Strom aus Klein­win­den

Pforzheimer Kurier - - WISSENSCHAFT -

Stutt­gart (BNN). Beim Stich­wort Ener­gie­wen­de denkt man meist an gro­ße Wind­parks im Nor­den Deutsch­lands oder vor der Mee­res­küs­te. Der Trans­port der so er­zeug­ten Ener­gie in den Sü­den der Re­pu­blik er­for­dert aber auf­wän­di­ge Hoch­span­nungs­lei­tun­gen, die in der Be­völ­ke­rung um­strit­ten sind. Die Uni­ver­si­tät Stutt­gart, die Hoch­schu­le für Tech­nik Stutt­gart (HFT) und die Hoch­schu­le Ess­lin­gen möch­ten lo­ka­le Klein­win­de, die es in je­der Stadt ent­lang der Häu­ser gibt, für die Ener­gie­ge­win­nung nut­zen.

Wer schon ein­mal ei­nen hei­ßen Som­mer­abend im Stutt­gar­ter Tal­kes­sel ver­bracht hat, kennt das Phä­no­men: Wenn die Son­ne un­ter­geht, strömt plötz­lich ein sanf­ter Wind über die Tal­kan­ten in die Stadt und bringt Küh­lung. Ähn­li­ches lässt sich auch an der Ab­bruch­kan­te von Haus­dä­chern be­ob­ach­ten. „Die­se Ther­mi­ken wol­len wir mit Hil­fe von Klein­wind­kraft­an­la­gen für die de­zen­tra­le Strom­ver­sor­gung in ur­ba­nen Räu­men nut­zen“, er­klä­ren die For­scher.

Die Ener­gie­aus­beu­te sol­cher Klein­wind­kraft­an­la­gen ist nicht un­er­heb­lich, doch dem wirt­schaft­li­chen Ein­satz ste­hen noch et­li­che Hür­den ent­ge­gen. Ein be­son­de­res Pro­blem sind da­bei die je nach Wind­stär­ke und Ver­brauch wech­seln­den Ener­gie­men­gen, die ei­ne Her­aus­for­de­rung für Netz­sta­bi­li­tät und Spei­cher­tech­no­lo­gi­en dar­stel­len.

DIE THER­MIK IN UR­BA­NEN RÄU­MEN wol­len For­scher für die de­zen­tra­le Strom­ver­sor­gung nut­zen. Lo­ka­le Win­de, die es in je­der Stadt ent­lang der Häu­ser gibt, könn­ten von Klein­wind­kraft­an­la­gen ge­nutzt wer­den. Auf Si­mu­la­tio­nen – hier ein 3-D-Mo­dell des Stutt­gar­ter Schloss­plat­zes – baut das Pro­jekt auf. Si­mu­la­ti­on: Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.