„Wir le­gen schon den Fin­ger in die Wun­de“

Chef der Ge­mein­de­prü­fungs­an­stalt blickt in die Zu­kunft / „Nicht zu To­de spa­ren“

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ti­na May­er Klaus Notheis Hans-Die­ter Weis

Karls­ru­he. Als gro­ße Her­aus­for­de­run­gen sei­ner Amts­zeit nennt Hans-Die­ter Weis den de­mo­gra­fi­schen Wan­del und die Di­gi­ta­li­sie­rung. Seit An­fang Mai steht Weis an der Spit­ze der Ge­mein­de­prü­fungs­an­stalt (GPA). Er folgt da­mit auf Klaus Notheis. Auf­ga­be der selbst­stän­di­gen Be­hör­de GPA ist es, die fi­nanz­wirt­schaft­li­chen Be­lan­ge der Kom­mu­nen des Lan­des mit min­des­tens 4 000 Ein­woh­nern zu prü­fen. Da­bei liegt der Fo­kus auf der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten.

„Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del macht auch vor un­se­rem Haus nicht halt“, sagt Weis. „Wir wer­den in den nächs­ten Jah­ren sehr gu­te Füh­rungs­kräf­te ver­lie­ren.“Es ge­be ei­nen Fach­kräf­te­man­gel, dem sich die GPA stel­len müs­se. Hier gel­te es, Lü­cken zu schlie­ßen. Als wei­te­ren gro­ßen Eck­pfei­ler sei­ner Amts­zeit nennt Weis die Di­gi­ta­li­sie­rung. „Die Tech­ni­sie­rung von Pro­zes­sen ist auch bei der GPA ein wich­ti­ges The­ma“, so der neue Prä­si­dent. Es sei un­er­läss­lich, mit di­gi­ta­len Lö­sun­gen Pro­zes­se zu op­ti­mie­ren. Bei­spiels­wei­se könn­ten Vi­deo­kon­fe­ren­zen statt­fin­den, die Fahr­ten zwi­schen den bei­den GPA-Stand­or­ten in Karls­ru­he und Stutt­gart ent­behr­lich mach­ten. Be­son­ders für die im Au­ßen­dienst tä­ti­gen Mit­ar­bei­ter sei die Di­gi­ta­li­sie­rung ganz ent­schei­dend, so Weis wei­ter. Et­was mehr als die Hälf­te der rund 160 Be­schäf­tig­ten ist im Au­ßen­dienst tä­tig. Um die Kom­mu­nen des Lan­des ist dem neu­en Prä­si­den­ten un­ter­des­sen nicht bang. Den­noch sei es wich­tig, in den der­zeit gu­ten wirt­schaft­li­chen Zei­ten, den Schul­den­ab­bau wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Hier sieht Weis noch Ver­bes­se­rungs­be­darf. Das be­tont auch sein Vor­gän­ger Notheis: „Nur durch so­li­de fi­nan­zi­el­le Ver­hält­nis­se kann die kom­mu­nal­po­li­ti­sche Hand­lungs­fä­hig­keit nach­hal­tig be­wahrt wer­den.“Die GPA tre­te da­bei durch­aus auch als Mah­ner auf, setzt Weis hin­zu: „Wir le­gen da schon den Fin­ger in die Wun­de.“Die Kom­mu­nen soll­ten sich frei­lich nicht „zu To­de spa­ren“, ei­ne sinn­vol­le wirt­schaft­li­che In­ves­ti­ti­on sei wich­tig. Die GPA be­treut ins­ge­samt rund 1 500 Kom­mu­nen.

Der Di­plom­ver­wal­tungs­wirt Hans-Die­ter Weis (Fo­to: GPA) war vor sei­nem Wech­sel in die GPA in Karls­ru­he Bür­ger­meis­ter im ba­di­schen Diel­heim. Sein Vor­gän­ger Notheis (Fo­to: GPA) hat­te das Prä­si­den­ten­amt acht Jah­re in­ne. „Wenn ich auf die ver­gan­ge­nen Jah­re zu­rück­bli­cke, dann wird der ge­wal­ti­ge Wan­del der Kom­mu­nal­ver­wal­tung ge­gen­wär­tig“, so der Ex-Prä­si­dent. „So­wohl das kom­mu­na­le Wirt­schafts­recht, die Brei­te des kom­mu­nal­po­li­ti­schen Wir­kens und die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en wa­ren stän­di­gen Än­de­run­gen un­ter­wor­fen.“

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