Ju­le zeigt ih­re Spann­wei­te

Uhu und Wan­der­fal­ke be­geis­tern Kin­der aus In­klu­si­ons­pro­jekt der Schanz­schu­le

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Bet­ti­na Geb­hard

Den Wald mit al­len Sin­nen er­le­ben, – das durf­ten die Hort­kin­der der Schanz­schu­le mit ih­ren Be­treu­ern De­lia Sim­mank und Phil­ipp Klu­ge ge­mein­sam mit ei­ni­gen Kin­dern des Kin­der­gar­tens an der Red­ten­ba­cher Stra­ße und ih­ren Be­treue­rin­nen Con­ny Brit­ting und Monika Dochnal. Or­ga­ni­siert hat das Heidrun Kra­mer, Na­tur­päd­ago­gin und als Jä­ge­rin eh­ren­amt­lich in der Öf­fent­lich­keits­ar­beit en­ga­giert, im Rah­men ei­nes neu ge­star­te­ten In­klu­si­ons­pro­jekts.

Schon bei den Duft­säck­chen, den Fühl­bo­xen und beim selbst ge­stal­te­ten Wald-Wohl­fühl­pfad, ent­deck­ten die Be­treu­er, dass ih­re Idee von den Kin­dern sehr gut an­ge­nom­men wur­de und al­le sehr gut auf­ein­an­der ach­te­ten. Nur das Wald­horn, dem ei­ni­ge Kin­der nach hart­nä­cki­gen Ver­su­chen dann doch deut­li­che Tö­ne ent­lo­cken konn­ten, hat vi­el­leicht doch ei­ni­ge Tie­re ver­trie­ben, die sich bei der an­schlie­ßen­den Er­kun­dungs­tour durch den Wald dann lie­ber ver­kro­chen hat­ten.

Die gro­ße Über­ra­schung brach­te Ot­to Lieb, Jä­ger und Falk­ner mit sei­nen bei­den Vö­geln Wan­der­fal­ke Bir­die und Uhu Ju­le. Die Kin­der über­rasch­ten ih­rer­seits mit ru­hi­gem und dis­zi­pli­nier­ten Ver­hal­ten Be­treu­er und Jä­ger glei­cher­ma­ßen. In­ter­es­siert und stel­len­wei­se be­reits bes­tens in­for­miert, hör­ten sie auf­merk­sam den Aus­füh­run­gen des Falk­ners zu und stell­ten an­schlie­ßend „wirk­lich gu­te Fra­gen“, wie Lieb lob­te.

Los ging es gleich mit ganz kon­kre­ten Fra­gen, was denn so ein Vo­gel kos­te. „Das ist nicht ein­mal so viel“, ant­wor­te­te Lieb, „für den Wan­der­fal­ken muss man un­ge­fähr 700 Eu­ro be­zah­len, aber um ihn hal­ten zu dür­fen braucht man zu­erst ei­ne Aus­bil­dung als Jä­ger und zu­sätz­lich noch als Falk­ner und der Vo­gel braucht ei­ne Vo­lie­re.“

Bir­die, das Wan­der­fal­ken-Weib­chen stammt aus ei­ner Zucht. Die Na­tu­r­ent­nah­me, al­so das Fan­gen von wil­den Greif­vö­geln, ist ver­bo­ten, er­klärt der Jä­ger sei­nen jun­gen Zu­hö­rern. Die maß­ge­schnei­der­te Fal­ken­hau­be nahm Lieb nur ein­mal kurz ab, denn Bir­die füh­le sich im Wald nicht so recht wohl, ein Wan­der­fal­ke brau­che das freie Feld da er sehr schnell fliegt (bis zu 300 St­un­den­ki­lo­me­ter und mehr). Sie kann so­gar Krä­hen fan­gen, was für männ­li­che Wan­der­fal­ken schwie­ri­ger ist, denn die­se sind klei­ner, so Lieb.

Auch der Uhu, die größ­te Eu­le auf der Welt, ist weib­lich und ent­stammt ei­ner Zucht. Ju­le kam schon als Kü­ken zu Lieb. Bald er­gab sich ein re­ger Aus­tausch zwi­schen Kin­dern und Jä­gern, über Ge­wöl­le mit und oh­ne Kno­chen, über das Sicht­feld der Vö­gel und ih­re Beu­te­tie­re – und wie die­se er­legt wer­den. Ge­nau wie Bir­die ist auch Ju­le grö­ßer als männ­li­che Uhus und so­bald der Falk­ner sei­nen Arm aus­streck­te, de­mons­trier­te sie ih­re Flü­gel­spann­wei­te von 170 bis 180 cm. Sie könn­te jun­ge Füch­se und auch Igel ja­gen. Da­bei wür­de sie sich nicht ein­mal ver­let­zen, da die ge­fie­der­ten Kral­len so lang sind. Aber Ju­le ist nur für die Öf­fent­lich­keits­ar­beit im Ein­satz und ist im Um­gang mit den Kin­dern aus Kin­der­gar­ten oder Schu­le völ­lig ent­spannt. Ih­re kla­ren oran­ge­far­be­nen Au­gen fi­xie­ren ihr Ge­gen­über ru­hig und gü­tig. Sie ist Men­schen ge­wohnt, wur­de so­gar vom Hund mit auf­ge­zo­gen.

Kein Wun­der, dass sie am En­de dann doch al­le ger­ne an­fas­sen woll­ten. Das wä­re dann aber doch zu viel und so muss­ten die Kin­der auf die­ses Ver­gnü­gen lei­der ver­zich­ten. Aber auch an die­ser Stel­le gab es kei­nen Pro­test, stell­te Kra­mer er­freut fest.

Aus­flug in den Wald macht die Na­tur er­leb­bar

FALK­NER OT­TO LIEB brach­te den Kin­dern sei­ne Vö­gel Ju­le und Bir­die mit und stell­te sich nach ei­ner Vor­füh­rung den neu­gie­ri­gen Fra­gen der Hort­kin­der, die ein neu­es In­klu­si­ons­pro­jekt an die Na­tur her­an­füh­ren soll. Foto: Geb­hard

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