Mor­gens ist die Zeit des Gold­bä­der-Schwunds

Män­ner brin­gen Ar­beit­ge­ber um 670 000 Eu­ro

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Chris­tia­ne Vieh­weg

We­gen schwe­ren Ban­den­dieb­stahls müs­sen sich seit ges­tern fünf Män­ner zwi­schen 33 und 43 Jah­ren vor der Aus­wär­ti­gen Gro­ßen Straf­kam­mer un­ter Vor­sit­zen­dem Rich­ter Andre­as Heid­rich ver­ant­wor­ten. Ver­tei­digt wer­den sie von ins­ge­samt acht Fach­an­wäl­ten. Die Staats­an­walt­schaft ver­tritt Ers­ter Staats­an­walt Bern­hard Ebin­ger. Zwei der An­ge­klag­ten wird zwölf­ma­li­ger Ban­den­dieb­stahl vor­ge­wor­fen, ei­nem acht­ma­li­ger, ei­nem fünf­ma­li­ger. Der fünf­te Mann auf der An­kla­ge­bank wird der Bei­hil­fe zum Dieb­stahl und der ge­werbs­mä­ßi­gen Heh­le­rei be­schul­digt. Er und ein wei­te­rer Mit­tä­ter be­fin­den sich auf frei­em Fuß, die an­de­ren sit­zen in Un­ter­su­chungs­haft.

Laut An­kla­ge füll­ten zwei der An­ge­klag­ten in ei­nem gold­ver­ar­bei­ten­den Be­trieb im ver­gan­ge­nen Ok­to­ber 16 Ka­nis­ter zu je 30 Li­ter gold­hal­ti­ge Bäder ab und über­ga­ben sie an ei­nen Drit­ten. Der teil­te sie mit dem vier­ten im Bunde, der die Flüs­sig­keit in sei­nem ei­ge­nen Be­trieb ver­ar­bei­te­te. Auf ähn­li­che Wei­se wur­den 32 Ki­lo­gramm gold­hal­ti­ge St­anz­ab­fäl­le in den frü­hen Mor­gen­stun­den aus der Fir­ma ge­schafft. Im De­zem­ber wech­sel­ten noch­mals 60 Li­ter gold­hal­ti­ge Bäder den Be­sit­zer, aus de­nen der fünf­te An­ge­klag­te den Gold­ge­halt her­aus­lös­te und in der ei­ge­nen Fir­ma ver­wen­de­te. Wo­bei er ge­wusst ha­be, so Ebin­ger, dass die Flüs­sig­keit nicht aus recht­mä­ßi­gem Be­sitz stamm­te. Der bestoh­le­nen Fir­ma ent­stand ein Scha­den von knapp 670 000 Eu­ro.

Am gest­ri­gen ers­ten Ver­hand­lungs­tag wur­den le­dig­lich die An­kla­ge ver­le­sen und die Per­so­na­li­en der An­ge­klag­ten fest­ge­stellt. Der Grund: Na­cher­mitt­lun­gen wur­den so spät ge­lie­fert, dass nie­mand in der kur­zen Zeit die Ak­ten stu­die­ren konn­te. Der Pro­zess wird sich, laut Ter­min­plan, vor­aus­sicht­lich bis in den Au­gust hin­zie­hen. Pro­zess­ab­kür­zen­de Ge­sprä­che – bei­spiels­wei­se für den Fall ei­nes Ge­ständ­nis­ses – , ha­ben bis­her nicht statt­ge­fun­den. Sie dürf­ten auch schwie­rig wer­den, wie sich schon ges­tern ab­zeich­ne­te, denn ei­ner der Ver­tei­di­ger woll­te nicht ein­mal die­ser Tat­sa­che für das Pro­to­koll zu­stim­men. Nach kur­zem Zö­gern be­stä­tig­ten zu­min­dest die meis­ten an­de­ren Ver­tei­di­ger die schlich­te For­ma­lie; es ha­be kei­ne der­ar­ti­gen Ge­sprä­che ge­ge­ben.

Acht Ver­tei­di­ger für fünf An­ge­klag­te

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