Ton­la­ge bei „Lö­wen“wird zu­neh­mend rau­er

1860-Funk­tio­nä­re und In­ves­tor Is­ma­ik im Clinch

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Mün­chen (dpa/sid). Beim TSV 1860 Mün­chen sind die Fron­ten ver­här­tet und die Ton­la­ge im Macht­kampf zwi­schen dem lang­jäh­ri­gen Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten und dem In­ves­tor wird zu­neh­mend rau­er. Die Ver­eins­füh­rung des Tra­di­ti­ons­clubs warf Ha­san Is­ma­ik am Pfingst­wo­chen­en­de so­gar vor­sätz­li­che Ir­re­füh­rung vor. „Wir neh­men be­frem­det zur Kennt­nis, dass un­ser Mit­ge­sell­schaf­ter öf­fent­lich den Ver­ein zum Sün­den­bock er­klärt“, hieß es in ei­ner Stel­lung­nah­me. Je­der be­schul­digt die Ge­gen­sei­te. Ein Mit­ein­an­der er­scheint un­denk­bar. Die Zu­kunft des deut­schen Meis­ters von 1966 bleibt ne­bu­lös. Fix ist nach dem Ab­stieg aus der 2. Li­ga und der von Is­ma­ik ver­wei­ger­ten Zehn-Mil­lio­nen­Eu­ro-Geld­sprit­ze für die 3. Li­ga aber das Aus für den Pro­fi­fuß­ball bei den „Lö­wen“. Der Baye­ri­sche Fuß­ball-Ver­band (BFV) hat dem TSV zwar die Tür zur Regionalliga ge­öff­net. Aber oh­ne ei­nen hand­lungs­fä­hi­gen Ge­schäfts­füh­rer fehlt dem Ver­band der An­sprech­part­ner, der den An­trag für die Auf­nah­me stel­len könn­te. Im­mer­hin sieht BFV-Prä­si­dent Rai­ner Koch „kei­ne un­über­wind­ba­ren Hür­den“für ei­ne Auf­nah­me der „Lö­wen“als 19. Viert­li­ga­ver­ein.

Nach dem Rück­tritt von Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te be­geh­ren die ver­blie­be­nen Prä­si­di­ums­kol­le­gen ge­gen Is­ma­ik auf. Die de­vo­te Hal­tung un­ter Cas­sa­let­te, als al­le Vor­ga­ben und Ent­schei­dun­gen von Is­ma­ik „bis fast zur Selbst­ver­leug­nung“mit­ge­tra­gen wor­den sei­en, wie es Vi­ze­prä­si­dent Heinz Schmidt aus­drück­te, sol­len Ge­schich­te sein. Der Ver­ein ver­such­te am Wo­che­n­en­de, Hand­lungs­fä­hig­keit zu be­wei­sen. Der bis­he­ri­ge stell­ver­tre­ten­de Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zen­de Ro­bert Rei­sin­ger fun­giert als Über­gangs­prä­si­dent. Am 2. Ju­li fin­det die nächs­te Mit­glie­der­ver­samm­lung statt – ein ganz ent­schei­den­der Tag.

Is­ma­ik denkt an­geb­lich nicht an ein En­de sei­nes En­ga­ge­ments an der Grün­wal­der Stra­ße, das ihn bis­lang ei­nen ho­hen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag kos­te­te. Der Jor­da­ni­er will viel­mehr die recht­lich durch­aus frag­wür­di­ge 50+1-Re­gel im deut­schen Fuß­ball an­fech­ten, die sein Durch­re­gie­ren bei 1860 Mün­chen ver­hin­dert. Die Re­gel schreibt vor, dass die Mehr­heit an ent­schei­dungs­re­le­van­ten An­tei­len ei­ner Fuß­ball­ab­tei­lung stets in Ver­eins­be­sitz sein muss. Vor­erst ist es nur ei­ne Droh­ku­lis­se, die Is­ma­ik auf­baut. BFV-Chef Koch kon­ter­te den­noch: „Ganz klar: Beim Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­band gilt in al­len Li­gen die 50+1-Re­gel.“Oh­ne 50+1 kei­ne Re­gio­nal­li­ga­li­zenz lau­tet die An­sa­ge von DFB-Vi­ze­prä­si­dent Koch.

Ein mög­li­cher Aus­zug aus der un­ge­lieb­ten Al­li­anz Are­na wird kein Selbst­läu­fer. „Die Ver­trä­ge gel­ten bis run­ter zur C-Klas­se“, sag­te 1860-Vi­ze­prä­si­dent Hans Sitz­ber­ger ges­tern. Der FC Bay­ern Mün­chen ist Ei­gen­tü­mer des Sta­di­ons, die Lö­wen spie­len dort als Mie­ter. Die Sech­zi­ger stre­ben die Rück­kehr ins Grün­wal­der Sta­di­on an.

Ver­trä­ge für Al­li­anz Are­na „gel­ten bis zur C-Klas­se“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.