Auf der Hö­he ih­rer um­ju­bel­ten Kunst

Un­ge­plan­ter So­lo­abend: Die So­pra­nis­tin Dia­na Damrau be­geis­tert – auch oh­ne ih­ren Ehe­mann Ni­ko­las Tes­té

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Aus den „fa­mi­liä­ren“Du­et­ten wird bei den Pfingst­fest­spie­len nichts, ei­ne schwe­re Er­käl­tung ver­hin­dert, dass Dia­na Dam­raus Ehe­mann, der Bass­ba­ri­ton Ni­ko­las Tes­té mit der So­pra­nis­tin wie ge­plant im Fest­spiel­haus auf­tre­ten kann. So wird aus dem Duo-Abend ein So­lo-Tri­umph der Ko­lo­ra­turso­pra­nis­tin, die hier häu­fig mit Mo­zart und Strauss-Par­ti­en be­geis­ter­te. Das er­wei­ter­te or­ches­tra­le Pro­gramm von Ver­dis „La for­za del de­sti­no“-Ou­ver­tü­re über das „In­ter­mez­zo“aus Puc­ci­nis „Ma­non Le­scaut“bis zur „Me­di­ta­ti­on“aus Mas­se­nets „Thais“mit ei­nem ge­schmack­vol­len So­lo des Kon­zert­meis­ters Jan Fi­ser wird von der PKF – Pra­gue Phil­har­mo­nia ef­fekt­voll aus­ge­brei­tet. Im Fo­kus aber steht die aus­strah­lungs­star­ke Dia­na Damrau, de­ren Tem­pe­ra­ment nie auf­ge­setzt wirkt: ei­ne Di­va, de­ren Charme das Pu­bli­kum so­fort er­obert.

In den ver­gan­ge­ne Jah­ren hat ih­re Stim­me an Far­ben der Mit­tel­la­ge ge­won­nen, oh­ne dass die Bril­lanz der Ko­lo­ra­tu­ren ge­lit­ten hät­te, ei­ne Su­san­na aus „Fi­ga­ros Hoch­zeit“ist sie heu­te we­ni­ger den die Grä­fin, die sie im ver­gan­ge­ne Jahr in ihr Re­per­toire auf­ge­nom­men hat. Die Leich­tig­keit für die jun­ge Ma­non aus Mas­se­nets gleich­na­mi­ger Oper hat sie in­des im­mer noch, zu­gleich ge­lingt es ihr, ei­nen Blick hin­ter die leicht­le­bi­ge Fas­sa­de der Fi­gur zu wer­fen. Aber auch die leuch­ten­de Em­pha­se für die Arie „Mer­cè, di­let­te ami­che“aus Ver­dis „I ves­pri si­ci­lia­ni“steht ihr zur Ver­fü­gung.

Mu­si­ka­lisch kon­zen­triert sie sich auf Gi­a­co­mo Mey­er­beer, dem sie ih­re jüngs­te, äu­ßerst ge­lun­ge­ne Por­trät-CD bei Era­to (0190295848996) ge­wid­met hat. Auf ihr wird sie eben­so wie im sehr gut be­such­ten Fest­spiel­haus auf­merk­sam von dem Di­ri­gen­ten Em­ma­nu­el Vil­lau­me be­glei­tet. Wie auf der Ein­spie­lung zeigt sie die vie­len Fa­cet­ten des Groß­meis­ters der fran­zö­si­schen Gran­de Ope­ra, in dem sie aus sei­ner ita­lie­ni­schen Oper „Em­ma di Res­bur­go“die mit kräf­ti­gen Far­ben ver­se­he Arie „Sul­la ru­pe tris­te, so­la“der leicht sen­ti­men­ta­len „Le­be wohl, ge­lieb­te Schwes­ter“aus dem „Feld­la­ger in Schle­si­en“ge­gen­über­stellt. Die Kunst der leuch­ten­den, da­bei sub­stanz­rei­chen Ko­lo­ra­tu­ren, der eben­so ge­schmei­di­gen wie strah­len­den Ver­zie­run­gen kann sie eben­so wie die Be­herr­schung von dy­na­mi­schen Nuan­cen ein­set­zen. Die fröh­lich auf­trump­fen­de Arie des Ur­bain „No­bels sei­gneurs, sa­lut“aus „Les Hu­gue­nots“, das ein­drucks­vol­le Lie­bes­be­kennt­nis „Ro­bert, toi que j’ai­me“aus „Ro­bert le Dia­ble“oder das herr­lich ver­schat­te­te „Om­bre lé­gè­re“aus „Di­n­orah“prä­sen­tiert Dia­na Damrau mit ih­rem Be­kennt­nis zu Mey­er­beer auf der Hö­he ih­rer um­ju­bel­ten Kunst. sws

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