Auf ein Neu­es 2018

Buf­fons Traum lebt fort

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Gi­an­lu­i­gi Buf­fon

Car­diff (sid/dpa). Dies­mal zwin­ker­te er ihm nicht zu, nicht ei­nen ein­zi­gen Blick hat­te Gi­an­lu­i­gi Buf­fon für den Hen­kel­pott üb­rig. Als die Tor­wart-Iko­ne von Ju­ven­tus Tu­rin mit der Sil­ber­me­dail­le um den Hals die gro­ße Büh­ne in Car­diff ver­ließ, war sein Traum von der Voll­en­dung sei­ner Kar­rie­re längst ge­platzt. Wie­der ein­mal fei­er­ten die Geg­ner den gro­ßen Tri­umph in der Cham­pi­ons Le­ague. Nur we­nig spä­ter ver­ließ Sa­mi Khe­di­ra be­reits das Mill­en­ni­um Sta­di­um, den Ort des Ge­sche­hens. Auch er: Wort­los, leer und tief ent­täuscht.

Die 1:4 (1:1)-Nie­der­la­ge ge­gen Re­al Ma­drid saß wie ein St­a­chel im Fleisch des Welt­meis­ters. Erst spä­ter kom­men­tier­te der Ex-Stutt­gar­ter Khe­di­ra die Fi­nal­nie­der­la­ge: „Die Nie­der­la­ge schmerzt, denn wir woll­ten das Triple er­obern. Jetzt müs­sen wir aus der Nie­der­la­ge ler­nen, wir wer­den in der nächs­ten Sai­son wie­der um die Cham­pi­ons­Le­ague-Tro­phäe kämp­fen.“Im­mer­hin be­sitzt Khe­di­ra be­reits ei­nen Cham­pi­ons-Le­ague-Ti­tel, 2014 tri­um­phier­te er mit Re­al. Um­so mehr hät­te er den Sieg Buf­fon (Fo­to: dpa) ge­gönnt.

Die gan­ze Mann­schaft spiel­te er­klär­ter­ma­ßen auch für ih­ren „Gi­gi“, der aus sei­ner Sehn­sucht nach dem letz­ten gro­ßen Er­folg kei­nen Hehl ge­macht hat­te. Das „un­heim­lich schö­ne Ge­schenk“(Khe­di­ra) blieb dann al­ler­dings aus. So wie be­reits 2003 im End­spiel ge­gen den AC Mai­land und 2015 im Fi­na­le ge­gen den FC Bar­ce­lo­na. Fünf eu­ro­päi­sche End­spie­le nach­ein­an­der hat Ju­ven­tus Tu­rin nun ver­lo­ren. „Wir sind ent­täuscht. Wir ha­ben in der ers­ten Halb­zeit her­vor­ra­gend ge­spielt, und wir dach­ten, wir hät­ten al­les für den Sieg ge­leis­tet“, sag­te Buf­fon.

Trotz der Plei­te, die auch Khe­di­ra ein­ge­lei­tet hat­te, in­dem er Cas­emi­ros Schuss (61.) zum 1:2 un­halt­bar für sei­nen Tor­wart ab­fälsch­te, blieb Buf­fon der gro­ße Sports­mann, zu dem er sich im Al­ter von 39 Jah­ren längst ent­wi­ckelt hat. Re­al ver­die­ne den Ti­tel, weil sie die Klas­se und Ein­stel­lung ge­zeigt ha­ben, „die man in solch ei­nem Spiel braucht“, sag­te Buf­fon.

Der Ol­die hofft auf ei­nen neu­en An­lauf 2018. „Ich ha­be noch ei­ne letz­te Chan­ce im nächs­ten Jahr, um den Ti­tel in der Kö­nigs­klas­se zu er­obern. Ich ha­be noch ei­nen Ein­jah­res­ver­trag, und wir wer­den ge­mein­sam in der nächs­ten Sai­son um die Tro­phäe kämp­fen“, be­ton­te er. Sein Trai­ner Mas­si­mi­lia­no Al­le­gri, der mög­li­cher­wei­se schon bald vor­zei­tig bis 2020 bei Juve ver­län­gern wird, sprach von ei­nem „Alp­traum“. Er sag­te aber auch: „Ich glau­be nicht, dass Ju­ven­tus sei­nen Ze­nit schon er­reicht hat.“

Bei der Rück­kehr aus Car­diff wur­de der ita­lie­ni­sche Re­kord­cham­pi­on von Hun­der­ten Fans trotz der nächs­ten End­spiel-Plei­te ju­belnd emp­fan­gen.

Me­di­al wur­de mit­ge­lit­ten. „Ein wei­te­rer Dolch­stoß ins Herz. Ei­ne wei­te­re Ker­be an der Mau­er der Nie­der­la­gen ei­nes eu­ro­päi­schen Ge­fäng­nis­ses, die zu sa­gen scheint: le­bens­läng­lich“, schrieb die „Gaz­zet­ta del­lo Sport“.

NOCH VOR DER HAUPTHAARRASUR traf Cris­tia­no Ro­nal­do im End­spiel zwei­mal für Re­al und zer­schmet­ter­te da­mit den Traum von Gi­an­lu­i­gi Buf­fon im Juve-Tor.

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