Tür­kei sagt Ka­tar Un­ter­stüt­zung zu

Ankara will die mi­li­tä­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit mit dem Golf-Staat aus­bau­en

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Manama/Istanbul (dpa). In der di­plo­ma­ti­schen Kri­se um Ka­tar er­hö­hen die ara­bi­schen Golf­staa­ten den Druck auf das Emi­rat. Das Kö­nig­reich Bah­rain gab Ka­tar die al­lei­ni­ge Schuld an der Es­ka­la­ti­on des Kon­flikts. Die Tür­kei baut hin­ge­gen die mi­li­tä­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit mit dem Emi­rat aus. Das Par­la­ment in Ankara ra­ti­fi­zier­te zwei Ab­kom­men, wo­nach Ankara zu­sätz­li­che Trup­pen in Ka­tar sta­tio­nie­ren und Si­cher­heits­kräf­te des Emi­rats aus­bil­den wird, wie die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur Ana­do­lu mel­de­te. Die Ver­ein­ba­run­gen sä­hen auch ge­mein­sa­me Übun­gen der Streit­kräf­te bei­der Län­der vor. Sie wa­ren be­reits vor der neu­en Kri­se am Golf auf den Weg ge­bracht wor­den.

Dass das Par­la­ment in Ankara den Ver­trag nun we­ni­ge Ta­ge nach Aus­bruch des di­plo­ma­ti­schen Kon­flikts ra­ti­fi­zier­te, wur­de als Zei­chen der So­li­da­ri­tät mit Ka­tar ge­wer­tet. Sau­di-Ara­bi­en, Bah­rain, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te (VAE) und an­de­re ara­bi­sche Staa­ten hat­ten am Mon­tag al­le Be­zie­hun­gen zu Ka­tar ab­ge­bro­chen. Die na­tio­na­len Flug­ge­sell­schaf­ten stopp­ten den Luft­ver­kehr. Die Nach­bar­län­der schlos­sen zu­dem die Gren­zen. Die VAE setz­ten ges­tern sämt­li­che Flug­ver­bin­dun­gen mit Ka­tar aus, wie die na­tio­na­le Luft­fahrt­be­hör­de mit­teil­te. Bah­rains In­for­ma­ti­ons­mi­nis­te­ri­um warn­te Me­di­en da­vor, Ar­ti­kel zu ver­brei­ten, die Ka­tars Po­li­tik recht­fer­tig­ten oder un­ter­stütz­ten. Die VAE hat­ten be­reits am Vor­tag jeg­lich Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für Ka­tar un­ter ei­ne Stra­fe von bis zu 15 Jah­ren Ge­fäng­nis ge­stellt. Die Län­der wer­fen Ka­tar die Un­ter­stüt­zung von Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen wie dem Is­la­mi­schen Staat (IS) vor. Zu­dem sto­ßen sie sich an den Be­zie­hun­gen des Emi­rats zum Iran.

Vor al­lem das sun­ni­ti­sche Sau­di-Ara­bi­en sieht Te­he­ran als Erz­ri­va­len. Bah­rains Au­ßen­mi­nis­ter Cha­lid bin Ah­med Al Cha­li­fa sag­te der Zei­tung „Al-Sharq al-Aw­sat“, al­le Ver­mitt­lungs­be­mü­hun­gen sei­en bis­her an Ka­tar ge­schei­tert. Das Kö­nig­reich Bah­rain hat ei­ne schii­ti­sche Be­völ­ke­rungs­mehr­heit, wird aber von Sun­ni­ten re­giert. Beim ara­bi­schen Auf­stand 2011 kam es zu Pro­tes­ten vor al­lem von Schii­ten, die die Füh­rung mit sau­di­scher Hil­fe nie­der­schla­gen ließ. Die Tür­kei un­ter­hält be­reits ei­ne Mi­li­tär­ba­sis in Ka­tar. Der tür­ki­sche Prä­si­dent Er­do­gan ist ein en­ger Ver­bün­de­ter der Füh­rung Ka­tars, pflegt al­ler­dings auch gu­te Be­zie­hun­gen zu an­de­ren Golf­staa­ten. Ka­tars Emir Ta­mim bin Ha­mad Al Tha­ni hat­te zu den ers­ten Re­gie­rungs­chefs ge­hört, die Er­do­gan nach dem Putsch­ver­such in der Tür­kei im Ju­li 2016 an­rie­fen und ihm Un­ter­stüt­zung zu­si­cher­ten.

EN­GE FREUN­DE: der Emir von Ka­tar und der tür­ki­sche Prä­si­dent Er­do­gan. Fo­to: dpa

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