Über­wa­chung soll aus­ge­baut wer­den

In­nen­mi­nis­ter wol­len ihr Vor­ge­hen ab­stim­men / Bay­ern für bun­des­wei­te Schlei­er­fahn­dung

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Dres­den (AFP). Mit sei­nem Vor­schlag zur Über­wa­chung von Mes­sen­gerdi­ens­ten wie WhatsApp durch die Si­cher­heits­be­hör­den stößt Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) auch in der SPD auf Zu­stim­mung. Das sei „ei­ne sehr ver­nünf­ti­ge For­de­rung“, denn die Ex­tre­mis­ten or­ga­ni­sier­ten sich mit al­len tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten, sag­te ges­tern der rhein­land-pfäl­zi­sche In­nen­mi­nis­ter Ro­ger Le­w­entz (SPD) im Deutsch­land­funk vor Be­ginn der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in Dres­den. Die Link­s­par­tei sieht dar­in schwers­te Grund­rechts­ein­grif­fe. Nach dem Wil­len de Mai­ziè­res sol­len die Si­cher­heits­be­hör­den im Zu­ge der Ge­fah­ren­ab­wehr auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schlüs­sel­ter Mes­sen­ger­diens­te zu­grei­fen dür­fen. Da­zu könn­ten In­stru­men­te wie die On­li­ne­durch­su­chung und Qu­el­len-Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung (TKÜ) ge­nutzt wer­den, wie er am Wo­che­n­en­de dem „Ta­ges­spie­gel“sag­te. Bei der Qu­el­len-TKÜ kön­nen die Be­hör­den mit ei­ner Soft­ware die lau­fen­de Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nes Ver­däch­ti­gen auf ei­nem Ge­rät mit­le­sen, be­vor sie ver­schlüs­selt wird.

Es ge­he nicht dar­um, die Di­ens­te mit­zu­le­sen, sag­te ges­tern de Mai­ziè­re im ARD„Mor­gen­ma­ga­zin“. Nö­tig sei­en aber glei­che Re­ge­lun­gen für das In­ter­net. „WhatsApp wird recht­lich an­ders be­han­delt als SMS, das ver­steht kein Mensch“, sag­te der Mi­nis­ter. Auch Le­w­entz zu­fol­ge müs­sen die Be­hör­den ge­gen die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten der Ex­tre­mis­ten ge­wapp­net sein. „Wenn wir den Auf­trag ha­ben, in­ne­re Si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten, müs­sen wir das auch da kön­nen, wo über Ter­ro­ris­mus Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­führt wird“, sag­te er im Deutsch­land­funk. Die Pri­vat­sphä­re der Bür­ger müs­se aber ge­schützt blei­ben. Die For­de­rung Bay­erns nach ei­ner bun­des­wei­ten Ein­füh­rung der Schlei­er­fahn­dung wies Le­w­entz zu­rück. Wenn die Po­li­zei bis­her „kon­trol­lie­ren muss, kann sie kon­trol­lie­ren“, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker im Süd­west­rund­funk. „Wir ha­ben die In­stru­men­te.“

Bay­ern will auf der bis mor­gen in Dres­den ta­gen­den In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz auf die bun­des­wei­te Mög­lich­keit der Schlei­er­fahn­dung drän­gen. Dass im­mer noch drei Bundesländer kei­ne ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Kon­trol­le zu­lie­ßen, sei ei­ne „ekla­tan­te Si­cher­heits­lü­cke, die un­be­dingt ge­schlos­sen wer­den muss“, sag­te Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Herr­mann (CSU) der „Rhei­ni­schen Post“.

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