Al­ler­hei­li­gen­brot

Pforzheimer Kurier - - BENNI / ROMAN - Fort­set­zung folgt

Zu­ta­ten Zu­be­rei­tung

1 kg Mehl, 60 ml Trau­ben­most, zu­sätz­lich et­was Most für die Gla­sur, 180 g Mut­ter­he­fe oder 50 g fri­sche Bier­he­fe, 200 g Ro­si­nen, 200 g Wal­nüs­se, 75 g Ha­sel­nüs­se, 75 g Man­deln, 1 Glas Aqua­vit, Scha­le ei­ner Oran­ge, Scha­le ei­ner Zi­tro­ne, Anis, Nel­ken, Zimt, ei­ne Tas­se bun­te Zu­cker­streu­sel Die Ro­si­nen mit dem Aqua­vit über­gie­ßen und so viel lau­war­mes Was­ser zu­ge­ben, bis sie be­deckt sind. Qu­el­len las­sen. Den Trau­ben­most er­wär­men und mit dem Mehl ver­men­gen, nach und nach die an­de­ren Zu­ta­ten (mit Aus­nah­me der Zu­cker­streu­sel) zu­ge­ben. So lan­ge kräf­tig durch­kne­ten, bis ei­ne glat­te Mas­se ent­steht. An ei­nem war­men Platz et­wa 2 St­un­den ru­hen las­sen. An­schlie­ßend den Teig in 4 Por­tio­nen tei­len und dar­aus klei­ne Brot­lai­be for­men. Mit ei­nem Tuch ab­de­cken und in ei­ner De­cke ei­nen Tag und ei­ne Nacht ru­hen las­sen. Wenn der Teig auf­ge­gan­gen ist, die Bro­te bei 180 Grad et­wa 40 Mi­nu­ten ba­cken. Ei­ne Scha­le Was­ser mit in den Ofen stel­len. Nach­dem die Bro­te ab­ge­kühlt sind, ein paar Mal in den Most tun­ken und mit den bun­ten Zu­cker­streu­seln de­ko­rie­ren. Trock­nen las­sen und ser­vie­ren.

24.

Die Zeit ver­ging wie im Flug, und die An­span­nung nahm ste­tig zu.

Die Ta­ge auf der In­sel wur­den kür­zer, da­für wuchs im Klos­ter die schlech­te Lau­ne wie ein au­ßer Kon­trol­le ge­ra­te­ner He­fe­teig. Die Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten ka­men nur lang­sam vor­an, und Elet­t­ra ver­brach­te ei­nen Groß­teil des Ta­ges in der Kü­che, wo sie Ni­co­le mit der Kunst des Ba­ckens ver­traut mach­te und, wie sie hoff­te, Adri­an aus dem Weg ge­hen konn­te.

Je­des Mal, wenn sie sei­nen Blick auf­fing und spür­te, wie sich auf ih­rem Ge­sicht die ver­rä­te­ri­schen Zei­chen für ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit spie­gel­ten, fühl­te sie sich in der Fal­le. Sie floh vor ihm, den­noch über­rasch­te sie sich selbst da­bei, wie sie im Klos­ter sei­nem Ge­ruch nach­spür­te. Das war ihr erst am Abend zu­vor wie­der pas­siert, kurz nach Son­nen­un­ter­gang. Sie wuss­te, dass er schon ge­gan­gen war, aber sie konn­te der Ver­su­chung nicht wi­der­ste­hen, das Zim­mer zu be­tre­ten, in dem er den gan­zen Tag ge­ar­bei­tet hat­te, und in der nach fri­scher Far­be rie­chen­den Luft nach Spu­ren von ihm zu su­chen. Sein Ge­ruch war noch dort, er um­gab Elet­t­ra wie ei­ne Umar­mung, vor der sie ei­gent­lich floh. Sie war sich dar­über im Kla­ren, dass ihr Ver­hal­ten un­an­ge­bracht war, aber sie konn­te nicht an­ders, als Adri­an wei­ter­hin aus dem Weg zu ge­hen. Sie hat­ten sich noch viel zu sa­gen, auch wenn die Er­kennt­nis­se über ih­re Mut­ter, über ih­re Lie­be zu dem Künst­ler Mar­te, der sie ge­schwän­gert und dann ver­las­sen hat­te, ihr das Ge­fühl ga­ben, in ei­ner er­schre­cken­den Sym­me­trie ge­fan­gen zu sein.

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