Gr­in­del „be­sorgt“

DFB-Prä­si­dent für po­li­ti­sche Lö­sun­gen we­gen Ka­tar

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Köln (sid). Den Vor­wurf der Ter­rorun­ter­stüt­zung ge­gen den künf­ti­gen WMGast­ge­ber Ka­tar hat Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del vom Deut­schen Fuß­bal­lBund (DFB) „be­sorgt“zur Kennt­nis ge­nom­men. „Es sind noch fünf Jah­re bis zum An­pfiff der WM. In die­ser Zeit müs­sen po­li­ti­sche Lö­sun­gen vor Boy­kot­tAn­dro­hun­gen den Vor­rang ha­ben“, sag­te Gr­in­del in ei­nem auf der Ver­bands­sei­te dfb.de ver­öf­fent­lich­ten In­ter­view: „Aber ei­nes steht un­ab­hän­gig da­von fest: Grund­sätz­lich soll­te sich die Fuß­ball­ge­mein­schaft welt­weit dar­auf ver­stän­di­gen, dass gro­ße Tur­nie­re nicht in Län­dern ge­spielt wer­den kön­nen, die ak­tiv den Ter­ror un­ter­stüt­zen.“

Das Kö­nig­reich Sau­di-Ara­bi­en so­wie Ägyp­ten, Bah­rain und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te ha­ben am Wo­che­n­en­de in ei­ner kon­zer­tier­ten Ak­ti­on die di­plo­ma­ti­schen Be­zie­hun­gen und die Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen zu Ka­tar, Aus­rich­ter der Fuß­ball-WM 2022, ge­stoppt. Die vier Län­der wer­fen dem Emi­rat vor, den is­la­mis­ti­schen Ter­ror zu un­ter­stüt­zen. Das di­plo­ma­ti­sche Per­so­nal soll aus Ka­tar ab­ge­zo­gen wer­den.

Nach An­sicht der Vor­sit­zen­den des Bun­des­tag-Sport­aus­schus­ses, Dag­mar Frei­tag, wer­de die Iso­la­ti­on Ka­tars sei­tens des Welt­ver­ban­des Fifa je­doch kaum Fol­gen ha­ben. Die 64-Jäh­ri­ge be­grün­de­te ih­re Mei­nung mit ei­nem po­li­ti­schen Ver­gleich. „Schließ­lich wur­de auch an Russ­land als Aus­rich­ter der nächs­ten WM nicht ge­rüt­telt, ob­wohl die völ­ker­rechts­wid­ri­ge Anne­xi­on der Krim durch Russ­land und der nach wie vor schwe­len­de Ukrai­ne-Kon­flikt eben­so An­lass zu ei­nem Um­den­ken hät­ten sein kön­nen“, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin.

Be­deckt hielt sich die Fifa. Auf An­fra­ge teil­te der Welt­ver­band mit, man ha­be Kon­takt zu den ver­ant­wort­li­chen Stel­len in Ka­tar. An­sons­ten ge­be es im Mo­ment zu die­ser An­ge­le­gen­heit „kei­nen Kom­men­tar“.

DFB-Prä­si­dent Gr­in­del kün­dig­te an: „Wir wer­den uns über die neue, kom­ple­xe po­li­ti­sche La­ge in der Re­gi­on und spe­zi­ell in Ka­tar zu­nächst mit der Bun­des­re­gie­rung aus­tau­schen. Zu­dem wol­le er sich „sehr eng in­ner­halb der Uefa“ab­stim­men.

Frei­tag: Iso­la­ti­on Ka­tars sei­tens der Fifa oh­ne Fol­gen

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