Neu­er Är­ger

Kla­ge ge­gen Trump

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Wa­shing­ton. Nicht nur die an­dau­ern­den Un­ter­su­chun­gen der Russ­land-Af­fä­re ma­chen Do­nald Trump zu schaf­fen, nun muss sich der USPrä­si­dent (Fo­to: dpa) auch noch auf ei­nen lang­wie­ri­gen Rechts­streit ein­stel­len. Es geht um die Ver­mi­schung von Amt und Ge­schäft. Nur gut, dass First La­dy Me­la­nia und Sohn Bar­ron Trump jetzt bes­ser un­ter­stüt­zen kön­nen: die bei­den zo­gen näm­lich ins Wei­ße Haus ein.

So­wohl der Bun­des­staat Ma­ry­land als auch der Haupt­stadt­be­zirk District of Co­lum­bia (DC) ha­ben ei­ne Kla­ge ge­gen Trump ein­ge­reicht. Da er sich auch nach sei­nem Ein­zug ins Wei­ße Haus nicht von sei­nem Un­ter­neh­men ge­trennt ha­be, ver­sto­ße er ge­gen An­ti-Kor­rup­ti­ons­klau­seln der Ver­fas­sung, lau­tet die Be­grün­dung. Im Mit­tel­punkt der Kon­tro­ver­se steht das Trump In­ter­na­tio­nal Ho­tel, ein al­tes Post­amt in Wa­shing­ton, das Trump zu ei­nem Lu­xus­pa­last um­bau­en ließ. Er­öff­net im ver­gan­ge­nen Herbst, gilt das Ge­bäu­de als Sym­bol des schwe­len­den In­ter­es­sen­kon­flikts. Über­nach­ten aus­län­di­sche Di­plo­ma­ten in ei­ner Sui­te beim Ho­te­lier Trump, liegt der Ver­dacht na­he, dass sie nur des­halb so tief in die Ta­sche grei­fen, weil sich ih­re Re­gie­run­gen beim Prä­si­den­ten Trump ein­schmei­cheln wol­len. Das Kö­nig­reich Sau­di-Ara­bi­en bucht re­gel­mä­ßig in der No­bel­her­ber­ge, wo­bei es sich der Dis­kre­ti­on we­gen ei­nes Mit­tel­manns be­dient. Und als der Bot­schaf­ter Ge­or­gi­ens dort lo­gier­te, twit­ter­te er hin­ter­her Kom­pli­men­te. „Bis­her der bes­te Ser­vice, den ich in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten er­leb­te“, schrieb Ka­ha Im­nad­ze.

Für den Steu­er­zah­ler, ar­gu­men­tie­ren Bri­an Fro­sh und Karl Ra­ci­ne, die Ge­ne­ral­staats­an­wäl­te von Ma­ry­land und DC, bringt der Hy­pe, den es so kaum ge­ge­ben hät­te, sä­ße Trump nicht im Oval Of­fice, nichts als Nach­tei­le. Et­wa, weil Kon­gress­hal­len in der Nä­he, Kon­fe­renz­zen­tren in Staats­be­sitz, Kun­den ver­lie­ren. Und in­dem Trump wei­ter von sei­nen Im­mo­bi­li­en pro­fi­tie­re, stel­le sich die Fra­ge, ob er Ent­schei­dun­gen im bes­ten In­ter­es­se des Lan­des tref­fe oder eher in sei­nem ei­ge­nen. In je­dem Fall, so das Ju­ris­ten­duo, ver­sto­ße er ge­gen die „emo­lu­ments clau­se“der Ver­fas­sung. Nach de­ren Be­stim­mun­gen darf kein Ame­ri­ka­ner in ei­nem Wahl­amt Ge­schen­ke, Ver­gü­tun­gen, Äm­ter oder Ti­tel von ei­nem „Kö­nig, ei­nem Prin­zen oder ei­ner aus­län­di­schen Macht“an­neh­men, so­fern das Par­la­ment nicht aus­drück­lich zu­stimmt.

Trump hat­te zwar vor sei­ner Ve­rei­di­gung an­ge­kün­digt, die Lei­tung sei­nes Fir­men­kon­glo­me­rats in die Hän­de sei­ner bei­den Söh­ne zu le­gen, um In­ter­es­sen­kon­flik­te zu ver­mei­den. Doch was Eric, der Jün­ge­re, neu­lich in ei­nem In­ter­view hin­aus­po­saun­te, klang nicht un­be­dingt nach dem kom­plet­ten Rück­zug sei­nes Va­ters aus dem ak­ti­ven Ge­schäfts­le­ben. Nach den Wor­ten des Ju­ni­ors er­hält der Se­ni­or nach wie vor re­gel­mä­ßi­ge Be­rich­te über die Fi­nanz­la­ge sei­ner Un­ter­neh­men. Die Kla­ge be­deu­tet ju­ris­ti­sches Neu­land, ist es doch das ers­te Mal, dass ein Bun­des­staat den Staats­chef be­schul­digt, ge­gen oben zi­tier­te Ver­fas­sungs­klau­sel ver­sto­ßen zu ha­ben. Soll­te ein Bun­des­rich­ter sie zu­las­sen, wol­len die zwei Staats­an­wäl­te zu­nächst die Her­aus­ga­be der Steu­er­er­klä­run­gen Trumps er­zwin­gen. Frank Herr­mann

VER­EINT IN WA­SHING­TON: US-Prä­si­dent Trump und Gat­tin Me­la­nia.

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