Wor­ten fol­gen Ta­ten

Wie an­ge­kün­digt tri­um­phiert Ki­en­le beim Iron­man im Kraich­gau klar

Pforzheimer Kurier - - IRONMAN KRAICHGAU - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Lau­ra Fi­scher

Bad Schön­born. Er hat­te es an­ge­kün­digt und er soll­te Recht be­hal­ten: Auf der Pres­se­kon­fe­renz am Frei­tag hat­te Se­bas­ti­an Ki­en­le mit ei­nem deut­li­chen Nein ge­ant­wor­tet, als ihn der Mo­de­ra­tor frag­te, ob er am Sonn­tag zu schla­gen sei. Ges­tern ließ der Tri­ath­let sei­nen Wor­ten Ta­ten fol­gen und lief nach 3:56:00 St­un­den und mit ei­nem Vor­sprung von mehr als elf Mi­nu­ten als Ers­ter über die Zi­el­li­nie des „Spar­kas­se Iron­man Kraich­gau 70.3“.

Da­bei hat­te es zu Be­ginn des Wett­kampfs gar nicht nach ei­nem der­art kla­ren Sieg aus­ge­se­hen. Als die ers­ten Män­ner auf das Ziel am Hardt­see in Ub­stadt-Wei­her zu­schwam­men und der Groß­teil der Zu­schau­er wohl auf Ki­en­le an der Spit­ze ge­tippt hät­te, ließ der Mann aus Mühl­acker zu­nächst noch auf sich war­ten. Es war ein wei­te­rer Fa­vo­rit aus der Re­gi­on, der rund ein­ein­halb Mi­nu­ten vor ihm aus dem Was­ser stieg: Mar­kus Rol­li vom TV Forst schwang sich – ge­folgt von Carsten Nie­der­ber­ger – als Ers­ter auf sein Renn­rad. Drit­ter war zu die­sem Zeit­punkt Tho­mas Hell­rie­gel aus Bruch­sal, der es 20 Jah­re nach sei­nem Sieg beim Iron­man auf Ha­waii noch ein­mal wis­sen woll­te. Ki­en­le ging als Ach­ter auf die Rad­stre­cke.

Rang um Rang ar­bei­te­te er sich nach vor­ne – und über­nahm nach rund 30 Ki­lo­me­tern die Füh­rung. Beim Wech­sel in die Lauf­schu­he be­trug der Vor­sprung auf den zweit­plat­zier­ten Rol­li knapp sechs Mi­nu­ten, Hell­rie­gel auf Rang fünf hat­te zwölf Mi­nu­ten ein­ge­büßt. Und Ki­en­le gab wei­ter Gas. Rol­li konn­te sei­nen zwei­ten Platz ver­tei­di­gen, Hell­rie­gel al­ler­dings muss­te in der zwei­ten Run­de we­gen ei­ner Ver­let­zung am Ober­schen­kel auf­ge­ben. Drit­ter wur­de Marc Dül­sen aus Frei­burg.

„Es war heu­te un­heim­lich geil – ei­ne Mi­schung aus Spaß und Schmerz“, sag­te Ki­en­le nach sei­nem Ziel­ein­lauf. Der­art hoch­som­mer­li­che Tem­pe­ra­tu­ren sei­en ihm den­noch lie­ber als ein Wett­kampf im Re­gen. „Dann ist die At­mo­sphä­re an der Stre­cke ein­fach toll. Es sind so vie­le Leu­te an der Stre­cke. Es ist auch nach so vie­len Starts hier im­mer noch Wahn­sinn, den Kraich­gau-Triathlon zu lau­fen“, sag­te der Welt­meis­ter von 2012.

Auch bei den Frau­en hat­te die spä­te­re Sie­ge­rin nach rund 30 Ki­lo­me­tern auf dem Rad die Füh­rung über­nom­men. Lau­ra Phil­ipp zog an ih­rer größ­ten Kon­kur­ren­tin, der 38-jäh­ri­gen Hol­län­de­rin Yvon­ne van Vler­ken, vor­bei. Bis zum Ziel lief sich Phil­ipp dann noch ei­nen Vor­sprung von mehr als zwölf Mi­nu­ten her­aus. Drit­te bei den Pro­fi-Frau­en wur­de Le­na Ber­lin­ger aus dem ober­schwä­bi­schen Ba­indt.

Hell­rie­gel gibt ver­letzt auf

Foto: Priho­da

AUF DER JAGD: Kurz nach dem Wech­sel auf die Rä­der sind Se­bas­ti­an Ki­en­le (vorn) und Bas Die­de­ren in Wei­her dem zu die­sem Zeit­punkt füh­ren­den Mar­kus Rol­li auf den Fer­sen.

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