber Fra­gen in so­ge­nann­ten Ex­per­ten­chats stel­len kön­nen. Dass der­ar­ti­ge An­ge­bo­te im di­gi­ta­len Zeit­al­ter im­mer wich­ti­ger wer­den, ha­ben auch an­de­re Hoch­schu­len er­kannt. So hat das Karls­ru­her In­sti­tut für Tech­no­lo­gie (KIT) ein so­ge­nann­tes We­bi­nar ein­ge­führt, bei dem ver­schie­de­ne The­men vor­ge­stellt und Fra­gen on­li­ne be­spro­chen wer­den. Auch die Hoch­schu­le in Pforz­heim bie­tet seit die­sem Früh­jahr ei­ne On­li­ne-Be­ra­tung über den kos­ten­lo­sen Nach­rich­ten­dienst Sky­pe an.

Als wei­te­re Neu­heit ha­ben die Pforz­hei­mer das so­ge­nann­te Ka­ta­pult-Pro­gramm ein­ge­führt. Das kos­ten­lo­se, ein­se­mest­ri­ge Vor­stu­di­um soll bei der Ori­en­tie­rung hel­fen und auf das Ba­che­lor­stu­di­um vor­be­rei­ten. So kön­nen Stu­die­ren­de wäh­rend die­ses Se­mes­ters in die Fä­cher der Hoch­schu­le hin­ein­schnup­pern, Sprach­kur­se be­le­gen oder sich mit Prä­sen­ta­ti­ons-, Lern- und Ar­beits­tech­ni­ken be­schäf­ti­gen. Wie für je­den an­de­ren Stu­di­en­gang auch, ist da­für aber zu­nächst ei­ne Be­wer­bung er­for­der­lich. „In die­sem Jahr ist es so, dass der Über­ga­be­ter­min des Abitur­zeug­nis­ses sehr nah am Be­wer­bungs­schluss der Hoch­schu­len liegt“, er­klärt Micha­el Kurth von der KIT. Dar­um sei es für die Stu­di­ums­an­wär­ter wich­tig, sich be­reits im Vor­feld mit den Be­wer­bun­gen zu be­schäf­ti­gen. „Un­se­re IT-Sys­te­me wur­den ver­bes­sert, so­dass Be­wer­bun­gen be­reits im Vor­feld an­ge­legt und zwi­schen­ge­spei­chert wer­den kön­nen“, so Kurth. Das ma­che es für die Abitu­ri­en­ten ein­fa­cher, weil sie nicht die kom­plet­ten An­trä­ge in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge an­fer­ti­gen müss­ten. Denn ob Sprach­nach­wei­se, Mo­ti­va­ti­ons­schrei­ben oder Stu­dier­fä­hig­keits­tests – was in die Be­wer­bungs­map­pe ge­hört, va­ri­iert von Hoch­schu­le zu Hoch­schu­le und ist nicht in­ner­halb we­ni­ger Mi­nu­ten zu­sam­men­ge­stellt. „Pau­schal lässt sich nicht sa­gen, was in ei­ne Be­wer­bung rein muss, weil für je­den Stu­di­en­gang in­di­vi­du­el­le Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen gel­ten“, be­stä­tigt Ca­ro­lin Zell von der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Karls­ru­he.

Trotz der gro­ßen Aus­wahl an Stu­di­en­gän­gen sei­en an der Hoch­schu­le Karls­ru­he nach wie vor be­son­ders die Fä­cher In­ter­na­tio­nal Ma­nage­ment, Wirt­schafts­in­ge­nieur­we­sen so­wie Kom­mu­ni­ka­ti­on und Me­di­en­ma­nage­ment ge­fragt. Im­mer häu­fi­ger gin­gen je­doch auch Be­wer­bun­gen für die Stu­di­en­gän­ge der In­for­ma­tik ein. „Das ist si­cher­lich so, weil IT mitt­ler­wei­le un­ser Le­ben do­mi­niert und die Be­rufs­chan­cen sehr gut sind“, so Bro­schart. Ei­nen Be­wer­ber­man­gel ge­be es da­ge­gen in den Stu­di­en­gän­gen der Elek­tro­tech­nik. „Das ist scha­de, denn Ex­per­ten der Sen­so­rik sind mo­men­tan sehr ge­fragt“, meint er. Auch die Stu­di­en­gän­ge „Geo­dä­sie und Na­vi­ga­ti­on“so­wie „Geo­in­for­ma­ti­ons­ma­nage­ment“hät­ten trotz gu­ter Zu­kunfts­chan­cen zu we­ni­ge Be­wer­ber. „Fä­cher wie Che­mie oder Phy­sik auf Lehr­amt wer­den sel­te­ner nach­ge­fragt als an­de­re, ob­wohl in den Schu­len ge­ra­de da­für Lehr­kräf­te ge­sucht wer­den“, be­stä­tigt Ca­ro­lin Zell die Pro­ble­ma­tik.

„Wir stel­len im­mer wie­der fest, dass die ma­the­ma­ti­schen Vor­kennt­nis­se der Stu­di­en­an­fän­ger oft nicht aus­rei­chen, um ei­nen rei­bungs­lo­sen Start an un­se­rer Hoch­schu­le zu ga­ran­tie­ren“, nennt Bro­schart ein wei­te­res Pro­blem. Dar­um ha­be die Hoch­schu­le wie auch das KIT Zu­satz­an­ge­bo­te wie Ma­the-Auf­bau­kur­se ein­ge­führt. Da­durch sol­len die Vor­kennt­nis­se der Stu­di­en­be­wer­ber so ver­bes­sert wer­den, dass sie gut an den Uni­ver­si­täts­stoff an­knüp­fen und das Stu­di­um er­folg­reich be­wäl­ti­gen kön­nen.

Was ge­hört in die Be­wer­bungs­map­pe?

IN DIE UNI geht es ab Herbst für vie­le Abitu­ri­en­ten. Fo­to: dpa

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