Das Um­feld stets im Blick

Zu­ver­läs­si­ge Er­ken­nung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on ent­schei­dend für au­to­no­mes Fah­ren

Pforzheimer Kurier - - WISSENSCHAFT - SECHS­MAL STE­REO: Ka­mer­a­paa­re schmü­cken den De­mons­tra­tor. Fo­to: KIT

Karls­ru­he (BNN). Au­to­no­me Fahr­zeu­ge sind ein wich­ti­ger Baustein neu­er Mo­bi­li­täts­sys­te­me. Da­mit die­se Fahr­zeu­ge im Ver­kehr selbst­stän­dig und si­cher agie­ren kön­nen, müs­sen sie ihr ge­sam­tes Um­feld ex­akt er­fas­sen kön­nen. Im Pro­jekt „OPTICAR“ha­ben Ex­per­ten des KIT, des FZI For­schungs­zen­trums In­for­ma­tik und der Fir­ma MYESTRO In­ter­ac­tive jetzt ei­ne For­schungs- und Er­pro­bungs­platt­form für Ste­reo-Ka­me­ra­sys­te­me ent­wi­ckelt. Die­se Sys­te­me sol­len prä­zi­ser und ro­bus­ter wer­den.

„Die ge­naue Er­fas­sung der Ver­kehrs­si­tua­ti­on um ein Au­to her­um ist ei­ne ent­schei­den­de Grund­la­ge für ei­nen er­folg­rei­chen Ein­satz au­to­no­mer Fahr­zeu­ge“, sagt Mat­thi­as Pfriem vom KIT. Ne­ben Sen­sor­sys­te­men wie Ra­dar und Ul­tra­schall kön­nen auch Weit­win­kel-Ste­reoKa­me­ras da­für ein­ge­setzt wer­den, dass ein au­to­no­mes Fahr­zeug sei­ne ei­ge­ne Po­si­ti­on und die der Ob­jek­te in sei­ner Um­ge­bung je­der­zeit ge­nau kennt, um Fahr­ma­nö­ver prä­zi­se durch­füh­ren zu kön­nen.

Die Bil­der von Ste­reo-Ka­me­ras er­mög­li­chen – ver­gleich­bar mit dem räum­li­chen Se­hen ei­nes Au­gen­paars – die Tie­fen­wahr­neh­mung der Um­ge­bung und ge­ben un­ter an­de­rem Auf­schluss über die Po­si­ti­on, Dis­tanz und Ge­schwin­dig­keit von Ob­jek­ten. Im Pro­jekt „OPTICAR“ist ein De­mons­tra­tor-Fahr­zeug im Maß­stab 1:4 ent­wi­ckelt wor­den, das rund­um mit sechs sol­cher Ka­me­ra-Paa­re aus­ge­stat­tet ist. Die­se kön­nen nicht nur die nä­he­re Um­ge­bung ver­mes­sen. Die vir­tu­el­le Ver­knüp­fung ein­zel­ner Ka­me­ras aus ver­schie­de­nen Ste­reo-Ka­me­ra-Paa­ren er­mög­licht zu­dem, den Ab­stand der Ka­me­ras bis hin zur ge­sam­ten Fahr­zeug­brei­te oder -län­ge zu ver­grö­ßern und da­mit auch wei­ter ent­fern­te Ob­jek­te prä­zi­se zu er­fas­sen. So kön­nen Tie­fen­land­kar­ten der ge­sam­ten Um­ge­bung ent­ste­hen.

Ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung bil­den die Schwin­gun­gen der Fahr­zeug­ka­ros­se­rie im Be­trieb. Durch sie än­dert sich stän­dig die Aus­rich­tung der Ka­me­ras zu­ein­an­der und sie er­schwe­ren es, ver­wert­ba­re Bild­in­for­ma­tio­nen zu er­hal­ten. Die von MYESTRO ent­wi­ckel­te „Rub­berS­te­reo-Tech­no­lo­gie“er­kennt und kom­pen­siert die­se Schwin­gun­gen in Echt­zeit di­rekt aus dem Ver­gleich der Bild­da­ten des Ka­mer­a­paars.

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