Wo an­de­re Fe­ri­en ma­chen

BNN-Se­rie zum The­ma Aus­wan­dern / Chris­ti­na Hut­ter lebt in der Schweiz

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Ti­na May­er

Karls­ru­he/St. Gal­len. Aus­ge­wan­dert ist sie der Lie­be we­gen: Seit fünf Jah­ren lebt die Karls­ru­he­rin Chris­ti­na Hut­terF­rick bei ih­rem Mann und des­sen zwei Kin­dern in der Schweiz. Im Kan­ton Sankt Gal­len ar­bei­tet die 39-jäh­ri­ge Karls­ru­he­rin als Ver­kaufs­lei­te­rin in ei­nem Che­mi­ka­li­en­han­dels­haus. „Wir ha­ben uns im Ur­laub in Süd­frank­reich ken­nen­ge­lernt“, er­zählt die WahlSchwei­ze­rin. Klei­ne­re Schwie­rig­kei­ten be­rei­te­te ihr zu­nächst die Spra­che: „Vor al­lem fest­ste­hen­de Be­grif­fe wie zum Bei­spiel Chil­le (Kir­che).“Ihr Schwie­ger­va­ter und die Kin­der ih­res Man­nes hät­ten ihr die Spra­che aber von An­fang an bei­ge­bracht. Das Schwei­zer­deutsch sei aber tat­säch­lich ei­ne Fremd­spra­che, da die Satz­stel­lung auch an­ders sei: „Das las­se ich lie­ber, weil es sehr merk­wür­dig klingt, wenn Deut­sche Mun­d­art spre­chen.“

Was ver­mis­sen Sie in Ih­rer neu­en Hei­mat am meis­ten?

Hut­ter-Frick: Die räum­li­che Nä­he zu Fa­mi­lie und Freun­den, sich spon­tan auf ei­nen Kaf­fee oder zu ei­nem Es­sen zu tref­fen, ein­fach mal schnell vor­bei­ge­hen kön­nen, wenn ei­nem da­nach ist. Die schö­nen Re­stau­rants auch im El­sass und der Pfalz, ins­ge­samt das gu­te Es­sen, das fehlt mir hier schon.

Was tun Sie, um sich ein Stück Hei­mat in der Frem­de zu be­wah­ren?

Hut­ter-Frick: Ich ko­che sehr ger­ne und häu­fig ist der Ein­fluss der ba­di­schen und schwä­bi­schen Kü­che da­bei un­ver­kenn­bar. Zu­dem kau­fe ich ei­ni­ge Le­bens­mit­tel, die es in der Schweiz nicht gibt (zum Bei­spiel Maul­ta­schen) auf Vor­rat und kann mir so ein biss­chen Hei­mat schnell auf den Tel­ler zau­bern. Au­ßer­dem gibt es die ein oder an­de­re Fo­to­kol­la­ge zu Hau­se, die mich im­mer an all mei­ne Lie­ben da­heim in Karls­ru­he er­in­nert.

Was ist in der Fer­ne bes­ser?

Hut­ter-Frick: Die Ber­ge und die Land­schaft be­geis­tern mich in der Schweiz im­mer wie­der aufs Neue. Ich darf dort le­ben, wo an­de­re Fe­ri­en ma­chen. Da die Le­bens­qua­li­tät und auch der Le­bens­stan­dard in der Schweiz ver­gleich­bar hoch sind, sind die Men­schen ins­ge­samt sehr zu­frie­den.

Stel­len Sie sich vor, Sie wä­ren für ei­nen ein­zi­gen Tag wie­der in Ih­rer al­ten Hei­mat: Was wür­den Sie tun?

Hut­ter-Frick: Oh, da fällt mir so viel ein, das passt nicht in ei­nen Tag... Als ers­tes wä­re auf je­den Fall ein Be­such bei der Fa­mi­lie dran, mal nach­se­hen, wie vie­le Zen­ti­me­ter mein Nef­fe seit dem letz­ten Wie­der­se­hen ge­wach­sen ist. Und dann wür­den wir ein­fach Zeit mit­ein­an­der ver­brin­gen.

Foto: Hut­ter-Frick

NEU­ES ZU­HAU­SE SCHWEIZ: Die Karls­ru­he­rin Chris­ti­na Hut­ter-Frick zog es vor fünf Jah­ren in das Nach­bar­land, wo sie mit ih­rem Mann Ma­nu­el und den zwei Kin­dern lebt.

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