Der Meis­ter mel­det sich zu­rück

Rhi­nos zie­hen ins deut­sche Rug­by­fi­na­le ein

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Berlin/Pforz­heim (uh). Noch ein Spiel bis zur Ti­tel­ver­tei­di­gung: Nach ei­ner ver­korks­ten Rück­run­de hat der TV Pforz­heim das Halb­fi­na­le der deut­schen Rug­by­meis­ter­schaft beim RK Berlin über­ra­schend deut­lich mit 52:15 ge­won­nen und sich da­mit den er­neu­ten Ein­zug ins Fi­na­le ge­si­chert. Geg­ner ist dort ein­mal mehr der Hei­del­ber­ger RK.

Längst nicht nur Te­am­ma­na­ger Jens Poff und TVP-Coach John Wil­lis hat­ten die Fa­vo­ri­ten­rol­le für das Halb­fi­na­le dem RK Berlin zu­ge­scho­ben, doch vom An­pfiff weg hiel­ten die Rhi­nos nicht nur dem mäch­ti­gen Druck der hef­tig an­stür­men­den Platz­her­ren stand, sie lie­ßen kon­zen­triert und si­cher das Le­der-Ei wan­dern und schu­fen sich so Ge­le­gen­hei­ten für schnel­le Sprints in frei wer­den­de Räu­me. Das sah nicht nach Kri­se, son­dern nach neu­em Selbst­be­wusst­sein und kon­se­quen­tem Um­set­zen ei­nes Spiel­plans aus.

Trent Win­ter­stein setz­te nach ei­ner Vier­tel­stun­de das ers­te Aus­ru­fe­zei­chen des TVP. Sei­nen Ver­such er­höh­te der si­cher ki­cken­de Mat­t­hew Bres­sons zum 7:0. Dann schli­chen sich wie­der Un­dis­zi­pli­niert­hei­ten ein. Lee Mur­ray er­hielt ei­ne Gel­be Kar­te und in den fol­gen­den zehn Mi­nu­ten Un­ter­zahl muss­te der TVP den ers­ten Ver­such der Ber­li­ner hin­neh­men. Kaum zu­rück auf dem Spiel­feld, nutz­te Mur­ray sei­nen Frust po­si­tiv und leg­te sei­nen ers­ten von zwei Ver­su­chen. Bei den Ber­li­nern leis­te­te man sich plötz­lich Feh­ler und nach ei­ner Gel­ben Kar­te für den RK nutz­te Win­ter­stein die Über­zahl für sei­nen zwei­ten Ver­such zum 19:5-Halb­zeit­stand.

In der zwei­ten Halb­zeit ka­men die Ta­bel­len­ers­ten der Bun­des­li­ga Nord/Ost zwar durch ei­nen frü­hen Ver­such auf 10:19 her­an, doch der TVP ent­schied das Kräf­te­mes­sen vor rund 1 000 fa­na­ti­schen Zu­schau­ern im­mer kla­rer für sich. „Durch ein paar Dis­zi­plin­lo­sig­kei­ten ha­ben wir nach der Hälf­te der ers­ten Halb­zeit die Ber­li­ner bes­ser ins Spiel kom­men las­sen, doch un­se­re so­li­de, hart­nä­cki­ge Ver­tei­di­gung konn­te den RK von un­se­rem Mal­feld fern­hal­ten“, bi­lan­zier­te Wil­lis. Ge­drän­ge und Gas­sen wur­den druck­vol­ler und si­che­rer aus­ge­spielt. „Den Un­ter­schied mach­te dann am En­de un­ser Vor­teil bei der Chan­cen­nut­zung aus. Wir ha­ben die Lü­cken bes­ser ge­se­hen, wa­ren im ent­schei­den­den Mo­ment ei­nen Schritt schnel­ler und über­ra­schen­der im An­griff“, sag­te ein nach dem Spiel sicht­lich er­leich­ter­ter Wil­lis. In der zwei­ten Hälf­te kam der TVP fol­ge­rich­tig zu fünf zum Teil sehr schön her­aus­ge­spiel­ten Ver­su­chen durch An­ti­pas Kamkwin­do, Oli­ver Pai­ne, Lee Mur­ray, Ma­na­sah Si­ta und Car­los So­te­ras-Merz – der statt der Na­tio­nal­mann­schaft doch den TVP un­ter­stütz­te. Die Ber­li­ner konn­ten nur noch zwei­mal ins Pforz­hei­mer Mal­feld ein­tau­chen.

End­spiel­geg­ner HRK ge­wann sein Heim­spiel ge­gen den Zwei­ten der Bun­des­li­ga Nord/Ost, den SC Ger­ma­nia List, pro­blem­los mit 69:12 und dürf­te sich am 24. Ju­ni beim Show­down in Berlin in Best­form prä­sen­tie­ren.

TVP-Ver­su­che: Win­ter­stein und Mur­ray (je 2), Kamkwin­do, Pai­ne, Si­ta und So­te­ras-Merz (je 1).

TVP-Kicks: Bres­sons (6/8 Er­hö­hun­gen).

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