Tem­pe­ra­tur­ent­wick­lung macht Wald zu schaf­fen

Bio­to­pe im Ell­men­din­ger Wald sol­len op­ti­miert wer­den / Scha­den durch Bor­ken­kä­fer be­fürch­tet

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS / WETTER -

Kel­tern (PK). Bei strah­len­dem Früh­lings­wet­ter hat Bür­ger­meis­ter Stef­fen Bochin­ger Andre­as Roth, stell­ver­tre­ten­der Enz­kreis-For­st­amts­lei­ter so­wie den Re­vier­lei­ter Ralf Ro­thwei­ler mit Wald­ar­bei­ter Rolf Au­gen­stein und Ge­mein­de­rä­te und Bür­ger aus Kel­tern am Wald­spiel­platz in Wei­ler zum öf­fent­li­chen Wald­be­gang be­grüßt.

An­schlie­ßend wur­den die Teil­neh­mer zu ei­nem Be­reich im Wei­ler Wald ge­führt, der durch den Or­kan Lothar 1999 ge­schä­digt wur­de. Bei die­sem Or­kan fie­len 25 000 Fest­me­ter Stamm­holz und da­von 50 Pro­zent im Wei­ler Wald an. Der al­te Fich­ten­be­stand auf nas­sem Stand­ort konn­te dem Sturm nicht stand­hal­ten. Des­halb wur­de bei der Bür­ger­pflanz­ak­ti­on ein Baum­ar­ten­wech­sel vor­ge­nom­men. Auf der Hoch­flä­che wur­den im März 2001 von den Bür­gern 3 000 Ei­chen als Loch­pflan­zung ge­pflanzt. Es ent­stand in der Grund­struk­tur ein Ei­chen­wald mit Na­del­wald­an­teil. Bei Pflanz­ak­tio­nen wer­de dar­auf ge­ach­tet, dass die Bäu­me dem Stand­ort an­ge­passt sind. Im Früh­jahr 2017 wur­den Ei­chen, Dou­gla­si­en, Vo­gel­kir­schen, Ber­gul­men und Ess­kas­ta­ni­en zur Un­ter­stüt­zung des Na­tur­ver­jün­gungs­be­triebs ge­pflanzt.

Beim nächs­ten Stopp im Wei­ler Wald, stell­te Andre­as Roth ei­nen Win­ter­hieb vor. Der vor­han­de­ne Be­stand sei 150 bis 160 Jah­re alt. Die Vor­ga­ben sei­tens des For­st­am­tes wa­ren, die Bu­chen zu nut­zen und die Ei­chen in die nächs­te Wald­ge­ne­ra­ti­on zu über­füh­ren. Die Bu­chen mit ei­nem Durch­mes­ser von 60 Zen­ti­me­tern hat­ten be­reits ih­re Ziel­grö­ße er­reicht. Um ein­zel­ne Bäu­me zwi­schen den Rü­cke­gas­sen zu er­rei­chen, be­nutz­ten die Wald­ar­bei­ter Seil­win­den.

Die Tem­pe­ra­tur­ent­wick­lung über vie­le Jah­re zei­ge, dass es viel mehr hei­ße Ta­ge im Jahr gibt. Die Ap­fel­blü­te er­fol­ge im Enz­kreis be­reits elf Ta­ge frü­her als noch vor vie­len Jah­ren. Da­mit flie­ge der Buch­dru­cker frü­her und die Bor­ken­kä­fer­lar­ven rich­ten frü­her im Jahr Schä­den an. Die Nie­der­schlags­ent­wick­lung ha­be eben­falls Aus­wir­kun­gen auf den Wald.

Es fal­le zwar fast die glei­che Men­ge Nie­der­schlags­was­ser an, aber zu­neh­mend au­ßer­halb der Ve­ge­ta­ti­ons­pe­ri­ode. All die­se Fak­to­ren müs­sen bei ei­ner Pflanz­ak­ti­on be­ach­tet wer­den, um die op­ti­mals­te Mi­schung von Baum­ar­ten zu er­hal­ten. Un­ter den Na­del­bäu­men scheint die Dou­gla­sie am ehes­ten der künf­ti­gen Kli­ma­si­tua­ti­on an­ge­passt zu sein, zu­dem ha­be sie sich als jun­ge „hei­mi­sche“Baum­art in­zwi­schen im Enz­kreis eta­bliert und be­währt.

Im Ell­men­din­ger Wald er­klär­te Ralf Ro­thwei­ler, dass an ei­ni­gen Stel­len, an de­nen sich be­reits Was­ser­la­chen ge­bil­det ha­ben, die­se so an­ge­legt wur­den, dass sie im Som­mer nicht aus­trock­nen. Seu­fer als Fach­mann für das Am­phi­bi­en­vor­kom­men in Kel­tern sei die ver­schie­de­nen Bio­to­pe mit dem Re­vier­lei­ter ab­ge­lau­fen und mit ge­ziel­ten klei­ne­ren Ein­grif­fen konn­te be­reits viel für den Schutz der Am­phi­bi­en er­reicht wer­den. En­de Au­gust/Sep­tem­ber kön­nen die Bio­to­pe wie­der op­ti­miert/ge­pflegt wer­den, da­nach wer­den sie für 15 Jah­re in Ru­he ge­las­sen.

BEIM WALD­BE­GANG be­sich­tig­ten Kel­terns Bür­ger­meis­ter mit Rä­ten, Ex­per­ten und Bür­gern Be­rei­che des Ge­mein­de­wal­des. Fo­to: PK

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