Wand­litz als Denk­mal

Pforzheimer Kurier - - ZEITGESCHEHEN -

Bernau/Wand­litz. Her­me­tisch ab­ge­rie­gelt, ab­ge­ho­ben und fast ver­steckt leb­te die SED-Füh­rung in der Wald­sied­lung Wand­litz na­he Berlin. Fast 28 Jah­re nach dem Mau­er­fall ist von der His­to­rie nicht mehr viel zu se­hen. Der grü­ne Zaun ist fast kom­plett ver­schwun­den. Au­tos drän­geln sich über asphal­tier­te We­ge der heu­ti­gen Re­haK­li­nik. Pa­ti­en­ten spa­zie­ren durch den Park und die Wald­land­schaft. Als mar­kan­tes Ele­ment der DDRHis­to­rie ist noch das guss­ei­ser­ne Ein­gangs­tor zu se­hen. Das En­sem­ble der sa­nier­ten Ein­fa­mi­li­en­häu­ser der SED-Spit­zen­funk­tio­nä­re er­in­nert nur noch ent­fernt an die ab­ge­schot­te­te Sied­lung von einst. Da­mit sich nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen vom Po­li­tik- und Le­bens­stil der SED-Macht­eli­te, de­ren Pri­vi­le­gi­en und der Rea­li­tät der DDR-Be­völ­ke­rung ein Bild ma­chen kön­nen, stellt das Land Bran­den­burg jetzt Tei­le des SED-Pri­va­t­re­fu­gi­ums un­ter Denk­mal­schutz. Da­zu ge­hö­ren das Ein­gangs­tor, die Vil­la des eins­ti­gen Macht­ha­bers Wal­ter Ul­bricht samt Bi­b­lio­thek so­wie der frü­he­re Funk­tio­närs­klub. Er ist heu­te ein Kur­saal, wie Kli­nik­be­trei­ber Kurt-Jo­sef Mi­chels er­klärt. Da­mit voll­zieht Bran­den­burg ei­ne Wen­de. Einst hat­te das Land den Denk­mal­schutz-Sta­tus für das Are­al ab­ge­lehnt. Be­grün­dung: Das Ge­bäu­de­En­sem­ble ha­be kei­ne ar­chi­tek­to­ni­schen Be­son­der­hei­ten. In­zwi­schen in­ter­es­sie­re sich die Öf­fent­lich­keit aber wie­der für die DDR-His­to­rie, heißt es. Ge­org-Ste­fan Rus­sew

Foto: dpa

DAS EIN­GANGS­TOR zur Wald­sied­lung Wand­litz.

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