Al­te Ha­sen und jun­ge Hüh­ner

Die deut­schen Vol­ley­bal­le­rin­nen lö­sen oh­ne grö­ße­re Schwie­rig­kei­ten das Ti­cket zur WM in Ja­pan

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Viana do Castelo (sid). Fe­lix Koslow­ski lä­chel­te glück­lich und er­leich­tert, er um­arm­te sei­ne Spie­le­rin­nen und wirk­te sicht­lich ge­löst. „Ein Rie­sen-Kom­pli­ment an mei­ne Mann­schaft, ich bin sehr, sehr stolz auf sie“, sag­te der Vol­ley­bal­lBun­des­trai­ner, nach­dem die Qua­li­fi­ka­ti­on für die WM 2018 per­fekt war: „Sie ha­ben uns al­le Eh­re ge­macht. Jetzt kön­nen wir uns echt auf Ja­pan freu­en!“

Mit fünf Sie­gen in fünf Spie­len hat­te die jun­ge Mann­schaft um die er­fah­re­ne Spiel­füh­re­rin Ma­ren Brin­ker das Sech­ser­tur­nier im por­tu­gie­si­schen Via­no do Castelo do­mi­niert und sich völ­lig ver­dient das Ti­cket für die End­run­de in Ja­pan ge­si­chert. Im letz­ten Spiel ge­gen Frank­reich hät­te sich das Team auch ei­ne 2:3-Nie­der­la­ge leis­ten kön­nen, doch mit ei­nem 3:1 (25:22, 25:21, 22:25, 25:17) be­sei­tig­te Deutsch­land die letz­ten Zwei­fel. Nur zwei Sät­ze gab das Team im Tur­nier­ver­lauf ab, da­her hob Koslow­ski vor al­lem die Ner­ven­stär­ke sei­ner Spie­le­rin­nen her­vor. „Ge­ra­de in der Crunch-Ti­me wa­ren wir da und ha­ben die­se zwei, drei Punk­te mehr ge­macht“, sag­te er: „Wir wa­ren na­tür­lich Fa­vo­rit in die­ser Grup­pe, aber es ist nicht so leicht, die­sen Ruck­sack zu tra­gen.“

Ne­ben der er­fah­re­nen Brin­ker, die den ent­schei­den­den An­griff zur 2:0-Satz­füh­rung ver­wan­del­te, sind auch Li­be­ra Len­ka Dürr oder De­ni­se Han­ke Stüt­zen in Koslow­skis Mann­schaft. Das Trio trai­niert auch in der Bun­des­li­ga bei Meis­ter SSC Schwe­rin un­ter dem 33-Jäh­ri­gen und wird bei der WM im nächs­ten Jahr zum Grund­ge­rüst des Teams zäh­len. Doch Koslow­ski schenkt auch vie­len jun­gen Spie­le­rin­nen das Ver­trau­en, sie sol­len Schritt für Schritt in die Mann­schaft hin­ein­wach­sen und mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Dies ge­lang beim Tur­nier in Por­tu­gal be­reits gut. Beim Ab­schluss ge­gen Frank­reich wech­sel­te der Coach in der Schluss­pha­se

Gro­zers Schwes­ter ge­gen Frank­reich her­aus­ra­gend

durch, und Do­ra Gro­zer, die 21 Jah­re al­te Schwes­ter des deut­schen Star­spie­lers Ge­org Gro­zer spiel­te her­aus­ra­gend und kam auf star­ke zehn Punk­te.

Koslow­ski lob­te da­her die „jun­gen Spie­le­rin­nen, die im drit­ten und vier­ten Satz ge­spielt ha­ben. Sie hal­ten das Trai­nings­ni­veau sehr hoch.“Noch eu­pho­ri­scher klang Loui­sa Lipp­mann, mit 22 Jah­ren selbst noch ei­ne der jün­ge­ren Spie­le­rin­nen und mit zwölf Punk­ten Top-Sco­re­rin ge­gen Frank­reich: „Was soll ich sa­gen? Ein­fach geil, wir fah­ren zur WM“, sag­te sie strah­lend: „Un­se­re jun­gen Hüh­ner ha­ben das im vier­ten Satz ganz toll ge­macht, wir freu­en uns auf Ja­pan.“

TOP-SCO­RE­RIN in der deut­schen Mann­schaft beim ab­schlie­ßen­den 3:1-Er­folg über Frank­reich war die erst 22 Jah­re al­te Loui­sa Lipp­mann. Fo­to: ima­go

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