Um­ge­schult von Klopp und Meis­ter

In Ca­mog­lu ge­winnt der KSC ei­nen Be­kann­ten des Trai­ners aus BVB-Ta­gen hin­zu

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. „Wo steckst du?“, schrieb Marc-Patrick Meis­ter sei­nem künf­ti­gen Schütz­ling Da­vid Pisot per Text­nach­richt aufs Han­dy. Was kei­ner der bei­den ahn­te: Sie ge­nos­sen Mallor­cas Son­ne in nur 300 Me­ter von­ein­an­der ent­fern­ten Ho­tels, wes­halb der ur­lau­ben­de Übungs­lei­ter des Karls­ru­her SC und der von den Würz­bur­ger Ki­ckers zu­rück­ge­hol­te Fuß­ball­pro­fi sich bald vor der Tü­re tra­fen. „Ich konn­te mich da­von über­zeu­gen, dass er fit ist“, er­zählt Meis­ter la­chend. Er wün­sche sich nun, dass bis zum Trai­nings­auf­takt am 18. Ju­ni auch die letz­ten of­fe­nen Plan­stel­len im Ka­der be­setzt sind: Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer sucht noch ei­nen In­nen­ver­tei­di­ger, ei­nen Mit­tel­feld­spie­ler mit krea­ti­ver Ader und ei­nen Stür­mer. Dass man Mar­cel See­gert vom SV Wald­hof kö­de­re, wie Me­di­en ge­ra­de noch kol­por­tier­ten, ver­nein­te Meis­ter auf Nach­fra­ge aus­drück­lich. Kein The­ma, sei der.

Ei­nen an­de­ren Na­men, den die Ge­rüch­te­kü­che län­ger han­delt, wur­de bis ges­tern weit­ge­hend igno­riert. Be­ob­ach­ter oh­ne tie­fe­re Ein­bli­cke ins Ge­sche­hen der Re­gio­nal­li­ga West oder den tür­ki­schen Nach- wuchs­fuß­ball moch­ten des­sen Er­wäh­nung gar für ei­nen Scherz mit Buch­sta­ben­sa­lat ge­hal­ten ha­ben. Ei­nen Ha­kan Cal­ha­nog­lu, be­kannt­lich vor fünf Jah­ren die hal­be Mie­te des KSC zur so­for­ti­gen Rück­kehr in die Zwei­te Li­ga, wür­de Kreu­zer nie und nim­mer für sei­ne Zwe­cke ein­neh­men, ge­schwei­ge denn be­zah­len kön­nen. Und so wur­de ges­tern of­fi­zi­ell: Bu­rak Ca­mog­lu, 20 Jah­re alt, in Ka­men ge­bo­ren, U 20-Na­tio­nal­spie­ler der Tür­kei, wird in den nächs­ten drei Jah­ren das KSC-Tri­kot tra­gen. Zu­min­dest sieht das Ar­beits­pa­pier des Rechts­ver­tei­di­gers, der ab­lö­se­frei von Bo­rus­sia Dortmund kommt, ei­ne Lauf­dau­er bis 30. Ju­ni 2020 vor. „Von Haus aus war er ei­ner für den rech­ten Flü­gel. Dann ha­ben Jür­gen Klopp und ich über­legt, ihn als Zwei­er zu pro­bie­ren“, er­wähnt Meis­ter sei­ne Be­tei­li­gung an Ca­mog­lus Um­schu­lung wäh­rend sei­ner Ta­ge im BVB-Trai­ner­stab. Ca­mog­lu ha­be Meis­ter seit­her „in gu­ter Er­in­ne­rung“be­hal­ten, wie er sich in der KSC-Mit­tei­lung zi­tie­ren ließ.

Der Ver­tei­di­ger ist der ach­te ex­ter­ne Zu­gang der Ba­de­ner. Hat­te de­ren Sport­chef Kreu­zer da­vor vor al­lem Er­fah­rung im grö­ße­ren Stil ein­ge­kauft, zu­letzt al­so noch den 29 Jah­re al­ten Ab­wehr­mann Pisot, fällt Ca­mog­lu eher in die Spar­te „Ta­lent mit Per­spek­ti­ve“. Wo­mög­lich wird er ei­nen an­de­ren aus die­ser Ka­te­go­rie, der beim KSC rechts in der Vie­rer­ket­te ver­tei­dig­te, er­set­zen: Mat­thi­as Ba­der möch­te be­kannt­lich nicht mit in die Drit­te Li­ga. Was fehlt, ist ein aus­rei­chend zah­lungs­be­rei­ter Ab­neh­mer. „Am liebs­ten wür­de ich bei­de auf der rech­ten Sei­te lau­fen las­sen“, gibt Meis­ter zu. Der KSC möch­te für den bis 2018 ge­bun­de­nen Ba­der, wie be­rich­tet, ei­ne Mil­li­on Eu­ro.

DIE RECH­TE SEI­TE ist Bu­rak Ca­mog­lus Scho­ko­la­den­flan­ke. Dort kann er de­fen­siv wie of­fen­siv agie­ren. Fo­to: ima­go

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