Bruch in Finn­land

Rechts­ruck: Re­gie­rungs­chef will Ko­ali­ti­on be­en­den

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Hel­sin­ki (AFP). Die fin­ni­sche Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on ist im Streit um die Flücht­lings­po­li­tik zer­bro­chen. Mi­nis­ter­prä­si­dent Ju­ha Si­pi­lä kün­dig­te ges­tern in Hel­sin­ki an, er wol­le nicht län­ger mit der EU- und ein­wan­de­rungs­feind­li­chen Par­tei „Wah­re Fin­nen“zu­sam­men­ar­bei­ten. Grund ist ein Rechts­ruck der „Wah­ren Fin­nen“un­ter ih­rem neu­en Vor­sit­zen­den Jus­si Hal­la-aho. Die­ser ist we­gen is­lam­feind­li­cher und ras­sis­ti­scher Äu­ße­run­gen vor­be­straft.

Si­pi­lä kün­dig­te an, er wer­de al­ler Vor­aus­sicht nach den Rück­tritt sei­nes Ka­bi­netts ein­rei­chen. Die ak­tu­el­le Ko­ali­ti­on be­steht seit Mai 2015 aus der Zen­trums­par­tei des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, der kon­ser­va­ti­ven Na­tio­na­len Samm­lungs­par­tei von Fi­nanz­mi­nis­ter Pet­te­ri Or­po und den „Wah­ren Fin­nen“. Si­pi­lä und Or­po wol­len zum Bruch der Re­gie­rung noch ih­re Par­tei­en be­fra­gen. Si­pi­lä schrieb auf dem Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter, er se­he kei­ne Mög­lich­kei­ten mehr, „die es uns er­lau­ben wür­den, mit den Wah­ren Fin­nen un­ter der Füh­rung von Hal­la-aho zu­sam­men­zu­ar­bei­ten“. Fi­nanz­mi­nis­ter Or­po äu­ßer­te sich ähn­lich. Die „Wah­ren Fin­nen“hat­ten zu­vor den Rechts­au­ßen-Po­li­ti­ker Hal­la-aho zum neu­en Chef ge­wählt. Der 46-Jäh­ri­ge folgt dem lang­jäh­ri­gen Par­tei­chef Ti­mo So­i­ni nach, der Finn­lands Au­ßen­mi­nis­ter ist und als ge­mä­ßigt gilt.

HAT GE­NUG: Der fin­ni­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Ju­ha Si­pi­lä. Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.