Schicht um Schicht

Pforzheimer Kurier - - WISSENSCHAFT -

Das La­ser-Strahl­schmel­zen (LBM) bie­tet vie­le Mög­lich­kei­ten. Bei die­sem ent­steht ein Bau­teil nicht aus ei­nem fes­ten Block, son­dern Schicht für Schicht durch ei­nen La­ser: Er schmilzt das Werk­stoff­pul­ver an den Stel­len, an de­nen spä­ter das Bau­teil ent­ste­hen soll. Nach dem Aus­här­ten trägt ei­ne Ma­schi­ne ei­ne neue Schicht Pul­ver auf, die der La­ser wie­der schmilzt, bis das neue Bau­teil fer­tig ist. „Der Vor­teil ist, dass sich so auch kom­ple­xe Struk­tu­ren fle­xi­bler, kos­ten­güns­tig und werk­zeug­los um­set­zen las­sen“, sagt Ro­bin Kopf vom wbk In­sti­tut für Pro­duk­ti­ons­tech­nik des KIT. „Zu­dem kön­nen wir auch ei­ni­ge Funk­tio­nen in­di­vi­du­ell an­pas­sen.“Vor al­lem die Au­to­mo­bil­in­dus­trie kann vom La­ser-Strahl­schmel­zen pro­fi­tie­ren: „Für die deut­sche Au­to­mo­bil­in­dus­trie ist die Er­fül­lung kun­den-in­di­vi­du­el­ler Wün­sche durch ein brei­tes An­ge­bot ein we­sent­li­ches Ele­ment des Er­folgs“, er­klärt Kopf. Des­halb un­ter­sucht er, wie die Au­to­mo­bil­in­dus­trie das Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren se­ri­en­taug­lich und wirt­schaft­lich ein­set­zen kann: „Mit LBM-Zahn­rä­dern oder LBM-Kol­ben könn­ten Mo­to­ren ei­ne hö­he­re Leis­tung er­brin­gen oder lei­ser wer­den.“Um die Po­ten­zia­le des Ver­fah­rens voll aus­zu­nut­zen, müs­sen die In­ge­nieu­re Bau­tei­le, An­la­gen und Pro­zes­se neu kon­zi­pie­ren und kon­stru­ie­ren. Hier setzt das wbk an: „Wir ent­wi­ckeln al­ter­na­ti­ve An­la­gen­und Nach­be­ar­bei­tungs­kon­zep­te so­wie Pro­zess­ket­ten für LBM in der Se­ri­en­fer­ti­gung“, sagt Kopf. „So kön­nen wir über­prü­fen, wie die Au­to­mo­bil­in­dus­trie von ad­di­ti­ven Ver­fah­ren pro­fi­tie­ren kann und wo es Sinn macht, die­se an­zu­wen­den.“Das wbk ar­bei­tet auf die­sem For­schungs­feld mit Daimler, BMW, TRUMPF, Au­to­desk, GKN und dem Fraun­ho­fer ILT zu­sam­men. BNN

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