Tief­stand in Er­sin­ger Brun­nen

Was­ser­ver­sor­gung in Kämp­fel­bach lei­det un­ter lan­ger Tro­cken­heit / Neu­es Ein­satz­fahr­zeug in Be­trieb ge­nom­men

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Kämp­fel­bach (ms). Was ist die wich­tigs­te tech­ni­sche Ein­rich­tung bei der Ge­mein­de Kämp­fel­bach? Bei der Be­ant­wor­tung kommt man ne­ben Feu­er­wehr und Mal­te­ser-Ein­satz­dienst um den Be­griff „Ei­gen­be­trieb Was­ser­ver­sor­gung“nicht her­um. So se­hen das auch Bür­ger­meis­ter Udo Klei­ner und der Ge­mein­de­rat. Um das nicht mehr be­trieb­s­tüch­ti­ge bis­he­ri­ge Ein­satz­fahr­zeug für die Was­ser­ver­sor­gung zu er­set­zen, wur­den kurz­fris­tig 30 000 Eu­ro für ei­ne Neu­an­schaf­fung zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Der neue VW-T6-Trans­por­ter hat All­rad-An­trieb und ist da­mit win­ter­tüch­tig, was vor al­lem zum Er­rei­chen der Was­ser­hoch­be­häl­ter bei Eis und Schnee wich­tig ist. Hin­ter der Fah­rer­ka­bi­ne ha­ben die wich­tigs­ten Ein­satz­werk­zeu­ge in ei­nem spe­zi­ell ein­ge­bau­ten Re­gal­sys­tem mit Fä­chern und Kof­fer­schub­la­den Platz. Da­zu ge­hö­ren vor al­lem die Ab­hör­ge­rät­schaf­ten, um Was­ser­rohr­brü­che or­ten zu kön­nen. Ab­sperr­ma­te­ri­al zur Ver­kehrs­si­che­rung muss eben­so schnells­tens bei der Hand sein, wie die Ver­bin­dungs­ar­ma­tu­ren zum Ein­rich­ten ei­ner Not­was­ser­ver­sor­gung für ein Ge­bäu­de oder ei­nen Stra­ßen­zug. Dies gilt auch für das not­wen­di­ge Klein­ma­te­ri­al, wie Dich­tun­gen und Schrau­ben. Zu­stän­dig für den Be­trieb der Kämp­fel­ba­cher Was­ser­ver­sor­gung ist seit die­sem Jahr Jür­gen Wes­sin­ger als Nach­fol­ger des lang­jäh­ri­gen Was­ser­meis­ters Klaus Viel­sack. Da­ni­el Ko­bold ist sein Stell­ver­tre­ter. Hin­ter den bei­den steht der Ge­mein­de­bau­hof mit sei­nen neun Mit­ar­bei­tern un­ter der Lei­tung von Mar­co Naß. Der Bau­hof ist mit sei­nem Bag­ger oder auch mit Pi­ckel und Schau­fel so­fort ein­satz­be­reit, wenn ein Was­ser­rohr­bruch auf­zu­gra­ben und nach sei­ner Re­pa­ra­tur wie­der zu ver­fül­len und die Stra­ßen­ober­flä­che in Ord­nung zu brin­gen ist. Da­mit kann der Was­ser­ver­lust auf ei­nem nied­ri­gen Ni­veau ge­hal­ten wer­den, was beim Be­zug von Bo­den­see­was­ser auch von fi­nan­zi­el­ler Be­deu­tung ist. Wa­ren es im ver­gan­ge­nen Jahr 17 Was­ser­rohr­brü­che, so sind es bis Mai die­ses Jah­res schon zwölf Rohr­brü­che ge­we­sen, vor al­lem wäh­rend der Frost­pe­ri­ode. Ein Pro­blem bei der Er­sin­ger Was­ser­ver­sor­gung stellt die lan­ge Tro­cken­heit dar. Die Er­sin­ger Tief­brun­nen lie­fern deut­lich we­ni­ger Was­ser als nor­mal. Auch die ak­tu­el­len Re­gen­güs­se ha­ben am nied­ri­gen Pe­gel­stand der Brun­nen nichts ge­än­dert. Bei­spiels­wei­se schüt­tet der Tief­brun­nen I statt zehn nur noch sechs Li­ter pro Se­kun­de aus.

Das kann den Pum­pen scha­den, da sie auf ei­ne hö­he­re Nor­mal­leis­tung aus­ge­rich­tet sind. Was­ser­man­gel herrscht aber in Kämp­fel­bach nicht, ver­si­chert Was­ser­meis­ter Wes­sin­ger. Kämp­fel­bach mit sei­nen 6 300 Ein­woh­nern braucht jähr­lich et­wa 260 000 Ku­bik­me­ter Trink­was­ser. Bil­fin­gen wird voll mit Bo­den­see­was­ser ver­sorgt. Er­sin­gen hat noch 52 Pro­zent Ei­gen­was­ser. Durch den Be­zug von mehr Bo­den­see­was­ser kann al­so der Ei­gen­was­ser­eng­pass pro­blem­los aus­ge­gli­chen wer­den.

IM­MER EIN­SATZ­BE­REIT ist der Kämp­fel­ba­cher Was­ser­ver­sor­gungs­be­trieb mit dem neu­en Werk­statt­wa­gen. Bür­ger­meis­ter Udo Klei­ner (rechts) über­gab den Fahr­zeug­schlüs­sel an Was­ser­meis­ter Jür­gen Wes­sin­ger. Fo­to: Man­fred Schott

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