Ath­le­ten trot­zen der Mit­tags­hit­ze

Zahl­rei­che Zu­schau­er sor­gen für ei­ne pa­cken­de Ku­lis­se an der Wech­sel­zo­ne 2

Pforzheimer Kurier - - IRONMAN KRAICHGAU - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Thors­ten Esch­mann

Bad Schön­born. Die An­feue­rung der Zu­schau­er ist be­reits zu hö­ren, als der füh­ren­de Se­bas­ti­an Ki­en­le noch ei­ni­ge hun­dert Me­ter von der Wech­sel­zo­ne 2 ent­fernt ist. Die letz­ten Me­ter schiebt er sein Fahr­rad un­ter dem Bei­fall der im­mer grö­ßer wer­den­den Zahl an Zaun­gäs­ten in den Be­reich der Beu­tel­stän­der, an de­nen be­reits die Lauf­aus­rüs­tung war­tet. Nach 1,9 Ki­lo­me­tern Schwim­men und 90 Ki­lo­me­tern Rad­fah­ren ist den Ath­le­ten, die mal in grö­ße­ren, mal in klei­ne­ren Ab­stän­den in die Wech­sel­zo­ne ein­fah­ren, die An­stren­gung an­zu­mer­ken. Um die 30 Grad Cel­si­us zeigt das Ther­mo­me­ter. Der Griff zur Was­ser­fla­sche ist un­er­läss­lich.

Ei­ni­ge Ath­le­ten ha­ben we­gen Krämp­fen oder schwin­den­der Kräf­te be­reits vor­her auf­ge­ge­ben. Sie ste­hen nun am Stre­cken­rand und be­ob­ach­ten, wie der zweit­plat­zier­te Mar­kus Rol­li rund fünf Mi­nu­ten nach Ki­en­le in die Lauf­schu­he schlüpft und die 21,1 Ki­lo­me­ter lan­ge Stre­cke in An­griff nimmt. Lau­ra Phil­ipp ist we­nig spä­ter die ers­te Frau, die auf die letz­te Etap­pe des Wett­kamp­fes geht. „Bei die­ser Hit­ze wä­re so ein Wett­kampf nichts für mich“, gibt ei­ne äl­te­re Zu­schaue­rin, die sich ei­nen der we­ni­gen Schat­ten­plät­ze un­ter ei­nem Baum er­gat­ter­te, zu. „Aber auf Ha­waii ist es ja auch heiß“, sagt sie la­chend, wäh­rend im Hin­ter­grund wei­te­re Ath­le­ten im Eil­tem­po vor­bei­lau­fen.

Tho­mas Hell­rie­gel, der im Jahr 1997 selbst ein­mal den Iron­man Ha­waii ge­wann, schaff­te es nicht, ge­gen die Kraich­gau­er Hit­ze an­zu­kämp­fen. „Es war ei­ne gei­le Rad­stre­cke“, rief er den Zu­schau­ern in der Wech­sel­zo­ne 2 noch zu­ver­sicht­lich zu. We­nig spä­ter muss­te er auf der Lauf­stre­cke auf­ge­ben.

Ge­gen 12.15 Uhr lich­ten sich die Rei­hen an den Ab­sperr­git­tern lang­sam. Vie­le Be­su­cher wol­len sich im Ziel­raum be­reits die bes­ten Plät­ze si­chern, wo der Sie­ger ei­ne hal­be St­un­de spä­ter er­war­tet wird. An­de­re har­ren wei­ter an der Wech­sel­zo­ne 2 aus, bis der Ehe­mann, die Freun­din oder ein Ar­beits­kol­le­ge an­ge­kom­men ist. Das Teil­neh­mer­feld ist längst weit aus­ein­an­der­ge­zo­gen. So bleibt Zeit, auch bei den Aus­stel­ler­zel­ten, die di­rekt ne­ben­an auf­ge­baut sind, vor­bei­zu­schau­en. Vom Helm bis zu Schu­hen bleibt kaum ein Wunsch of­fen.

Als Se­bas­ti­an Ki­en­le dann um kurz vor 13 Uhr durchs Ziel läuft, kom­men an­de­re Teil­neh­mer erst an der Wech­sel­zo­ne 2 an. Ei­ni­ge ge­ben auf, an­de­re schnü­ren die Schu­he und neh­men die Zi­el­li­nie ins Vi­sier. Die Zu­schau­er wie­der­um freu­en sich, dass sie in Bad Schön­born sehr nah am Ge­sche­hen sind und auf Tuch­füh­lung mit den vor­bei ei­len­den Ath­le­ten ge­hen kön­nen. Das An­ge­bot ei­nes Be­su­chers, der ei­ne hei­ße Brat­wurst zur Stär­kung über die Ab­sper­rung ge­ben will, wird je­doch von kei­nem Sport­ler an­ge­nom­men. Heiß war es ih­nen oh­ne­hin schon.

Ther­mo­me­ter klet­tert an die 30-Grad-Mar­ke

Foto: Priho­da

JE­DE SE­KUN­DE ZÄHLT: Tho­mas Hell­rie­gel aus Bruch­sal, der vor 20 Jah­ren den Iron­man auf Ha­waii ge­wann, be­kommt sei­ne Lauf­schu­he zu­ge­wor­fen.

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