„Auf ein­mal war al­les leer“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Sie wa­ren zum Zeit­punkt des An­schlags in Lon­don. Wie ha­ben Sie da­von er­fah­ren?

Rehm: Ehr­lich ge­sagt, ha­ben wir am Sams­tag selbst erst mal nichts da­von mit­be­kom­men. Da­bei liegt un­ser Ho­tel in Lon­don nur et­wa 100 Me­ter von der Lon­don Bridge ent­fernt. Auf­fäl­lig war im Nach­hin­ein, dass auf ein­mal vie­le Hub­schrau­ber kreis­ten, de­ren Ge­räu­sche wir ge­hört ha­ben. Wir wa­ren da­her zu­nächst über­rascht, als uns Freun­de kon­tak­tiert ha­ben, die sich Sor­gen um uns ge­macht ha­ben und wis­sen woll­ten, ob al­les in Ord­nung ist. Die De­tails über den An­schlag ha­ben wir selbst auch erst aus den Nach­rich­ten er­fah­ren.

Wie sind Sie mit der Nach­richt um­ge­gan­gen?

Rehm: Na­tür­lich war da zu­nächst ein kur­zer Schreck und auch ein be­klem­men­des Ge­fühl. Ei­nes will ich aber be­to­nen: Angst hat­ten wir nicht, als wir von dem An­schlag ge­hört ha­ben. Und Angst ha­ben wir auch jetzt nicht. Heu­te ist es in mei­nen Au­gen lei­der fast egal, wo man sich auf­hält. Ich den­ke mit sol­chen Nach­rich­ten muss man ganz ra­tio­nal um­ge­hen und darf sich nicht ein­schüch­tern las­sen. Und ich weiß in die­sem Zu­sam­men­hang, dass es sehr un­wahr­schein­lich ist, dass uns wirk­lich et­was zu­stößt.

Wie ha­ben Sie in den Ta­gen da­nach die Stim­mung in Lon­don er­lebt?

Rehm: Die Stim­mung war im­mer noch fast un­be­schwert. Nur di­rekt vor der Brü­cke war es be­drü­ckend still. Wo sich sonst Au­tos stau­en und viel Ver­kehr ist, war auf ein­mal al­les leer. Auf un­ser Pro­gramm hat­te der An­schlag aber ei­gent­lich kei­nen Ein­fluss. An den Se­hens­wür­dig­kei­ten und den Hots­pots in der Ci­ty war ganz nor­ma­les Trei­ben. Le­dig­lich an der er­höh­ten Po­li­zei­prä­senz und viel Si­cher­heits­per­so­nal konn­te man se­hen, dass et­was pas­siert sein muss. Die Po­li­zis­ten wa­ren noch am Sonn­tag mit Ma­schi­nen­pis­to­len be­waff­net, am Mon­tag hat­ten sie die schon wie­der ab­ge­legt. Mitt­ler­wei­le geht al­les wie­der sei­nen fast nor­ma­len Gang. aw/Fo­to: PK

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