Auf Er­folgs­kurs

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - CHRIS­TI­NE LONGIN

Wie ein Tsu­na­mi fegt Em­ma­nu­el Ma­cron über die po­li­ti­sche Land­schaft Frank­reichs. Nach sei­nem Sieg bei den Prä­si­dent­schafts­wah­len ist ihm laut Um­fra­gen auch die ab­so­lu­te Mehr­heit in der Na­tio­nal­ver­samm­lung si­cher. Nicht ein­mal die Af­fä­re um sei­nen Woh­nungs­bau­mi­nis­ter Richard Fer­rand kann dem 39-Jäh­ri­gen et­was an­ha­ben.

Mit fast schon so­wje­ti­schen Ver­hält­nis­sen dürf­te Ma­crons Par­tei La Ré­pu­bli­que en Mar­che in die ers­te Par­la­ments­kam­mer ein­zie­hen. Si­cher, der sich ab­zeich­nen­de Er­folg ist ei­ne gu­te Nach­richt für den Staats­chef, der sich ei­ne ehr­gei­zi­ge Re­form­agen­da ge­setzt hat. Doch Ma­cron hin­ter­lässt auf sei­nem Sie­ges­zug ei­ne Spur der Ver­wüs­tung. Sei­ne be­kann­tes­ten Op­fer sind die bei­den

einst­mals gro­ßen bür­ger­li­chen Par­tei­en. Die So­zia­lis­ten de­gra­dier­te er durch sei­ne so­zi­al­li­be­ra­le Be­we­gung En Mar­che zur Split­ter­par­tei, die gera­de noch so den Frak­ti­ons­sta­tus schaf­fen dürf­te. Die Kon­ser­va­ti­ven spal­te­te er in zwei Hälf­ten: die ei­ne ar­bei­tet be­reits mit ihm zu­sam­men, die an­de­re wird sich nach rechts au­ßen ori­en­tie­ren.

Die Abrech­nung un­ter den fran­zö­si­schen Re­pu­bli­ka­nern ist be­reits pro­gram­miert. Schlech­te Aus­sich­ten für die Op­po­si­ti­on im neu­en Par­la­ment. Ei­ne schlag­kräf­ti­ge Op­po­si­ti­on ist wich­tig ge­gen Em­ma­nu­el Ma­cron, der sich schon jetzt als Ju­pi­ter ver­steht – als Obers­ter der Göt­ter. Denn der Wi­der­stand könn­te sonst auf der Stra­ße statt­fin­den und das wä­re fa­tal für Frank­reich.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.