Un­ru­he in Wa­shing­ton

Pforzheimer Kurier - - ZEITGESCHEHEN -

Die Russ­land-Af­fä­re hängt wie „ei­ne Wol­ke“über der US-Prä­si­dent­schaft von Do­nald Trump, wie er es an­schei­nend selbst be­zeich­net. Doch wo­rum geht es ei­gent­lich? Ein Über­blick: • Cl­in­ton-E-Mails: Im Som­mer des ver­gan­ge­nen Jah­res tauch­ten öf­fent­lich Tau­sen­de E-Mails auf, die un­ter an­de­rem bri­san­te De­tails über das In­nen­le­ben der US-De­mo­kra­ten of­fen­bar­ten. Schnell kam der Ver­dacht auf: Die Com­pu­ter der Cl­in­ton-Par­tei wur­den im Auf­trag Russ­lands ge­hackt. USGe­heim­diens­te ka­men zu dem Schluss, dass Mos­kau tat­säch­lich da­hin­ter­ste­cke. Sie hal­ten es für mög­lich, dass der Kreml da­mit Do­nald Trump ins Wei­ße Haus ver­hel­fen woll­te. • Kon­tak­te nach Russ­land: Meh­re­re füh­ren­de Trump-Leu­te hat­ten noch vor der Amts­ein­füh­rung, teil­wei­se auch vor der Wahl, Kon­takt zu Russ­lands Bot­schaf­ter Ser­gej Kisljak: Schwie­ger­sohn Ja­red Kush­ner, Na­tio­na­ler Si­cher­heits­be­ra­ter Micha­el Flynn und Jus­tiz­mi­nis­ter Jeff Ses­si­ons. Flynn ist in­zwi­schen ent­las­sen, Ses­si­ons hält sich aus dem Russ­land-The­ma we­gen mög­li­cher Be­fan­gen­heit her­aus. Kush­ner ist wei­ter im Amt. • Die Un­ter­su­chung: Schon wäh­rend des US-Wahl­kamp­fes hat­te es mög­li­cher­wei­se Kon­tak­te von Trump-Leu­ten zu rus­si­schen Re­gie­rungs­stel­len ge­ge­ben. Für das FBI un­ter­sucht in­zwi­schen des­sen ehe­ma­li­ger Chef und Co­mey-Vor­gän­ger Ro­bert Mu­el­ler die An­ge­le­gen­heit. Der mitt­ler­wei­le ent­las­se­ne FBI-Chef Ja­mes Co­mey hat­te das eben­falls ge­tan. Prä­si­dent Trump for­der­te nach An­ga­ben von Co­mey Loya­li­tät von ihm, und, dass er die Er­mitt­lun­gen ge­gen Micha­el Flynn fal­len las­se. Als Co­mey sich dar­auf nicht ein­ge­las­sen ha­be, wur­de er kur­ze Zeit spä­ter ent­las­sen. Trump-Geg­ner se­hen dies als mög­li­che Ein­fluss­nah­me auf die Jus­tiz. Dies nähr­te den Ver­dacht, dass Trump ei­ge­ne oder po­li­ti­sche In­ter­es­sen in der Russ­land-Af­fä­re hat. Die An­hän­ger des Prä­si­den­ten spre­chen hin­ge­gen von ei­ner „He­xen­jagd“. Micha­el Don­hau­ser

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