Die Karls­bade­rin Lea LaDoux bringt im Sep­tem­ber ihr ers­tes Al­bum raus

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

„Let It Show“ist ei­ne dra­ma­ti­sche Bal­la­de. Mit ei­ner star­ken Stim­me. Ziem­lich weit weg von üb­li­chen PopBal­la­den Kli­schees. Ver­hal­te­ner Be­ginn, dra­ma­ti­scher Re­frain, sanft und en­er­gisch, zu­rück­hal­tend und selbst­be­wusst zu­gleich. Der Song ist die ers­te Sing­le aus dem Al­bum der 27-jäh­ri­gen Karls­bade­rin Lea LaDoux, das An­fang Sep­tem­ber er­schei­nen und bei ei­nem Re­lease-Kon­zert im Kul­tur­zen­trum Tem­pel in Karlsruhe vor­ge­stellt wird.

„Bei uns war Sin­gen et­was Na­tür­li­ches“, er­zählt sie. Sie stammt aus ei­ner sehr mu­si­ka­li­schen Fa­mi­lie, sang in der Kir­che, mit zehn Jah­ren trat sie in ei­ner Kir­chen­band auf, mit 13 hat sie ih­ren ers­ten Song ge­schrie­ben.

„Ich glau­be, ich hat­te Lie­bes­kum­mer oder mir ging es ein­fach nicht so gut. Ich ha­be mich ans Kla­vier ge­setzt, dann flos­sen die Wor­te ein­fach so“. Heu­te fliegt ihr die In­spi­ra­ti­on auf un­ter­schied­li­che Wei­se zu: „Ich sit­ze am Kla­vier, und wenn mir ei­ne Ak­kord­ver­bin­dung ge­fällt, dann pro­bie­re ich was aus. Es kann aber auch mal mit ei­nem Text­frag­ment an­fan­gen.“

In ih­re Stim­me hat sie meh­re­re Jah­re Ge­s­angs­un­ter­richt in­ves­tiert, sie hat Mu­sik­in­for­ma­tik und Mu­sik­wis­sen­schaft stu­diert und im­mer wei­ter Songs ge­schrie­ben. 2015 hat sie ei­ne EP ver­öf­fent­lich, und für das Al­bum ist sie zwei Mo­na­te in Song­schrei­ber-Klau­sur ge­gan­gen, nach­dem sie ei­ne mas­si­ve Büh­nen­angst über­wun­den hat­te. „Ich woll­te ei­gent­lich schon al­les hin­schmei­ßen, weil ich so da­mit ge­kämpft ha­be. Ich ha­be so­gar ei­ne The­ra­pie ge­macht. Ich glau­be, der Kern war, dass ich mich im­mer ganz krass mit an­de­ren ver­gli­chen ha­be, und mich selbst nie so toll fand. Ich muss­te erst ler­nen, mich selbst an­zu­neh­men.“

Das ist auch das The­ma ih­res Al­bums, für des­sen Aus­sa­ge ei­ne Text­zei­le wie „Step For­ward, ta­ke a risk“ex­em­pla­risch steht. Der­zeit un­ter­rich­tet sie noch ei­ni­ge Ge­sangs- und Kla­vier­schü­ler, aber ei­nes Ta­ges will sie ganz von ih­rer ei­ge­nen Mu­sik le­ben kön­nen.

Das Al­bum soll das Sprung­brett da­für sein. Rund 40 Songs hat sie da­für ge­schrie­ben und ih­rem Pro­du­zen­ten Udo Rin­klin ge­schickt, der ei­ne Vor­aus­wahl traf und mit ihr an den Stü­cken wei­ter­ar­bei­te­te.

Rin­klin hat un­ter an­de­rem mit Grö­ßen wie Phil­ipp Poi­sel, Ton­band­ge­rät und Die Hap­py ge­ar­bei­tet. Der Kon­takt kam über ih­ren Bas­sis­ten zu­stan­de, „der kann­te Udo schon seit Kind­heits­ta­gen. Ich ha­be ihm Vor­pro­duk­ti­on ge­macht, um zu zei­gen, wie ich es mir vor­stel­le, und er hat von die­sem Punkt wei­ter ge­ar­bei­tet“.

Die Sän­ge­rin ver­sucht, ih­re ganz per­sön­li­che Vor­stel­lung von In­die-Pop zu ver­wirk­li­chen: „Ich ach­te sehr dar­auf, dass es in un­ge­wohn­te Har­mo­nie­rich­tun­gen geht, ich ar­bei­te auch gern mit un­ge­ra­den Tak­ten, und es soll auch ein biss­chen sou­lig sein – je­den­falls nicht der üb­li­che Ein­heits­brei, den man im Ra­dio hört.“Dank Face­book-Sta­tis­ti­ken weiß sie, bei wem ih­re Mu­sik be­son­ders gut an­kommt: „Die Fans sind haupt­säch­lich zwi­schen 20 und 30 Jah­re und über­wie­gend männ­lich, selt­sa­mer­wei­se“, schmun­zelt sie.

Lea LaDoux wird ihr Al­bum, das sie – ganz mo­dern – über ein Crowd­fun­din­gPro­jekt fi­nan­ziert hat, tra­di­tio­nell nicht nur als Down­load, son­dern auch als CD ver­öf­fent­li­chen. „Ich kau­fe ja selbst auch im­mer noch CDs. Ich ha­be ge­merkt, als ich das Crowd­fun­ding ge­macht ha­be, dass es sehr vie­le Leu­te gibt, die eben wirk­lich ei­ne CD, nicht nur ei­nen Down­load wol­len. Und ein Al­bum an­bie­ten zu kön­nen, ist bei Auf­trit­ten ei­ne gu­te Ein­nah­me­quel­le“.

Tho­mas Zim­mer

IM HEI­MI­SCHEN STU­DIO am Key­board ent­ste­hen die Songs von Lea LaDoux. Fo­to: tz

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