An­ek­do­ten

Pforzheimer Kurier - - BUNTE SEITE -

Der fran­zö­si­sche Ma­ler Gus­ta­ve Cour­bet war sehr be­schei­den und mit sei­nen Wer­ken nie völ­lig zu­frie­den. Doch un­ter sei­nen Schü­lern hat­te er ei­nen, der just das Ge­gen­teil war. Ei­nes Ta­ges malte die­ser Schü­ler ei­ne Land­schaft, die Cour­bet sehr miss­fiel. Er nahm den Pin­sel und woll­te Ver­schie­de­nes da­ran kor­ri­gie­ren. Der Schü­ler ließ es ge­sche­hen, sag­te aber schließ­lich: „Die­se Art ist viel zu nüch­tern für mei­nen Ge­schmack. Ich möch­te ma­len wie Ru­bens!“Wor­auf Cour­bet ent­geg­ne­te: „Ich auch!“

Man un­ter­hielt sich in ei­ner Film­pau­se über Atom- und an­de­re Wis­sen­schaft­ler. Mau­rice Che­va­lier mein­te da­zu: „Man sol­le nichts ge­gen die mo­der­nen Wis­sen­schaf­ten sa­gen, schließ­lich ver­dan­ken wir ih­nen die Blon­di­nen!“

Der Phi­lo­soph Scho­pen­hau­er war ein gro­ßer Ver­eh­rer Goe­thes, und gern brach­te er bei pas­sen­der Ge­le­gen­heit ein Zi­tat von ihm an. Ein­mal saß er in er­le­se­ner Ge­sell­schaft an der Abend­ta­fel ei­nes rei­chen Kauf­man­nes. Man aß und trank die köst­lichs­ten Sa­chen, was so ganz nach dem Her­zen des an­sons­ten „da­seins­ver­ach­ten­den“Phi­lo­so­phen war. End­lich war auch der Nach­tisch ver­zehrt. Da wisch­te sich Scho­pen­hau­er den Mund, hob sein Glas zum Haus­herrn und sprach: „Wahr­haf­tig, mein Lie­ber, Ih­re Frau Ge­mah­lin hat uns heu­te wie­der ein­mal be­treut, dass ich mich leb­haft an das be­kann­te Wort aus dem ,Götz‘ er­in­nert füh­le ...“In Schre­cken er­starr­te so­gleich die gan­ze Ge­sell­schaft. Scho­pen­hau­er aber fuhr un­be­ein­druckt fort: „Ich den­ke an die Stel­le, wo der Bru­der Mar­tin so schön sagt: Wohl dem, dem Gott ein sol­ches Weib ge­ge­ben!“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.