Drax­ler soll die Mann­schaft lei­ten

Ka­pi­tän des DFB-Teams will in neu­er Rol­le Ver­trau­en an Bun­des­trai­ner Löw zu­rück­zah­len

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Klaus Berg­mann Fo­to: dpa

Mün­chen. Ju­li­an Drax­ler ver­zich­te­te für die zwei frei­en Ta­ge vor dem Start des Con­fed-Cup-Aben­teu­ers auf be­son­de­re Plä­ne. „Ein biss­chen ent­span­nen, ein biss­chen Be­hand­lung“– mehr stand nicht auf der per­sön­li­chen To-do-Lis­te des Jung-Ka­pi­täns für die kur­ze Frei­zeit in Mün­chen.

Heu­te trifft sich die Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft in Frank­furt wie­der, zwei Ta­ge spä­ter geht es nach Russ­land. Für den 23 Jah­re al­ten Fuß­ball-Welt­meis­ter steht ei­ne span­nen­de Zeit in Russ­land be­vor. Joa­chim Löw hat Drax­ler zur ers­ten Füh­rungs­kraft in sei­nem 22-köp­fi­gen Per­spek­tiv­ka­der aus­er­ko­ren. Und die­ser vom Bun­des­trai­ner über­tra­ge­nen Auf­ga­be will der Of­fen­siv­spie­ler, mit 30 Län­der­spie­len zugleich der er­fah­rens­te Ak­teur im Auf­ge­bot, un­be­dingt ge­recht wer­den. „Klar, durch die Ka­pi­täns­bin­de hat man ein biss­chen mehr Ver­ant­wor­tung über­tra­gen be­kom­men“, sag­te der Käpt’n auf Zeit. Die­se soll am bes­ten bis zum 2. Ju­li dau­ern, dem Tag des End­spiels in St. Pe­ters­burg.

Die ers­te Ken­nen­lern-Wo­che mit dem 1:1 im Test ge­gen Dä­ne­mark und dem 7:0 in der WM-Qua­li­fi­ka­ti­on ge­gen San Ma­ri­no stimmt ihn hoff­nungs­froh. „Dass wir uns als Mann­schaft noch bes­ser fin­den müs­sen, ist klar. Aber ich bin sehr zu­frie­den, wie wir an­ge­fan­gen ha­ben und gu­cke zu­ver­sicht­lich zum Con­fed Cup. Das Ziel ist, so weit zu kom­men wie mög­lich“, äu­ßer­te Drax­ler. Der Ti­tel als Ziel? Noch weicht er aus: „Es ist schwer, nach so we­ni­gen Ta­gen mit der Mann­schaft zu sa­gen, in­wie­fern wir zum Fa­vo­ri­ten­kreis zäh­len.“

Für den Bun­des­trai­ner steht beim Tur­nier-Test­lauf ein Jahr vor der Welt­meis­ter­schaft nicht das nack­te En­d­er­geb­nis im Vor­der­grund. Löw will vor al­lem Spie­ler für das Ti­tel­pro­jekt 2018 ent­wi­ckeln. Als Of­fen­siv­kraft ist Drax­ler in der Na­tio­nal­elf sport­lich eta­bliert. Jetzt geht es bei ihm dar­um, ein Team an­zu­lei­ten. Denn Löw sieht in Drax­ler ei­nen Kan­di­da­ten, der in der Ge­ne­ra­ti­on nach Ma­nu­el Neu­er, Sa­mi Khe­di­ra oder Jé­rô­me Boateng „die Mann­schaft an­füh­ren kann“. Drax­ler fühlt sich be­reit, auch wenn er sich nach au­ßen nicht als Chef auf­spie­len möch­te. „Ich se­he mei­ne Auf­ga­be in ers­ter Li­nie auf dem Platz. Da ver­su­che ich im­mer vor­an­zu­ge­hen“, sagt der 23-Jäh­ri­ge. Er ver­su­che, den Neu­lin­gen zu hel­fen ge­mein­sam mit sei­nem Stell­ver­tre­ter Sh­ko­dran Musta­fi und den eben­falls tur­nier­er­fah­re­nen Jo­nas Hec­tor und Jos­hua Kim­mich.

Sein De­büt im Na­tio­nal­team liegt im­mer­hin schon fünf Jah­re zu­rück. Und in sei­ner Ver­eins­lauf­bahn hat der ehe­ma­li­ge Schal­ker auch schon so ei­ni­ges er­lebt. Nach ei­ner kon­flikt­be­la­de­nen Zeit beim VfL Wolfs­burg war der Wech­sel für 40 Mil­lio­nen Eu­ro zu Pa­ris St. Ger­main ein be­deut­sa­mer Neu­an­fang. Kri­ti­ker hiel­ten Drax­ler da­mals auch Ego­is­mus vor. „Fakt ist, ich füh­le mich in Pa­ris wohl. Un­ab­hän­gig da­von, wie groß oder klein Wolfs­burg oder Gel­sen­kir­chen sind, bin ich bei Pa­ris St. Ger­main gut auf­ge­ho­ben. So­wohl sport­lich als auch vom Um­feld in der Stadt ge­fällt es mir gut.“

Spe­zi­el­le Dank­bar­keit emp­fin­det er ge­gen­über Joa­chim Löw. „Der Bun­des­trai­ner hat in der Ver­gan­gen­heit im­mer an mir fest­ge­hal­ten. Er hat mir sehr viel Ver­trau­en ge­ge­ben und aus­ge­spro­chen, als es bei mir sport­lich nicht so lief. Des­halb ist es für mich ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, für Deutsch­land und für Jo­gi Löw zur Ver­fü­gung zu ste­hen.“

ALS KA­PI­TÄN wur­de Ju­li­an Drax­ler von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw für den Con­fed Cup aus­er­ko­ren.

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