Der En­ter­tai­ner hat sein Pu­bli­kum im Griff

„Mu­sic for the Soul“im Kul­tur­haus Os­ter­feld

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Ei­nen lau­ni­gen Abend er­leb­ten am Pfingst­sonn­tag die Be­su­cher des Kul­tur­hau­ses Os­ter­feld. Im Rah­men des Mu­sik­fes­ti­vals 2017, prä­sen­tier­ten die Mu­si­ker des Süd­west­deut­schen Kam­mer­or­ches­ters Pforz­heim, un­ter der Lei­tung von Mark Mast, zu­sam­men mit dem En­ter­tai­ner Mar­tin Sch­mitt am Kla­vier, über zwei­ein­halb St­un­den Pro­gramm. Un­ter dem Mot­to des Abends „Mu­sic for the Soul“, be­gan­nen die Kam­mer­mu­si­ker, zu die­sem Zeit­punkt noch oh­ne Mar­tin Sch­mitt, mit der „Se­re­na­de für Strei­cher op. 20“in E-Moll von Ed­ward El­gar, bei der das ly­ri­sche Emp­fin­den im Vor­der­grund steht.

Die Se­re­na­de be­schwor ei­ne ge­dämpf­te, ver­hal­te­ne Stim­mung. Wei­te Bö­gen be­stimm­ten das er­öff­nen­de „Al­le­gro pia­ce­vo­le“, fein­glied­rig war das fi­na­le „Al­le­gret­to“. Der Schwer­punkt lag auf dem „Lar­ghet­to“mit sei­nem seh­nen­den Vor­hal­ten. Auch beim fol­gen­den „Ad­a­gio for Strings op. 11“von Sa­mu­el Bar­ber wird die, im Blues ty­pi­sche Me­lan­cho­lie fort­ge­führt. Vor rund zehn Jah­ren wur­de die­ses Stück von den Ra­dio­hö­rern der BBC zum trau­rigs­ten Mu­sik­stück der Welt ge­wählt. Mit dem sehr ein­fühl­sam ge­spiel­ten „Moon Ri­ver“aus „Früh­stück bei Tif­fa­ny“von Hen­ry Man­chi­ni gin­gen die Mu­si­ker in ih­re Pau­se.

Das Kla­vier be­en­de­te sein Schat­ten­da­sein im Orches­ter­gra­ben und er­blick­te das Licht der Büh­ne, wel­che Mar­tin Sch­mitt so­dann be­trat. Von Be­ginn an war die Sym­pa­thie zwi­schen ihm und dem Pu­bli­kum spür­bar. Mit Blues und Boo­gie Woo­gie, spiel­te er sich di­rekt in die Her­zen der Zu­schau­er und zeig­te sei­ne Fin­ger­fer­tig­keit und Prä­zi­si­on am Kla­vier. Als rou­ti­nier­ter En­ter­tai­ner, wel­cher im letz­ten Jahr sein 30-jäh­ri­ges Büh­nen­ju­bi­lä­um fei­er­te, wuss­te er mit Charme und Witz das Pu­bli­kum ein­zu­bin­den. Mit ge­mein­sam oder ab­wech­selnd ge­sun­ge­nen Re­frains bei Lie­dern wie „Es geht net gut“oder „Keep Your Hands Off“, stell­te sich ein Wir-Ge­fühl ein. Zu­sam­men mit dem Orches­ter, prä­sen­tier­te

Kam­mer­mu­si­ker stel­len Me­lan­cho­lie her­aus

Sch­mitt nach der Pau­se Ei­gen­kom­po­si­tio­nen. Hier wur­den vie­le der oh­ne­hin be­reits stim­mi­gen, Ti­tel durch die Strei­cher noch­mals auf­ge­wer­tet. Sei­ne Ti­tel „Mid­life Cri­sis“, „Jam­mern“oder „Schau nach vorn“er­in­nern an die Mu­sik Rain­hard Fend­richs Das Lied „Le­bens­rück­lauf“, ori­en­tier­te sich the­ma­tisch am Film „Der selt­sa­me Fall des Ben­ja­min But­ton“und zeig­te ge­witzt ein Le­ben auf, in dem der Prot­ago­nist rück­wärts al­tert. So­zi­al­kri­ti­sche Tö­ne, konn­te man „Wie kam­ma des über­lem“ent­neh­men, wel­ches in schöns­tem Bay­risch ei­ne Hom­mage an die Zei­ten dar­stellt, als man noch Kas­set­ten mit dem Stift zu­rück­dreh­te, Wür­mer als Mut­pro­be aß und sich noch nicht über­all Kin­der­si­che­run­gen be­fan­den. Am En­de wei­ger­te sich das Pu­bli­kum mit dem Klat­schen auf­zu­hö­ren und ver­dien­te sich so ei­ne säch­si­sche Ver­si­on des Tom Jo­nes Klas­si­kers „Sex Bomb“. Ron Tee­ger

Fo­to: Tee­ger

EN­TER­TAI­NER MAR­TIN SCH­MITT stand im Mit­tel­punkt des Mu­sik­fes­ti­vals mit dem Süd­west­deut­schen Kam­mer­or­ches­ter Pforz­heim am Sonn­tag­abend im Kul­tur­haus Os­ter­feld.

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