DTB-Tris­tesse am Bois de Bou­lo­gne

Witt­höft als letz­te Deut­sche aus­ge­schie­den

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Pa­ris (sid). Ca­ri­na Witt­höft hat­te sich ihr Ba­se­cap tief ins Ge­sicht ge­zo­gen und sprach mit fes­ter Stim­me. Die Ent­täu­schung war der 22-Jäh­ri­gen nach dem ver­pass­ten Ach­tel­fi­na­le von Pa­ris trotz­dem deut­lich an­zu­mer­ken. „Im ers­ten Satz ha­be ich ge­spürt, dass sie ge­wa­ckelt hat und ich nah dran war. Dann ha­be ich aber kom­plett den Fa­den ver­lo­ren. Den Grund da­für weiß ich noch nicht“, sag­te Witt­höft nach dem 5:7, 1:6 in der drit­ten Run­de der French Open ge­gen New-Yor­kFi­na­lis­tin Ka­ro­li- na Plis­ko­va aus Tschechien (Nr. 2).

Die Ham­bur­ge­rin ver­fehl­te nicht nur das ers­te Ma­jor-Ach­tel­fi­na­le ih­rer Kar­rie­re, son­dern schied im Sta­de Roland Gar­ros auch als letz­ter DTB-Pro­fi aus. Erst­mals seit 2008 an glei­cher Stel­le geht da­mit ein Grand-Slam-Tur­nier oh­ne deut­sche Be­tei­li­gung in die zwei­te Wo­che. Deut­sche Tris­tesse am Bois de Bou­lo­gne. Nächs­te Chan­ce: Das an­ste­hen­de Tur­nier im Ra­sen­mek­ka Wim­ble­don (ab 3. Ju­li). Die schwächs­te Bi­lanz auf gro­ßer Büh­ne seit neun Jah­ren hat­te be­reits nach der Auf­takt­run­de fest­ge­stan­den, als be­reits elf von 13 Deut­schen ge­schei­tert wa­ren – dar­un­ter die top­ge­setz­te zwei­ma­li­ge Ma­jor-Sie­ge­rin An­ge­li­que Ker­ber (Kiel) und Rom-Ge­win­ner Alex­an­der Zverev (Ham­burg/Nr. 9).

Witt­höft ver­ließ die Me­tro­po­le an der Sei­ne nicht kom­plett ge­knickt. „Ich ha­be viel­leicht zu vor­sich­tig ge­spielt und muss jetzt ver­su­chen, das Po­si­ti­ve mit­zu­neh­men“, mein­te die Welt­rang­lis­ten-73., die der 1,86 Me­ter gro­ßen Plis­ko­va zu Be­ginn auf Au­gen­hö­he be­geg­net und mit 4:2 in Füh­rung ge­gan­gen war. Da­bei hat­te der Spiel­tag für Witt­höft al­les an­de­re als viel­ver­spre­chend be­gon­nen. Die Fed-Cup-Spie­le­rin kam zehn Mi­nu­ten zu spät auf Court 3, „weil der Se­cu­ri­ty-Mann den Weg nicht wuss­te“, be­rich­te­te sie ver­är­gert. Wäh­rend Plis­ko­va schon un­ge­dul­dig auf ih­rem Stuhl war­te­te, irr­te Witt­höft zu­sam­men mit der Si­cher­heits­kraft quer über die An­la­ge: „Ganz au­ßen rum, ir­gend­wann wa­ren wir bei Court 8“, mein­te sie mit iro­ni­schem Lä­cheln. Witt­höft war al­ler­dings auf Platz 3 ge­fragt.

Nach­dem sie ihr Ser­vice zum 5:6 ab­ge­ge­ben hat­te und un­mit­tel­bar da­nach drei Break­bäl­le in Se­rie nicht nut­zen konn­te, ver­wan­del­te die Tsche­chin ih­ren ers­ten Satz­ball nach 46 Mi­nu­ten. Plis­ko­va zog im An­schluss schnell auf 4:0 da­von. „Die­ser zwei­te Durch­gang war mein bes­ter bis­lang in die­sem Tur­nier“, mein­te sie da­nach. Plis­ko­va wür­de Ker­ber an der Spit­ze des WTA-Ran­kings ver­drän­gen, wenn sie in Pa­ris tri­um­phiert. Auch ein Tur­nier­sieg von Si­mo­na Halep (Ru­mä­ni­en/Nr. 3) hät­te zur Fol­ge, dass die Kie­le­rin am 12. Ju­ni nicht mehr auf dem Ten­nis-Thron sitzt.

Witt­höft in­des wird nach der ers­ten Ent­täu­schung auch zu­frie­den mit dem Er­reich­ten sein. Bar­ba­ra Ritt­ner je­den­falls ist zu­ver­sicht­lich: „Ca­ri­na hat gro­ßes Po­ten­zi­al für die Top 20 und mehr“, sag­te die Fed-Cup-Te­am­che­fin.

„Gro­ßes Po­ten­zi­al für die Top 20 und mehr“

IN ROLAND GAR­ROS wirft seit dem Wo­che­n­en­de auch die Ham­bur­ge­rin Ca­ri­na Witt­höft kei­ne Schat­ten mehr. Fo­to: ima­go

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