Iran em­pört über Kon­do­lenz­bot­schaft

US-Prä­si­dent Trump ver­ur­teilt Dop­pel­an­schlag und spricht zugleich War­nung aus

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Te­he­ran. Der Iran hat sich em­pört über die Re­ak­ti­on von US-Prä­si­dent Do­nald Trump auf die töd­li­chen An­schlä­ge von Te­he­ran ge­zeigt. Au­ßen­mi­nis­ter Mo­ham­med Dscha­wad Sa­rif nann­te Trumps Er­klä­rung zu dem Dop­pel­an­schlag mit 17 To­ten so­wie die Ver­hän­gung neu­er US-Sank­tio­nen „wi­der­lich“. Laut der Re­gie­rung in Te­he­ran han­del­te es sich bei den At­ten­tä­tern um ira­ni­sche Mit­glie­der der ISD­schi­ha­dis­ten­mi­liz.

Trump hat­te die An­schlä­ge auf das ira­ni­sche Par­la­ment und das Mau­so­le­um von Aya­tol­lah Khomei­ni in Te­he­ran ver­ur­teilt, aber zugleich ei­ne War­nung an den Iran aus­ge­spro­chen. „Staa­ten, die den Ter­ro­ris­mus för­dern“, ris­kier­ten, „selbst Op­fer des Bö­sen zu wer­den, das sie för­dern“, er­klär­te er. Trump wirft dem Iran im­mer wie­der vor, den Ter­ro­ris­mus zu un­ter­stüt­zen. Zugleich stimm­te der US-Se­nat für neue Sank­tio­nen ge­gen den Iran we­gen „Un­ter­stüt­zung für den in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus“. Trump sieht den Iran als Haupt­quel­le der Kon­flik­te in der Re­gi­on, auch wenn Te­he­ran im Irak ei­ne wich­ti­ge Rol­le im Kampf ge­gen die IS-Mi­liz spielt. Bei ei­nem Be­such in Sau­di-Ara­bi­en Mit­te Mai drang Trump dar­auf, den Iran zu iso­lie­ren.

Nach Trumps Er­klä­rung zu den An­schlä­gen schrieb Sa­rif beim Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter, sei­ne Äu­ße­run­gen so­wie die neu­en Sank­tio­nen sei­en „wi­der­lich, (in ei­nem Mo­ment) da sich die Ira­ner dem Ter­ror von US-Hand­lan­gern ent­ge­gen­stel­len“. Die Re­vo­lu­ti­ons­gar­den hat­ten be­reits kurz nach dem An­schlag den USA und Sau­diA­ra­bi­en ei­ne Mit­schuld an den An­schlä­gen ge­ge­ben und Ver­gel­tung an­ge­kün­digt. Meh­re­re At­ten­tä­ter hat­ten zu­vor das Par­la­ment im Zen­trum von Te­he­ran ge­stürmt und sich st­un­den­lan­ge Feu­er­ge­fech­te mit der Po­li­zei ge­lie­fert. Ein An­grei­fer spreng­te sich in die Luft, die an­de­ren wur­den von der Po­li­zei er­schos­sen. Noch wäh­rend des An­griffs be­kann­te sich die IS-Mi­liz zu der Tat.

Prak­tisch zeit­gleich at­ta­ckier­ten zwei At­ten­tä­ter das Mau­so­le­um von Re­pu­blik­grün­der Khomei­ni, wo­bei sich ein An­grei­fer in die Luft spreng­te. Es war das ers­te Mal, dass die IS-Mi­liz ei­nen grö­ße­ren An­schlag im Iran be­ging. Laut ei­ner neu­en Er­klä­rung des Ge­heim­dienst­mi­nis­te­ri­ums wur­den die An­grif­fe von nur fünf At­ten­tä­tern be­gan­gen. Zu­vor war von sechs Män­nern die Re­de ge­we­sen. Dem­nach han­del­te es sich um Ira­ner, die sich in Ra­ka und Mos­sul der IS-Mi­liz an­ge­schlos­sen hat­ten, be­vor sie als Teil ei­nes grö­ße­ren Netz­werks in den Iran zu­rück­kehr­ten. Dem­nach wur­de der An­füh­rer des Netz­werks aber ge­tö­tet und die an­de­ren Mit­glie­der zur Flucht ins Aus­land ge­zwun­gen. Sté­pha­ne Bar­bier

Au­ßen­mi­nis­ter Sa­rif nennt die Er­klä­rung „wi­der­lich“

EI­NEN TAG NACH DEN AN­SCHLÄ­GEN be­schwich­tig­te der ira­ni­sche Ge­heim­dienst, Angst vor wei­te­rem Ter­ror im Land müs­se nie­mand ha­ben. Zu­vor hat­ten Ter­ro­ris­ten das Par­la­ment und das Mau­so­le­um des Re­pu­blik­grün­ders in Te­he­ran an­ge­grif­fen. Fo­to: AFP

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