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Pforzheimer Kurier - - RECHT IM ALLTAG -

Mit­ar­bei­ters po­si­tiv ge­stei­gert. Aus „stets si­cher“wur­de „zu je­der Zeit si­cher“, aus „sei­ner sehr gu­ten Auf­fas­sungs­ga­be“wur­de „sei­ne ex­trem gu­te Auf­fas­sungs­ga­be“. Ei­ne For­mel des Be­dau­erns, dass der Mit­ar­bei­ter die Fir­ma ver­lässt, fehl­te je­doch. Der Mit­ar­bei­ter wehr­te sich da­ge­gen – und be­kam Recht.

Der Ar­beit­ge­ber ha­be in sei­nem Zeug­nis For­mu­lie­run­gen ver­wen­det, die ei­nen spöt­ti­schen Ge­samt­ein­druck hin­ter­las­sen. Auf­grund der vie­len ge­stei­ger­ten po­si­ti­ven For­mu­lie­run­gen ent­ste­he der Ein­druck, dass die Aus­sa­gen nicht ernst ge­meint sind. Die Stei­ge­run­gen zö­gen den Text ins Lä­cher­li­che. Nach Pa­ra­graf 109 Ge­wer­be­ord­nung ha­ben Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf ein Ar­beits­zeug­nis, wenn sie ih­re Tä­tig­keit be­en­den. Das Zeug­nis muss klar und ver­ständ­lich for­mu­liert sein. Es darf kei­ne Merk­ma­le oder For­mu­lie­run­gen ent­hal­ten, die den Zweck ha­ben, ei­ne an­de­re als aus der äu­ße­ren Form oder aus dem Wort­laut er­sicht­li­che Aus­sa­ge über den Ar­beit­neh­mer zu tref­fen.

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LAG Hamm 12 Ta 475/16

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